Überwachung: WLAN nur bei Bedarf einschalten?

Ohne WLAN-Funktionen wären manche Gerätearten kaum erfolgreich bzw. gäbe es sie vielleicht gar nicht. WLAN gehört für den Großteil der Bevölkerung heute zum Alltag, sodass über Gefahren kaum noch nachgedacht wird. Hier sollt es nicht um den Zugriff Dritter auf das heimische Netzwerk gehen oder um den Leichtsinn bei der Nutzung offener Netze in öffentlichen HotSpots.

Probleme können sogar dort auftreten, wo man gar kein WLAN nutzt. Wenn ein Smartphone oder ein anderes Gerät nämlich mit aktivierter WLAN-Funktion durch die Gegend getragen wird, verrät es gewisse Informationen über den Besitzer dieses Geräts. Wenn dadurch beispielsweise durch Dritte Bewegungsprofile erstellt werden können, zählt das zwar nicht gerade zu den größten Gefahren moderner Technik. Allerdings sollte sich jeder Besitzer eines WLAN-fähigen mobilen Endgeräts fragen, ob er solche Risiken eingehen möchte.

Computermagazin c’t in seiner Ausgabe 21/14 | Bild: Heise Medien Gruppe GmbH & Co. KG
Computermagazin c’t in seiner Ausgabe 21/14 | Bild: Heise Medien Gruppe GmbH & Co. KG

Die Experten der c’t schreiben zu diesem Thema in einer Presseinfo zur neuen Ausgabe:

>>Smartphones führen ein heimliches Doppelleben als Peilsender: Sie verschicken regelmäßig WLAN-Pakete mit eindeutiger Kennung. Schnüffler können dadurch Bewegungsprofile erstellen, selbst wenn die WLAN-Funktion im Handy abgeschaltet ist. Wer sich in die Untermenüs seines Smartphones begibt, kann das jedoch unterbinden, schreibt das Computermagazin c’t in der aktuellen Ausgabe 21/14.

Smartphones und Tablets versenden ständig kleine Datenpakete, die unter anderem die individuelle Hardware-Adresse enthält, die ein Mobilgerät eindeutig identifiziert. „Wer den WLAN-Datenverkehr längere Zeit aufzeichnet, kann also mühelos herausfinden, wann und wie oft etwa ein Smartphone und damit auch dessen Besitzer an einen Ort zurückkehrt“, erklärt c’t-Redakteur Ronald Eikenberg. „Wird an mehreren Stellen geschnüffelt, können sogar Bewegungsprofile erstellt werden.“ Noch mehr Informationen liefert die ebenfalls überlieferte Liste bisher verwendeter WLANs, womit sich sogar der Arbeitgeber oder straßengenau das Zuhause des Anwenders herausfinden lässt.

Manche Geräte verschicken die Informationen sogar, wenn sie im Standy-by-Modus sind oder WLAN abgeschaltet ist. „Wer so ein Smartphone oder Tablet in der Tasche hat, sendet also ständig ein Ortungssignal“, erklärt c’t-Experte Ronald Eikenberg. „Besonders negativ ist uns dabei die aktuelle Nexus-Generation von Google aufgefallen.“

Ob die Technik zur Überwachung oder gezielter Werbung eingesetzt wird, ist kaum nachzuweisen. Inzwischen weiß man aber von einem Flughafen und einem Einkaufszentrum, dass sie ihre Kunden gezielt per WLAN ausspionieren.

Wenn man sich der Überwachung entziehen will, sollte das WLAN nur einschalten, wenn man es braucht. Android-Anwender können zusätzlich in den erweiterten WLAN-Einstellungen das Häkchen bei der Funktion „Erkennungsfunktion immer verwenden“, entfernen. Es gibt auch Apps, die dabei helfen, die WLAN-Funktion gezielt zu verwalten: Mit den Automatisierungs-Tools Tasker und Llama etwa kann man WLAN-Schnittstellen ortsabhängig ein- und ausschalten.<<

Über Oliver Springer 351 Artikel

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik …

Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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