Instant Messenger SafeSwiss im Test

Gut durchdachte App mit Privatsphäre-Schwerpunkt

Den Namen auszusprechen ist das Einzige, was bei dieser Messaging-App ein wenig kompliziert ist: SafeSwiss kommt einem mitten im Satz nicht immer leicht über die Lippen. Davon abgesehen ist der Name clever gewählt: Man kommt aus der Schweiz und Sicherheit steht an erster Stelle.

SafeSwiss bei Google Play | Screenshot: Redaktion

Welche Plattformen werden unterstützt?

Smartphones mit Android OS und iOS sowie Android-Tablets und Windows-PCs.

Erhältlich für Smartphones mit iOS und Androids OS sowie Windows-PCs | Screenshot von der SafeSwiss-Website | Screenshot: Redaktion

Was bietet diese App?

Chatten und sprechen, ohne dass Dritte mitlesen oder mithören können. Das sind die Kernfunktionen von SafeSwiss. Die gesamte Kommunikation wird verschlüsselt und bei Android-Geräten werden Screenshots verhindert. (Deshalb mussten wir für diesen App-Test Fotos machen, was leider nicht so gut aussieht.) Der Anbieter arbeitet daran, die Screenshots auch auf anderen Plattformen zu verhindern. Schaltet einer der Chatpartner den Selbstzerstörungsmodus ein, werden alle neu gesendeten Elemente nach einer selbst gewählten Zeitspanne aus dem Chat gelöscht.

Fotos zur Android-App von SafeSwiss: Redaktion

Uns gefällt, dass deutlich zu erkennen ist, wenn der Chatpartner gerade eine Nachricht eingibt. Für zugestellte und gelesene Nachrichten gibt es die typische Kombination aus zwei Häkchen.

Verschiedene Elemente können in den Chat geschickt werden | Foto: Redaktion

Es können sowohl frisch aufgenommene Bilder als auch bereits auf dem Smartphone oder in einer Cloud befindliche Fotos verschickt werden. Praktisch ist der Versand von bis zu zehn ausgewählten Bildern auf einmal. Außerdem gibt es einen extra Selfiemodus, bei dem allerdings der aufgenommene Bereich größer als der in der Vorschau angezeigte Bereich ist. Das macht nichts, weil es eine einfache Möglichkeit zum Auswählen eines quadratischen Bildausschnitts gibt.

Die Schrift kann angepasst werden | Foto: Redaktion

Videos können sowohl frisch über die App aufgenommen als auch aus dem Archiv bzw. der Cloud verschickt werden. In unserem Test wurden allerdings sämtliche Videos in einem verzerrten Seitenverhältnis abgespielt.

Über den Chat können außerdem Kontaktdaten, Dateien sowie der der eigene Standort übermittelt werden. Leider lassen sich nur Kontakte aus SafeSwiss und nicht aus dem Telefonadressbuch verschicken. Das schränkt den Nutzen dieser Funktion extrem ein. Beim Dateiversand konnten wir nur auf einen Teil der passenden Ordner im Telefon zugreifen.

Über das gut sichtbare Mikrofon-Icon werden auf einfache Weise Sprachnachrichten in den Chat gesendet. Die hohe Soundqualität hat uns beim Testen positiv überrascht. Bei der Anruffunktion dagegen war die Sprachqualität schlecht, die Stimmen wirkten blechern und verrauscht. Vermisst haben wir einen Videochat. Nicht getestet haben wir die Möglichkeit, weitere Gesprächsteilnehmer hinzuzufügen.

Eingehender Anruf in der SafeSwiss-App | Foto: Redaktion

Bedienung und Nutzerfreundlichkeit

Eine übersichtliche, funktionale Gestaltung muss nicht langweilig wirken. SafeSwiss sieht richtig gut aus! Im Profil lassen sich zwar nur der Nutzername sowie das Profilbild einstellen. Dabei können auch Bilder aus Cloud-Speichern verwendet werden.

Dafür lassen sich im Chat sich auf vorbildliche Weise Schriftgröße und Schriftfarben einstellen. Außerdem kann das Hintergrundbild frei gewählt werden. (Alle diese Änderungen sieht man nur selbst.) Auf der Website von SafeSwiss gibt es umfangreiche Informationen – aber derzeit nur in englischer Sprache.

Screenshot von Google Play, Screenshot bei der Registrierung in der App, Foto vom Hinzufügen eines Kontakts | Bilder: Redaktion

Was muss man machen, um die App nutzen zu können?

Um sich zu registrieren, muss man sich einen Nutzernamen und ein Passwort ausdenken. Um Kontakte hinzuzufügen, scannt man entweder den QR-Code des betreffenden Kontakts oder gibt seinen Nutzernamen in das Suchfeld ein. (Das funktionierte in unserem Test auf Anhieb, was bei Instant Messaging Apps leider keine Selbstverständlichkeit ist.)

Kontakte müssen erst manuell hinzugefügt bzw. eingeladen werden | Screenshot: Redaktion

Die Kosten

Der Anbieter hat sich für das sogenannte Freemium-Modell entschieden. Die App kann kostenlos verwendet werden, aber in Zukunft sollen eine kostenpflichtige Premium- sowie eine Business-Version erscheinen.

Was sonst noch wichtig ist

Die PC-Version machte vom Design und den Einstellmöglichkeiten her zwar einen sehr guten Eindruck. Testen konnten wir sie nicht. Nach dem Installieren und Einloggen bekamen wir eine Fehlermeldung, dass keine Verbindung über das Internet hergestellt werden konnte.

Screenshot aus der Windows-Version von SafeSwiss: Redaktion

Fazit

Die von uns getestete Android-Version von SafeSwiss wirkt trotz einzelner Schwächen ziemlich ausgereift und glänzt durch ein attraktives, funktionales Design. Für eine Messaging-App mit Schwerpunkt auf Sicherheit und Privatsphäre ist der Funktionsumfang recht groß.

Über Oliver Springer 351 Artikel

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik …

Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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