Instant Messenger Hoccer im Test

Stark beim Schutz der Privatphäre

Hoccer nennt sich ein Instant Messenger aus Deutschland, der vor allem für Sicherheit und Schutz der Privatsphäre bekannt ist. Die App ist übersichtlich und wirkt gut durchdacht, zeigte in unserem Test allerdings Schwächen.

Hoccer im Play Store von Google | Screenshot: Redaktion

Welche Plattformen werden unterstützt?

Android OS und iOS. BlackBerry 10-User mit Android-Unterstützung können die APK-Datei von der Hoccer-Website herunterladen. Wir haben den Instant Messenger mit zwei Android-Smartphones getestet.

Was bietet diese App?

Neben Chats mit einer Person sind Gruppenchats möglich. Außerdem erlaubt die „In der Nähe“-Funktion eine Kontaktaufnahme mit anderen Hoccer-Usern in der Umgebung.

Gut gefällt uns, dass es zwar eine Lesebestätigung für die Chat-Mitteilungen gibt, diese aber abschaltbar ist.

Hoccer bei Google Play, Chat-Auswahl, Lesebstätigung und Fotoversand | Screenshots: Redaktion

Beim Verschicken von Fotos über den Chat konnten wir im Test nur aus lokalen Galerien sowie über die Google Fotos-App auswählen. Cloudspeicher-Dienste standen nicht zur Wahl. Ein Pluspunkt für Hoccer ist die Möglichkeit, mehrere Bilder auszuwählen und diese alle zusammen in den Chat posten zu können. Weiterer Pluspunkt: Über die Einstellungen lassen sich Bildgröße und Bildqualität in mehreren Stufen anpassen, sodass nicht mehr Datenvolumen als nötig genutzt wird.

Mit Hoccer können keine Videos aufgenommen werden. Bereits auf dem Smartphone bestehende Videos können allerdings per Dateiversand an den Chatpartner übermittelt werden. Laut Anbieter gibt es kein Größenlimit und es können alle Arten von Dateien verschickt werden. Für den Dateiversand stehen auch Cloudspeicher zur Auswahl, aber in unserem Test wurden Dateien aus OneDrive nicht zugestellt und beim Versand von Dateien aus Google Drive stürzte die Messenger-App ab. Der lokale Dateiversand funktionierte gut.

Kontaktdaten und Videos versenden | Screenshots: Redaktion

Hoccer bietet im Chat drei weitere Möglichkeiten: die Übermittlung des eigenen Standorts, das Verschicken von Kontaktdaten aus dem Adressbuch sowie den Versand von Audiodateien. Als wir in unserem Test eine kurze Musikdatei verschickten, stürzte die App beim Abspielen der empfangenen Musik ab. Schlimmer noch: Selbst nach einem Neustart des Smartphones stürzte die Hoccer-App beim Betreten des Chats immer wieder ab. Wir mussten die App entfernen und neu installieren, bevor wir mit unserem Test weitermachen konnten.

Es gab beim Test Probleme mit der Android-App von Hoccer | Screenshots: Redaktion

Bedienung und Nutzerfreundlichkeit

Hoccer ist übersichtlich, wirkt nüchtern und funktional. Dazu trägt auch der Umstand bei, dass es bei Hoccer weder Sticker noch Emojis gibt.

Die Stummschaltung des Chats über ein Glockensymbol ist an sich praktisch. Leider gab es auf einem unserer Android-Smartphones im Test generell keine Benachrichtigungstöne, nur ein kaum merkliches Vibrieren sowie eine dezente Info auf dem Bildschirm. Immerhin blinkte die Benachrichigungs-LED des Telefons. Auf dem anderen Gerät waren die Töne vorhanden, aber viel zu leise.

Die Schrift im Chat ist recht klein und die Größe lässt sich nicht anpassen.

Ein Vorteil von Hoccer gegenüber vielen anderen Messaging-Apps ist die deutschsprachige Benutzeroberfläche. Die schicke Website  ist ebenfalls in einer deutschsprachigen Version verfügbar. Im FAQ-Bereich gibt es Hinweise zur Bedienung.

Bisher gibt es keine Desktop-Version und Hoccer kann nicht auf mehren Geräten verwendet werden.

Welche Möglichkeiten zur Personalisierung gibt es?

Für das eigene Profil lassen sich nur ein Name und ein Foto aussuchen.

Screenhots aus der Android-App von Hoccer: Redaktion

Was muss man machen, um die App nutzen zu können?

Im Gegensatz zu fast allen populären Messengern will Hoccer keinen Zugriff auf die Smartphone-Kontakte. Das ist gut für den Datenschutz, macht den Einstieg allerdings unbequem. Nach der Installation ist die Kontaktliste leer. Die Kontakte müssen einzeln per SMS, E-Mail, Zahlen- oder QR-Code eingeladen werden.

Instant Messenger Hoccer für den Einsatz vorbereiten | Screenshots: Redaktion

Fazit

Hoccer legt großen Wert auf Verschlüsselung und Sicherheit. Die App ist zwar übersichtlich und leicht zu verstehen, aber Bedienkomfort ist nicht die Stärke von Hoccer.

Über Oliver Springer 350 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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