Fernsehen? Die Zukunft gehört dem Streaming!

Am Freitag war Welttag des Fernsehens. Seit dem ersten UNO-Weltfernsehforum im Jahr 1996 wird er jedes Jahr am 21. November begangen. Vielleicht wird es Zeit, ihn durch einen Welttag des Streamings zu ersetzen. Immerhin nimmt die Bedeutung des Streamings – nicht nur bei Bewegtbildinhalten – in den letzten Jahren in hohem Tempo zu.

Ich glaube, dass das klassische Lineare Fernsehen – ob auf den traditionellen Verbreitungswegen oder als Stream im Internet – in den kommenden Jahren massiv an Bedeutung verlieren wird. Noch bremsen verschiedene Faktoren die Entwicklung und doch schreitet die Entwicklung schnell voran. Zum Teil fehlt es am notwendigen Ausbau der Breitbandnetze, sowohl für Highspeed-Internet über Festnetzanschlüsse als auch beim mobilen Internet. Es hakt außerdem bei der Lizenzierung, sodass viele beliebte Serien, Filme und andere Inhalte nur eingeschränkt oder gar nicht als Stream verfügbar sind. Mangelnde technische Kenntnisse in der Bevölkerung sorgen ebenfalls dafür, dass die Vorteile von Streaming vielen Menschen noch nicht zugute kommen.

Klar ist allerdings: Der Trend zum Streaming wird für große Veränderungen beim Medienkonsum sorgen. eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. schreibt in einer Pressemitteilung zu diesem Thema:

>>Ob Musik, Serien oder Filme – für Millionen Deutsche gehört Streaming inzwischen zum Alltag. Dienste wie Spotify, Netflix oder Amazon Instant Video wachsen konstant. Ein Ende der Entwicklung ist noch lange nicht in Sicht: Wie der eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. (www.eco.de) im Rahmen des Welttages des Fernsehens am 21. November 2014 feststellt, wird Streaming die Medienwelt in den kommenden Jahren von Grund auf verändern. Zuletzt ließ der öffentlichkeitswirksame Rückzug der Pop-Sängerin Taylor Swift aus der Spotify Bibliothek Zweifel an der Langlebigkeit von Streaming-Geschäftsmodellen aufkommen. Für Michael Westphal, Leiter der eco Kompetenzgruppe Streaming Media (https://streaming-media.eco.de), nur ein prominenter Einzelfall: „Allein in der Musikbranche hat sich Streaming zum absoluten Erfolgsmodell entwickelt – die kontinuierlich steigenden Nutzerzahlen und sinkenden MP3-Downloads sprechen eine klare Sprache. Erst im Juni diesen Jahres wurden bundesweit erstmals mehr als eine Milliarde Streams pro Monat gemessen“, so der Streaming-Experte.

Streaming verändert die TV- und Gamingbranchen

Auch das Streamingangebot für Filme und Serien wird in Deutschland immer attraktiver und beliebter – mehr als 50 Prozent aller Bundesbürger nutzen es bereits regelmäßig. Aufwendige und populäre Eigenproduktionen der Anbieter wie „House of Cards“ untergraben dabei sogar mit großem Erfolg das bisherige Serienmonopol klassischer TV-Sender. Sogar in der PC- und Konsolenspielebranche wird Streaming in den nächsten Jahren laut eco Verband massiv an Bedeutung gewinnen: Viele Anbieter wie Sony, Valve oder Square Enix testen bereits erste sogenannte Remote-Gaming Lösungen. Die geplanten Dienste bringen aktuelle Spiele direkt von zentralen Servern verzögerungsfrei auf den heimischen Bildschirm. Westphal ist überzeugt: „Für die Spielehits von morgen wird eine schnelle Internetverbindung wichtiger sein als leistungsstarke Konsolen oder PCs. Die ersten Spiele-Streamingdienste werden voraussichtlich schon 2015 verfügbar sein.“

Experten prognostizieren Nischendasein für optische Datenträger

Laut Westphal wird Streaming die klassischen Medien aber auch in Zukunft nicht komplett verdrängen: „Optische Datenträger wie CDs, DVDs oder Blu-rays sowie digitale Downloads werden so schnell nicht völlig verschwinden, aber als Liebhaber- und Sammlerobjekte ein Nischendasein pflegen – so wie es heute etwa schon für die Vinylplatte der Fall ist.“<<

Über Oliver Springer 349 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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