Ist der Internetanschluss schnell genug für HD-Videos? Speedtests sagen nicht alles

Manche Internetprovider beginnen 2014 bereits mit dem Schalten von 200-MBit/s-Anschlüssen. In Zukunft werden wir so schnelle (und noch schnellere!) Internetzugänge zu Hause brauchen, doch derzeit reicht für die allermeisten Haushalte ein 50-MBit/s-Anschluss völlig aus. Für Videostreaming in HD, Full-HD oder sogar in 4K-Auflösung muss der Internetzugang nicht schneller sein, selbst wenn man mit mehreren anderen Personen die Bandbreite zu Hause teilen muss.

Doch wie schnell ist der Internetanschluss eigentlich? An den Namen oder Daten der Tarife kann man sich zwar orientieren, doch in aller Regel ist von Datenraten mit einer Geschwindigkeit „bis zu“ die Rede. Feste Zusagen sind selten. Die einfachste Möglichkeit zum Nachprüfen bieten Speedtests im Internet, mit denen man in rund einer Minute messen kann, wie schnell der eigenen Internetzugang ist.

Allerdings handelt es sich hier immer nur um Momentaufnahmen. Deshalb sollte man mehrmals (zu unterschiedlichen Tageszeiten und an unterschiedlichen Wochentagen) messen und das mit mehreren Speedtest-Anbietern. Die Ergebnisse unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter erheblich, sodass man sich nicht auf die ermittelten Werte verlassen sollte. Durch die Messung mit mehreren Speedtest-Anbietern gelangt man immerhin zu genaueren Werten.

teltarif-Logo | Bild: www.teltarif.de
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Allerdings gibt es viele Faktoren, welche die Messung zusätzlich beeinflussen. Zu diesem Thema raten die Experten des Portals teltarif.de in einer Presseinfo:

>>Sie haben einen Internet-Anschluss mit bis zu 100 MBit/s gebucht und wollen wissen, ob die versprochene Geschwindigkeit ankommt? Zahlreiche Internetseiten bieten dafür einen sogenannten Speedtest. Während des Tests werden Daten von einem externen Server sowohl herunter- als auch hochgeladen. Aus der Übertragungszeit errechnet sich die Geschwindigkeit. Die Ergebnisse geben einen Anhaltspunkt, aber verlassen sollten sich Verbraucher nicht zu sehr auf einzelne Tests. Trotz derselben Geräte und Anschlüsse können Messungen voneinander abweichen. Messen Sie lieber zu unterschiedlichen Uhrzeiten über einen längeren Zeitraum. „Selten erreichen Internet-Anschlüsse das maximale Tempo und sind zudem großen Schwankungen ausgesetzt. Über die Hälfte der vereinbarten maximalen Datenrate sollte der Anbieter im Durchschnitt aber liefern können“, sagt Bettina Seute vom Onlinemagazin teltarif.de.

Die Bandbreite kann nie zu hundert Prozent bestimmt werden, denn zahlreiche Faktoren beeinflussen eine Auswertung. Tester können aber mögliche Störfaktoren beseitigen. Einen Speedtest führen Sie möglichst über ein Netzwerkkabel und nicht über WLAN aus. Nutzer sollten vor einer Messung offene Anwendungen und den Virenscanner schließen. Auch weitere Rechner oder Geräte sollten während der Testphase das Internet nicht beanspruchen. Am besten funktionieren Speedtests, wenn die heruntergeladenen Testdateien auf einem regionalen Server liegen. Wer Testdateien beispielsweise von einem Server aus den USA herunterlädt, wird keine zuverlässigen Werte erhalten. „Auf Seiten wie speedtest.net können Nutzer einen Server ganz in ihrer Nähe wählen“, weiß Seute.

Zurecht ärgern sich Kunden, wenn viel weniger Bandbreite ankommt als erwartet. Aber nicht immer ist der Anbieter Schuld. Wer zu Hause über WLAN surft, sollte darauf achten, dass der Router richtig platziert ist. Weil Funkwellen auf ihrem Weg zum Ziel viele Wände und andere Hindernisse durchdringen müssen, sollten Router möglichst frei, erhöht und zentral in der Wohnung stehen. Dann funken die Geräte in der Regel zuverlässiger. Es kann auch sein, dass die WLAN-Schnittstelle älterer Router gar nicht für die maximale Bandbreite geeignet ist – dann kommt es zu einem sogenannten Flaschenhals. Hier hilft dann nur ein neues Gerät. „Wenn die Hardware stimmt und das Internet trotzdem lahmt, wenden Sie sich an Ihren Provider. Im Vorfeld durchgeführte Speedtests, können einen Anhaltspunkt liefern“, sagt Seute.<<

Über Oliver Springer 349 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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