Vergütung bei schwierigen Textaufträgen richtig aushandeln

So gut wie jeder Texter hat sich bereits einmal im Nachhinein über die Annahme eines Auftrags geärgert, weil die damit verbundene Arbeit in keinem Verhältnis zur Vergütung stand. So mancher Textauftrag scheint nämlich auf den ersten Blick sehr attraktiv zu sein, obwohl er in Wirklichkeit deutlich mehr Arbeit erfordert, als zunächst vermutet wird.

Es gibt eine ganze Reihe an Bereichen, in denen Aufträge dieser Art anzutreffen sind oder sogar als üblich gelten. Texter sollten diese Bereiche kennen, damit sie Verhandlungen über die Vergütung richtig angehen. So ist es nämlich möglich, entsprechende Aufträge rechtzeitig als solche zu erkennen, um anschließend eine angemessene Bezahlung auszuhandeln oder sie lieber abzulehnen.

Textaufträge, bei denen Mehrarbeit lauert

Im Kern gibt es zwei Arten von Aufträgen, bei denen unerwartete Mehrarbeit lauern kann. Da wären zunächst Texte, die eine umfassende Recherche voraussetzen. Je nach Thema kann die Recherche um ein Vielfaches länger als das eigentliche Verfassen des Textes dauern. Das ist kein Problem, wenn dieser Zusatzaufwand entsprechend eingepreist wird. Gerade in den Bereichen Gesundheit, Technik oder Reisen sind derartige Aufträge häufiger anzutreffen.

Bei der zweiten Art handelt es sich um Textaufträge, bei denen das Formulieren im Vordergrund steht. Ein ganz typisches Beispiel sind Werbetexte. Hier geht es einzig und allein darum, dass der Text am Ende so klingt, wie es sich der Kunde wünscht. Bei solchen Texten dauert die Erstellung manchmal mehrere Stunden, obwohl sie im Grunde nur einige hundert Wörter umfassen – und nicht selten bedarf es nach Rücksprache mit dem Auftraggeber noch einiger Anpassungen. Dementsprechend macht es dort wenig Sinn, auf Basis der geschriebenen Wörter abzurechnen. Ähnlich verhält es sich im Übrigen bei Katalogtexten und Pressearbeit.

Möglichkeiten der Vergütungsgestaltung

Sofern es aufgrund des erhöhten Aufwands nicht gerechtfertigt erscheint, nach Anzahl der geschriebenen Worte abzurechnen, gilt es, eine Alternative zu finden. Viele Texter handeln im Bedarfsfall eine Abrechnung nach Zeit aus, was im Grunde am fairsten ist, denn am Ende bezahlt der Kunde für die tatsächlich erbrachte Leistung.

Allerdings gibt es Kunden, die es aus Gründen der Kostensicherheit vorziehen, Pauschalbeträge zu vereinbaren. Aus Sicht des Texters kann solch eine Vereinbarung sehr attraktiv sein, da sich unter Umständen überdurchschnittlich gute Verdienste erzielen lassen. Allerdings kann auch der gegenteilige Fall eintreten, weil der zeitliche Arbeitsaufwand unterschätzt wurde. Unerfahrene Texter sollten daher vorsichtig sein und ggf. erst einen „Probetext“ abliefern, um so zu ermitteln, ob ihre Kalkulation aufgeht.

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