LTE ist keine echte Alternative zu DSL, VDSL und Kabelinternet

Ohne Frage ist LTE für zu Hause besser als gar kein schnelles Internet. Die Anschlüsse liefern mitunter hohe Bandbreiten in Gebieten, die vorher nur sehr schlecht mit Breitband-Internet versorgt wurden. Wenn überhaupt! Und ohne schnelles Internet geht es heute einfach nicht mehr, weder privat noch im geschäftlichen Bereich.

Eine wirkliche Alternative zu DSL-Anschlüssen oder gar VDSL-Anschlüssen oder Kabelinternet sind die LTE-Angebote für zu Hause jedoch nicht. Das liegt zum Teil an den tatsächlich erreichten Bandbreiten, doch was das angeht, sieht es bei anderen Zugangsarten oft ebenfalls enttäuschend aus. Unter halbwegs guten technischen Bedingungen sind LTE-Anschlüsse für zu Hause für die meisten Anwendungen nach heutigen Maßstäben schnell genug. Das Hauptproblem sind die Volumenbeschränkungen. Wie bei Daten-Flatrates für Smartphones setzt ab einem bestimmten Traffic-Volumen eine Drosselung ein, anschließend fließen die Daten für den Rest des jeweiligen Abrechnungszeitraums sehr viel langsamer.

Sicher, ohne Traffic-Limits beim mobilen Internet wären die Engpässe bei der erreichten Bandbreite sehr viel schlimmer. Fraglich ist allerdings, ob die Traffic-Limits so eng bemessen sein sollten, wie sie das in der Mehrzahl der LTE-Tarife für zu Hause bis jetzt sind. Denkbar wäre, in sehr dünn besiedelten Regionen großzügiger zu sein. Problematisch sind die Traffic-Limits ganz besonders dann, wenn regelmäßig Videostreams in annehmbarer Qualität angeschaut werden sollen. Dabei kommen in kurzer Zeit nämlich sehr große Datenmengen zusammen, das gilt erst recht bei Full-HD-Auflösung oder gar Ultra-HD-Auflösung.

teltarif-Logo | Bild: www.teltarif.de
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Die Experten von teltarif.de schreiben über LTE für zu Hause als Alternative zu anderen Internetzugangsarten in einer Presseinfo:

>>Wer auf dem Land wohnt, hat meist Probleme einen DSL- oder Kabelanschluss für schnelles Internet zu bekommen. Hoffnungsträger für dünn besiedelte Regionen ist die Mobilfunk-Technik LTE. Sowohl die Deutsche Telekom, Vodafone als auch o2 bieten entsprechende Tarife an. Obwohl es sich bei LTE um eine Funktechnik handelt, unterscheidet sich die Handhabung bei der Internetnutzung nicht von der über DSL oder TV-Kabel. Die Anbieter stellen dafür einen speziellen Router mit LTE-Schnittstelle zur Verfügung, an den der PC ganz normal angeschlossen wird. „Wer in ländlichen Gebieten wohnt und keinen Zugang zu schnelleren Internet-Anschlüssen hat, für den können sich LTE-Zuhause-Tarife lohnen. Allerdings müssen Nutzer immer mit schwankenden Geschwindigkeiten und einer Drosselung des Highspeed-Volumens rechnen“, sagt Bettina Seute vom Onlinemagazin teltarif.de.

Anbieter für stationäre LTE-Tarife versprechen je nach Tarif Geschwindigkeiten zwischen 7,2 und 100 Megabit pro Sekunde. Doch die angebotene Maximalgeschwindigkeit wird selten erreicht. Die Mobilfunk-Technik ist ein Shared-Medium: Das bedeutet, je mehr Nutzer über die gleiche Funkzelle ins Netz gehen, umso langsamer wird das Internet für jeden Einzelnen. Zudem haben die Tarife immer eine volumenabhängige Drosselung der Übertragungsgeschwindigkeit. Das bedeutet, nach Verbrauch des Highspeed-Volumens bleibt der Anschluss für den Rest des Monats langsam. „In der Regel sind LTE-Tarife für zu Hause mit 10, 15 oder 30 Gigabyte ungedrosseltem Datenvolumen erhältlich. Für das normale surfen reichen diese Mengen aus. Wer gern Videos streamt und andere datenhungrige Anwendungen nutzt, stößt schneller an Grenzen“, sagt Seute. Wenn das Inklusiv-Volumen mal schneller aufgebraucht ist, können Kunden aber auch gegen einen Aufpreis zusätzliches dazu buchen.

Die Provider haben nicht überall gleichermaßen ihre Funkmasten verteilt, so dass die Anbieter-Wahl gering ist. Um herauszufinden, ob LTE an der eigenen Adresse überhaupt verfügbar ist, können Sie auf den Karten zur Netzabdeckung der Mobilfunk-Anbieter nachschauen: „Auf den Webseiten von Telekom, o2 und Vodafone gibt es recht detaillierte Deutschland-Karten, welche auch die LTE-Verfügbarkeit anzeigen“, weiß Seute. Weiterhin sollten Kunden die Augen offen halten: Gegen Ende des Jahres will die Telekom ein Hybrid-Angebot auf den Markt bringen. Es soll DSL und LTE vereinen. Schmalbandige Anwendungen – wie E-Mails – werden dann über die DSL-Leitung übertragen und schonen so das Highspeed-Volumen des LTE-Tarifs.<<

Mehr Informationen zu LTE zu Hause hat das Portal unter www.teltarif.de/lte zusammengestellt. LTE-Tarife finden lassen sich mit dem Rechner auf www.teltarif.de/breitbandrechner.

Über Oliver Springer 349 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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