Kann ich Recherchearbeiten ebenfalls in Rechnung stellen?

Nicht jeder Text schreibt sich wie von selbst. Bei so manchem Textauftrag ist es erforderlich, sich zunächst auf Recherche zu begeben. Abhängig vom Thema des Auftrags kann es sogar sein, dass dem Recherchieren von Informationen eine höhere Bedeutung als dem eigentlichen Schreiben des Textes zukommt. Gerade in solchen Fällen ist es nicht ungewöhnlich, dass die Recherche viel Zeit in Anspruch nimmt.

Doch leider wird nicht jeder Texter hierfür bezahlt – zumindest nicht in direkter Form. Besonders freiberuflich arbeitende Autoren und Redakteure werden häufig auf Basis der Anzahl an Wörtern oder Anschlägen vergütet. Hierdurch wird die Recherchearbeit in ein ungünstiges Licht gerückt. Je mehr Zeit die Recherche in Anspruch nimmt, desto unattraktiver wird der Auftrag für den Texter. Als Folge kann es passieren, dass der Autor zwar eine gute Arbeit abliefert, dafür jedoch schlecht bezahlt wird. Oder er geht bewusst einen Kompromiss ein, der sich in der Qualität des Textes widerspiegelt.

Ein Blick in die Praxis

Angesichts dieser Problematik haben sich bereits viele Texter mit der Frage beschäftigt, ob es möglich ist, die Recherche von der eigentlichen Schreibarbeit abzukoppeln und sie zusätzlich in Rechnung zu stellen. Manchmal ist dies jedoch leichter gesagt als getan, so mancher Auftraggeber möchte für diese Arbeit nicht zusätzlich bezahlen. Weil die Thematik insgesamt als sehr komplex gilt, haben sich verschiedene Lösungen etabliert.

Redakteur in Festanstellung: In bestimmten Umfeldern kommt der Recherche eine sehr hohe Bedeutung zu und wird daher als essentieller Bestandteil des Jobs betrachtet. Verlage vergeben solche Arbeiten daher gerne an fest angestellte Mitarbeiter. Deren Vergütung erfolgt auf Basis ihrer Arbeitszeit, wodurch sich der Rechercheaufwand gut unterbringen lässt.

Auftraggeber engagiert Experten: Verlage und andere Auftraggeber suchen ihre Textproduzenten sehr gezielt aus. Gefragt sind vor allem Experten, weil diese im Regelfall bestens Bescheid wissen und daher nicht lange recherchieren müssen. Gerade in solchen Fällen kommt es häufig vor, dass Recherchearbeiten nicht zusätzlich vergütet werden. Experten können allerdings eine höhere Vergütung erzielen.

Festpreis pro Text: Einige Auftraggeber und Texter verständigen sich auf eine Textabrechnung zum Festpreis. Oft wird lediglich eine Mindestanzahl an Wörtern definiert, die pauschale Vergütung deckt sowohl die Recherche als auch die Schreibarbeit ab.

Individuelle Absprachen: Je nach Art des Auftrags bietet sich manchmal das Treffen einer individuellen Vereinbarung an. Solch eine Absprache kann beispielsweise vorsehen, dass Recherchearbeiten separat nach Zeit abgerechnet werden.

Fazit

Es existiert keine einheitliche Regelung, stattdessen kommt es ganz darauf an, ob sich Texter und Auftraggeber auf eine Lösung verständigen können, mit der beide Seiten einverstanden sind. Entscheidend ist vor allem die Art des Auftrags: Je offensichtlicher eine intensive Recherche erforderlich ist, desto eher wird sie zusätzlich vergütet.

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