Testbericht Signal Messenger

Der Instant-Messenger Signal von Open Whisper Systems ist auf Sicherheit bedacht und kostenlos auf Geräten mit Android OS und iOS (Apple) nutzbar. Alle Nachrichten werden nach hohen Sicherheitsstandards verschlüsselt. Obwohl die sichere Nachrichtenübermittlung im Zentrum steht, müssen die Anwender auf Multimediafunktionen nicht ganz verzichten.

Die Anwender können kostenlos telefonieren, Textnachrichten versenden, Gruppen erstellen, Fotos und Videos verschicken. Es lassen sich Multimedia-Inhalte und Anhänge untereinander tauschen. Die Entwickler haben nach eigenen Angaben keinen Zugriff auf die Kommunikation und es findet dem Entwicklerstudio zufolge keine Speicherung der Daten statt. Entstanden ist Signal durch eine Verschmelzung der beiden Instant-Messenger RedPhone und TextSecure. Von Anfang an stand also eine Menge Know-how zur Verfügung.

Signal Messenger | Screenshot: Redaktion
Signal Messenger | Screenshot: Redaktion

Anmeldung und Sicherheit

Die Anmeldung bei Signal erfolgt mit der Handynummer und der anschließenden Eingabe einer Ziffernfolge zur Verifizierung. Nach der Verifizierung kann die App genutzt werden und ist an die eingegebene Rufnummer gebunden. Zur Kommunikation setzt Signal auf die Datenverbindung Google Cloud Messaging. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verhindert einen Datenzugriff durch Google, doch die Erhebung von Metadaten ist trotzdem möglich.

Die Sicherheit wird vor allem durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gewährleistet. Daneben ist es beispielsweise nicht möglich, Screenshots zu ertsellen – das ist auch der Grund dafür, dass wir diesen Testbericht mit Fotos bebildern.

Signal Messenger | Foto: Redaktion
Signal Messenger | Foto: Redaktion

Jede Nachricht wird verschlüsselt, wobei das bewährte TextSecure-Protokoll zum Einsatz kommt. Ein Wissenschaftler-Team der Ruhr-Universität Bochum testete das TextSecure-Protokoll im Oktober 2014 und kam zu dem Ergebnis, dass der Instant-Messenger Signal die Nachrichten sicher verschlüsselt und keine Zugriffe von externen Personen wie Hackern möglich sind.

Die Verschlüsselung gilt für Textnachrichten, Fotos, Videos, Gruppen-Nachrichten, Kontaktinformationen und Dokumente. Alle verschlüsselten Nachrichten werden im Chat mit einem Schlüssel-Icon versehen. Die Nachrichten werden in einer verschlüsselten Datenbank auf dem Smartphone oder Tablet des Anwenders gespeichert, jedoch nur, wenn dieser den Einsatz eines Passworts zur Datensicherung aktiviert hat.

Die Signal-User können über die SMS-/MMS-Funktion mit anderen Anwendern kommunizieren, die Signal nicht installiert haben. Auf Wunsch kann der Nutzer die App als Ersatz für die Standard SMS-/MMS-Anwendung einsetzen.

Signal Messenger | Foto: Redaktion
Signal Messenger | Foto: Redaktion

Chatten mit Signal

Ein Chat wird bei Signal eröffnet, indem auf einen Namen aus der Kontaktliste geklickt wird. Es besteht außerdem die Möglichkeit, Freunde einzuladen, Einstellungen vorzunehmen und einen Gruppenchat zu eröffnen. Das Chatfenster wurde in einen Header, Nachrichtenbereich und Footer mit Eingabefeld aufgeteilt. Im Eingabefeld werden die Textnachrichten eingetragen und mit einem Klick auf das Pfeil-Symbol versendet.

Alternativ lassen sich Bilder, Audionachrichten, Videos, Kontaktdaten und aktuelle Kamerabilder zum Gesprächspartner übermitteln. Die Übermittlung der audiovisuellen Botschaften bestehend aus Bildern, Videos und Audionachrichten erfolgte in unserem Test ohne Probleme. Wir konnten keine merkliche Verzögerung feststellen. Die Audionachrichten waren klar und deutlich zu verstehen, womit sich Signal von so manch anderer Instant Messaging-Anwendung positiv abhebt. Ein Gespräch kann mit Emojis aufgelockert werden.

Signal Messenger | Foto: Redaktion
Signal Messenger | Foto: Redaktion

Fazit zu unserem Test von Signal

Wir können Signal vor allem wegen der sicheren Verschlüsselung, der gebotenen Messaging-Funktionen und seiner Zuverlässigkeit empfehlen. Die Sicherheitsfunktionen dürften für Unternehmen interessant sein, die einen großen Wert auf verschlüsselte Nachrichten legen und die in sicherheitsrelevanten Branchen aktiv sind. Die Bedienbarkeit ist einfach und wir hatten beim Testen Spaß (was wirklich nicht für jeden App-Test gilt).

4 Kommentare

  1. Hallo,
    was ist denn von den ganzen Rechten zu halten die ich der App bei der Installation auf Android einräumen muss?
    Voller Zugriff auf alle Konten, komplette Identität, Kalender, Kontakte,Kamera, Mikro, Wlan, Geräte-ID. Einfach alles.
    Da können die App-Entwickler doch theoretisch dann voll drauf zu greifen, oder?

    • Hallo Maro! Je mehr Rechte man einer App einräumt, desto größer muss das Vertrauen in die jeweiligen Entwickler sein. Grundsätzlich stellt jede weitere Berechtigung ein zusätzliches Risiko dar. Eine App, die viel können soll, muss andererseits auch viel dürfen. Will man etwa mit einer Messaging App Fotos verschicken, braucht sie Zugriff auf die Kamera. Will man Audio-Nachrichten schicken oder einen Voicechat durchführen, wird man ihr erlauben müssen, das Mikro zu nutzen.

  2. Hallon Oliver,
    Eine Frage zum Datenzugriff von Signal, wie im Kommentar von „Armin Weiler“ auf playstore beschrieben:
    … Ich finde es ziemlich unverschämt, dass alle User die mich im Adressbuch haben
    eine Nachricht bekommen, nur weil ich die App installiert habe,
    ohne dass ich darüber informiert werde!

    Ist dieses Verhalten bei einer Installation wirklich so und wenn ja, wie kann man dass ggf. Abstellen?

    LG
    Eberhard

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