Work-Life-Blending: Freiwillig oder nicht?

Eine strikte Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit gibt es für viele Menschen heutzutage nicht mehr. Die modernen Kommunikationsmittel haben es möglich gemacht, permanent erreichbar zu sein, selbst beim Urlaub am anderen Ende der Welt. Dank Computern und Internet spielt es zudem in sehr vielen Fällen keine Rolle mehr, wo man sich gerade aufhält.

Man könnte also überall arbeiten, jederzeit – damit muss man erst einmal umgehen können. Die Vermischung von Arbeitszeit und Freizeit ist keine Sache, die Arbeitgeber einseitig ihren Angestellten abverlangen. Oft geht die Initiative von den Arbeitnehmern aus. Das muss keine schlechte Entwicklung sein, die Flexibilität kommt den Arbeitnehmern oft zugute, etwa wenn sie sich in der Arbeitszeit mit privaten Dingen beschäftigen können (wenngleich das nicht immer offiziell so gewollt ist).

Ob man von ständiger Erreichbarkeit und dem Arbeiten in der Freizeit gestresst ist, hängt wesentlich von der eigenen Persönlichkeit und der eigenen Einstellung ab. Trotzdem ist es wichtig, durch offizielle Regelungen für Klarheit bei allen Beteiligten zu sorgen.

Die Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland (rund 68 Prozent) checkt freiwillig in der Freizeit E-Mails, ohne dass es vom Arbeitgeber erwartet wird. Das ergab eine Umfrage des randstadkorrespondenten zum Thema "Work-Life-Blending". Umfrage zu Work-Life-Blending: Freiwillige Flexibilität oder selbstständige Pflicht? | "obs/Randstad Deutschland"
Die Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland (rund 68 Prozent) checkt freiwillig in der Freizeit E-Mails, ohne dass es vom Arbeitgeber erwartet wird. Das ergab eine Umfrage des randstadkorrespondenten zum Thema „Work-Life-Blending“. Umfrage zu Work-Life-Blending: Freiwillige Flexibilität oder selbstständige Pflicht? | „obs/Randstad Deutschland“

Interessant sind in diesem Zusammenhang die Ergebnisse einer Umfrage des randstadkorrespondenten. Der Personaldienstleister Randstad schreibt in einer Pressemitteilung:

>>Wie lassen sich Beruf und Privatleben am besten miteinander vereinbaren? Ein viel diskutiertes Thema, an dem sich die Geister scheiden. Nach Work-Life-Balance ist jetzt das Work-Life-Blending in aller Munde – die Verschmelzung von Arbeit und Freizeit. Das entspricht allerdings nicht dem Wunsch der Arbeitnehmer, wie die aktuelle Umfrage des randstadkorrespondenten zu dem Thema zeigt.

Die Mehrheit der Befragten (rund 67 Prozent) wünscht sich eine strikte Trennung von Job und Privatleben. Doch im Alltag ist diese schon längst aufgehoben – und zwar auch durch die Arbeitnehmer selbst. Die Mehrheit von ihnen (rund 68 Prozent) checkt freiwillig in der Freizeit E-Mails, ohne dass es vom Arbeitgeber erwartet wird. Ein Widerspruch in sich?

Über 2000 Arbeitnehmer wurden zu dem Thema Work-Life-Blending befragt. 51 Prozent haben den Eindruck, dass ihr Arbeits- und Privatleben bereits miteinander verschmelzen. Ob sie dies als Belastung empfinden, darüber sind die Umfrage-Teilnehmer gespaltener Meinung. Rund 59 Prozent kreuzten die Antwort „teils, teils“ an. „Ein Vorteil von Work-Life-Blending ist sicherlich die Flexibilität. In einigen Branchen können die Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit zunehmend selbst organisieren. Dass E-Mails auch außerhalb des klassischen Acht-Stunden-Tags abgerufen werden, ist schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Andersherum werden auch private Dinge während der Arbeitszeit erledigt. Zum Nachteil wird es dann, wenn die flexible Arbeitszeit zu Lasten der Arbeitnehmer ausgeweitet wird und somit ein Abschalten vom Job gar nicht mehr möglich ist. Hier sind auch die Arbeitgeber gefragt, zukunftsfähige Modelle zu entwickeln“, so Petra Timm, Director Communications bei Randstad Deutschland. Rund 61 Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig unbezahlte Überstunden zu leisten.<<

Über Oliver Springer 351 Artikel

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik …

Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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