Wichtige Daten werden unzureichend gesichert

Zuerst eine positive Bemerkung: Was die Sicherung wichtiger Daten angeht, steht es in Deutschland besser als ich dachte. Laut einer von TNS Emnid im Auftrag von reichelt elektronik durchgeführten Umfrage verzichtet nur einer von fünf Deutschen darauf, für ihn wichtige Daten zu sichern. Ich wäre vom doppelten Wert ausgegangen.

Allerdings zeigen die Details der Umfrageergebnisse, dass unter den 80 Prozent längst nicht alle vorbildlich mit den eigenen Datenschätzen umgehen. Bei der Bewertung des Verhaltens sollte man allerdings zurückhaltend sein. Ist es überhaupt relevant, ob man Sicherungskopien auf einer externen Festplatte verschlüsselt, wenn diese Daten unverschlüsselt auf einem jeden Tag mit dem Internet verbundenen Computer liegen?

Ein anderes Beispiel: Daten, die man nicht verlieren will, in der Cloud abzulegen, ist erst einmal ein großer Schritt nach vorne. Sicherheitskopien, die man zu Hause aufbewahrt – und das ist bei den meisten Arten der Sicherung in der Praxis der Fall – können bei Bränden, Hochwassern, Diebstählen etc. zusammen mit den Originalen abhandenkommen. In der Cloud sind sie dagegen sehr viel sicherer, auch weil der Cloud-Anbieter im eigenen System Back-ups anfertigen dürfte, was beispielsweise bei einem Hardwaredefekt wichtig ist.

Andererseits gibt man seine Daten beim Ablegen in der Cloud aus der Hand. Wer weiß, wer sie in die Hände bekommt? Dagegen lässt sich mit Verschlüsselung etwas tun. Zu bedenken ist außerdem, dass Cloud-Hoster Profis beschäftigen, welche die Systeme absichern. Der eigene PC zu Hause ist demgegenüber für Hacker leichte Beute – aber auch längst nicht ein so interessantes Ziel wie ein Cloudspeicher mit Daten von Hunderttausenden Kunden.

20 Prozent der Deutschen kümmern sich nicht um die Sicherung ihrer privaten digitalen Daten. | Quelle: obs/reichelt elektronik
20 Prozent der Deutschen kümmern sich nicht um die Sicherung ihrer privaten digitalen Daten. | Quelle: obs/reichelt elektronik

Kurz gesagt: Wie man seine Daten sichern sollte, ist eine Frage des Einzelfalls mit individueller Abwägung der Risiken. Die Umfrageerbenisse sind aber trotzdem einen Blick wert. In der Pressemitteilung von reichelt elektronik steht:

>>20 Prozent der Deutschen kümmern sich nicht um die Sicherung ihrer privaten digitalen Daten. Bei einer aktuellen repräsentativen Umfrage gaben 12 Prozent der Befragten an, dass sie ihre Daten nicht sichern. Weitere 8 Prozent wussten es nicht.

Viele Deutsche nehmen Datensicherung auf die leichte Schulter. Jeder Fünfte kümmert sich nicht darum, andere machen es nur unregelmäßig, und über die Hälfte schützten ihre Sicherungskopien nicht. Das ergab eine Umfrage, die TNS Emnid im Auftrag von reichelt elektronik durchführte. Das ist alarmierend, droht doch bei einem Absturz des Computers der Totalverlust der Daten.

Von den Befragten, die ihre Daten sichern, nutzt die Mehrheit (53 Prozent) eine externe Festplatte für ein Back-up ihrer Daten. 38 Prozent schützen diese nicht: Sie nutzen weder Passwort noch Verschlüsselung. Nur 29 Prozent legen bei der Sicherung ein Back-up ihres gesamten Systems an. 56 Prozent sichern wichtige Dokumente und Schriftverkehr, 48 Prozent Multimedia-Dateien wie Musik, Videos und Fotos. Sechs Prozent wussten nicht, ob und welche Daten sie sichern. Es waren Mehrfachnennungen möglich.

Häufigste Sicherungsart: Händisches Kopieren in unregelmäßigen Abständen

Neben der bereits erwähnten externen Festplatte werden vor allem Speichermedien wie CD, DVD, Blu-ray und USB-Sticks für die Sicherung genutzt. 15 Prozent legen Daten in der Cloud, also in einem Onlinespeicher, ab. Vergleichsweise gering ist der Anteil der Deutschen, die ihre Daten auf einer internen zweiten Festplatte (8 Prozent) oder einem NAS-Speicher (5 Prozent) sichern, obwohl diese Arten die leistungsfähigsten und sichersten sind. Das Back-up erfolgt in der Regel automatisch, es steht genug Speicherplatz zur Verfügung, und die Daten sind auf einer separaten Festplatte gesichert.

Die meisten Befragten sichern ihre Daten durch händisches Kopieren in unregelmäßigen Abständen (31 Prozent). Regelmäßig sichern 24 Prozent ihre Daten auf diese Weise. Eine Software nutzen 14 Prozent (regelmäßig) und 11 Prozent (unregelmäßig) für die Sicherung bestimmter Daten. Das gesamte System sichern 19 Prozent regelmäßig und 10 Prozent unregelmäßig.

Fast die Hälfte der Befragten, die ihre Daten sichern, schützen diese durch ein Passwort und/oder durch eine Verschlüsselung (47 Prozent). 38 Prozent verzichten auf so einen Schutz, 14 Prozent wissen nicht, ob es eine derartige Sicherung gibt.<<

Über Oliver Springer 387 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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