Was tun mit alten Handys und Smartphones?

Rohstoffe nutzen - Umwelt schonen

Sollte es bei Smartphones eine Pfandregelung wie bei Getränkeflaschen geben? Das könnte helfen, denn es liegen eindeutig zu viele alte mobile Telefone ungenutzt in deutschen Haushalten herum. Da gilt es Anreize zum Abgeben zu schaffen! Damit will ich nicht sagen, dass es keine guten Gründe dafür gäbe, nach dem Kauf eines neuen Smartphones das alte Mobiltelefon dem Recycling vorzuenthalten.

Der beste Grund von allen: Man gibt das alte Mobiltelefon an Verwandte oder Freunde weiter, die mit einem weniger neuen Modell zufrieden sind. Das ist für die Umwelt natürlich noch besser als das Gerät voreilig zu recyclen.

Bei mir kommen alte Smartphones zum Testen von Apps zum Einsatz. Auf einem alten Gerät lassen sich Apps entspannt testen, ohne das man später mit dem Hauptgerät Probleme hat und ohne dass man fürchten muss, zu viele persönliche Daten preiszugeben. Und es gibt noch mehr richtig gute Gründe, mit dem Recycling zu warten. Aber: 100 Millionen ungenutzter Mobiltelefone sind einfach viel zu viel!

Foto / Grafik: Informationszentrum Mobilfunk e.V.
Foto / Grafik: Informationszentrum Mobilfunk e.V.

Das Informationszentrum Mobilfunk informiert in einer aktuellen Pressemitteilung:

>>Anlässlich der Europäischen Woche der Abfallvermeidung, die vom 21. bis 29. November 2015 veranstaltet wird, ruft das Informationszentrum Mobilfunk (IZMF) zum möglichst langen Gebrauch sowie zur umwelt- und fachgerechten Entsorgung von Mobilgeräten auf. Rund 60 Rohstoffe stecken in einem Mobiltelefon, unter anderem Kupfer, Eisen, Gold, Silber und seltene Metalle wie Kobalt und Wolfram. Durch Recycling können diese Stoffe zum Teil zurückgewonnen und für neue Produkte genutzt werden. Einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands BITKOM zufolge hat bisher jedoch weniger als die Hälfte der Deutschen (47 Prozent) ein Handy fachgerecht entsorgt. 84 Prozent der Bundesbürger bewahren mindestens ein ausrangiertes Mobiltelefon zu Hause auf, 29 Prozent besitzen sogar zwei Altgeräte. Insgesamt 100 Millionen Althandys liegen somit laut BITKOM ungenutzt in deutschen Haushalten.

Rückgabemöglichkeiten für Verbraucher

Dabei gibt es für Verbraucher verschiedene Rückgabemöglichkeiten: Alte oder defekte Mobiltelefone können bei kommunalen Wertstoff- und Recyclinghöfen sowie bei den Mobilfunknetzbetreibern und Geräteherstellern abgegeben werden. Eine Entsorgung im Hausmüll hingegen ist gesetzlich verboten. Darüber hinaus können Bürger ihre Altgeräte im Familien- oder Freundeskreis verschenken oder über Onlineportale weiterverkaufen. Vorher sollten in jeden Fall alle privaten Daten vollständig vom Gerät gelöscht werden.

Neues Gesetz erleichtert die Handyentsorgung

Mit dem neuen Elektro- und Elektronikgerätegesetz wird die Rückgabe von Kleingeräten wie Handys und Smartphones vereinfacht. Händler sind ab sofort verpflichtet, Geräte bis zu einer Kantenlänge von 25 Zentimetern kostenlos zurückzunehmen – auch ohne Neukauf eines vergleichbaren Gerätes. Die Regelung, die EU-Vorgaben in nationales Recht umsetzt, gilt seit dem 24. Oktober 2015 für Händler mit mehr als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche. Die Übergangsfrist beträgt neun Monate.

Aktionen und Angebote des IZMF zum Thema Mobilfunk und Umwelt

Das IZMF setzt sich für eine umweltschonende Handynutzung ein, zum Beispiel mit der Althandysammelaktion HAPPY HANDY. Noch bis zum 15. Dezember 2015 können sich Vereine und Schulen unter www.altes-handy-neuer-sinn.de zur Aktion anmelden. Pro abgegebenem Gerät erhalten sie einen Euro für die Vereins- bzw. Klassenkasse. Wissenswertes rund um das Recycling von Mobiltelefonen stellt das IZMF im Factsheet „Rohstoffe und Lebenszyklus eines Mobiltelefons“ zur Verfügung. In den Unterrichtsmaterialien „Mobile Kommunikation – Umweltbewusst handeln“, die auf der IZMF-Website kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden können, sind die Fachinformationen speziell für den Einsatz in der 5. bis 8. Klasse aufbereitet.

Die Europäische Woche der Abfallvermeidung 2015 wird in Deutschland vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) koordiniert. Interessierte finden alle Informationen und Aktionen in ihrer Nähe unter www.wochederabfallvermeidung.de/.<<

Über Oliver Springer 349 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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