Testbericht Yahoo! Messenger

Der Messenger des US-Technologiekonzerns Yahoo! bietet die typischen Funktionen wie Textnachrichten, Fotoversand, Videoversand sowie Audio- und Videochat. Er punktet durch Funktionsvielfalt, wenn man jedoch bedenkt, wie lange es den Yahoo! Messenger bereits gibt, ist es enttäuschend, wie wenig ausgereift er bei manchen Funktionen derzeit wirkt.

Yahoo! Messenger| Screenshot: Redaktion
Yahoo! Messenger| Screenshot: Redaktion

Um den Yahoo! Messenger zu nutzen, muss man einen kostenlosen Account bei Yahoo! besitzen. Der Messenger kann mit verschiedenen Betriebssystemen genutzt werden, was eine Stärke ist.  In seinen Funktionen ähnelt er anderen „Klassikern“ unter den Instant Messaging Services wie ICQ und AOL Instant Messenger (AIM).

Einst war der Yahoo! Messenger einer der beliebtesten Dienste seiner Art. Nach einer Analyse der Marktforschungsfirma Nielsen aus dem Jahr 2006 zählte der Yahoo Messenger in Europa rund 4,65 Millionen User. Vor zehn Jahren belief sich die durchschnittliche Nutzungszeit europäischer Anwender mit dem Yahoo! Messenger auf 15 Minuten pro Tag. Wenn es heute um WhatsApp-Alternativen geht, wird der Yahoo! Messenger selten erwähnt.

Yahoo! Messenger| Screenshot: Redaktion
Yahoo! Messenger| Screenshot: Redaktion

Dabei sprechen die Funktionsvielfalt und die Unterstützung einer Reihe von Plattformen – zum Zeitpunkt unseres Tests waren das die Betriebssysteme Microsoft Windows, Apple Mac OS X, Solaris, Linux, Android OS und iOS (Apple) – für ihn. Wider Erwarten überzeugte uns der Yahoo! Messenger im letzten Test nicht, mehr dazu im weiteren Verlauf des Testberichts.

Yahoo! Messenger auf Smartphone und PC

Wir haben den Yahoo! Messenger in der Android-Version auf einem LG G2 und Samsung Galaxy S3 getestet. Die Benutzeroberfläche der App wurde schlicht und funktional gestaltet. Der Header zeigt oben eine Lupe für die Suche und links ein Kopf-Symbol, welches zum eigenen Profil führt.

Im Profil können Name, Vorname und das Profilbild eingestellt sowie die Benachrichtigungen aktiviert oder deaktiviert werden. Im Profil stehen außerdem die Optionen „Blocked People“, „Privacy Settings“ und „Managed Accounts“ zur Auswahl. Die Privatsphäre-Einstellung erlaubt nur einzustellen, ob einen Freunde über die eigene Rufnummer oder E-Mail-Adresse finden sollen.

Yahoo! Messenger| Screenshot: Redaktion
Yahoo! Messenger| Screenshot: Redaktion

Unterhalb des Headers steht der Name des letzten Chatkontaktes, „View all friends“ und „Invite Friends to Messenger“. Im Footer befindet sich ein Stift-Icon, mit dem eine neue Nachricht an ausgewählte Kontakte per Yahoo! E-Mail-Adresse, Handynummer oder Name gesendet werden kann. Eine Chatgruppe lässt sich mittels des Gruppensymbols im Header einrichten, dort kann die Gruppe auch benannt.

Yahoo! Messenger| Screenshot: Redaktion
Yahoo! Messenger| Screenshot: Redaktion

Die Benutzeroberfläche der Desktop-Version des Yahoo! Messengers unterscheidet sich grundlegend von der in der App-Version. Das Design ist ebenso schlicht gehalten,doch die Übersicht wurde mit dem Mehrfach-Fenstersystem nicht optimal gelöst und das Bedienungskonzept erinnert stark an die 1990er-Jahre. Wer in den 90ern bereits intensiv Instant Messaging Services nutze, wird sich hier schnell zurechtfinden. Wer hingegen erst durch WhatsApp oder ähnliche neue Dienste mit dem Chatten begonnen hat, dürfte etwas Einarbeitungszeit benötigen.

Chatten mit der Yahoo! Messenger App

Ein Chat wird in der Yahoo! Messenger App durch Klick auf einen Namen aus der Kontaktliste gestartet. Das Chatfenster hat einen klassischen Aufbau, bestehend aus einem Header, Nachrichtenbereich und Eingabefeld. Im Eingabefeld werden Textnachrichten, Bilder, aktuelle Fotos und Tumblr-GIF-Animationen versendet.

Yahoo! Messenger-App | Screenshot: Redaktion
Yahoo! Messenger-App | Screenshot: Redaktion

Alle Nachrichten wurden beim Testen zuverlässig und schnell zum Gesprächspartner übermittelt. Der Videochat steht in der App nicht zur Verfügung. Das hat uns überrascht und enttäuscht. Überhaupt: In unserem aktuellen Test hat uns die App weit weniger gefallen als in unserem Test im Frühjahr 2013.

Screenshot: Yahoo! Messenger - Chat
Screenshot: Yahoo! Messenger – Chat im Frühjahr 2013

Chatten mit der Desktop-Version

Beim Start der Desktop-Version erscheint das klassische Yahoo-Design. Im Header sind die Menüpunkte „Messenger“, „Kontakte“, „Aktionen“ und „Hilfe“ zu sehen. Ein Feld darunter „Kontakte“ und „Y! Updates“. Die Felder im Yahoo! Messenger sind Plugins, Spiele, ein Werbebanner und ein Suchfeld. Gleich beim Aufruf öffnet sich die Websuche mit dem Yahoo Browser.

Das Chatfenster setzt sich aus einem Header, Nachrichtenverlauf und Eingabefeld zusammen. Ist ein Gesprächspartner nicht aktiv, erscheint das Eingabefeld nicht. Ein Videoanruf und Audioanruf sind in der Desktop-Version verfügbar. Die Qualität der Video- und Sprachwiedergabe war bei unserem Test in Ordnung, aber nicht besonders gut.

Yahoo! Messenger| Screenshot: Redaktion
Yahoo! Messenger| Screenshot: Redaktion

Im Zusammenspiel mit dem Web-Client stellten wir ein paar Probleme fest. So wurden Bilder, die über die Webversion gesendet wurden, auf der Desktop-Version nicht empfangen.

Gut: Zu einem Bild kann eine Nachricht hinzugefügt werden. Schlecht: Der Gesprächspartner muss vor dem Empfang des Fotos jedes Mal umständlich die Fotofreigabe bestätigen. Das soll vermutlich der Sicherheit dienen, hat uns jedoch den Spaß an der Sache verdorben. Schriftart, Schriftgröße und Schriftfarbe können eingestellt werden, so viele Einstellungen haben wir woanders lange nicht mehr gesehen.

Yahoo! Messenger| Screenshot: Redaktion
Yahoo! Messenger| Screenshot: Redaktion

Die Nachrichten werden synchronisiert. Wir nutzten im Test parallel die Desktop-Version, den Web-Client und die Yahoo! Messenger App.

Fazit zum Test des Yahoo! Messengers

Der Yahoo! Messenger hat an Glanz verloren, die Benutzeroberfläche – besonders bei der Desktop-Version – ist unübersichtlich. Schlimmer: Die Synchronisation der Nachrichten funktionierte nicht über alle Geräte hinweg – das darf nicht sein! Nachrichten, die im Web-Client eingegeben wurden, erreichten nicht den Gesprächspartner. Insgesamt sind wir mit dem Yahoo! Messenger nicht zufrieden.

Mehr Bilder zum Yahoo! Messenger haben wir hier auf dieser Seite >>>

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*