Ist Cloud-Speicher eine Alternative zu Festplatten?

Einer aktuellen Umfrage des BITKOM zufolge können sich 20 Millionen Deutsche vorstellen, ihre Daten künftig nicht mehr auf lokalen Speichermedien wie Festplatten oder USB-Sticks zu lagern, sondern ganz auf die Cloud zu setzen. Ehrlich gesagt kann ich das nicht glauben. Gerade in Deutschland ist die Angst vor dem Ausspähen von Daten durch Dritte – seien es Kriminelle oder seien es staatliche Stellen wie Geheimdienste – besonders ausgeprägt. Ich will hier nicht darauf eingehen, ob diese Sorgen berechtigt sind.

Doch wenn Daten „irgendwo“ im Internet gespeichert werden – wer kann schon nachprüfen, wo seine Daten abgelegt werden? – muss man dem betreffenden Anbieter vertrauen – auch insoweit, dass dieser einen Zugriff Dritter verhindern kann. Sicher, bei vielen leichtsinnigen Durchschnittsnutzern sind die Daten auf einer mit dem eigenen PC verbundenen Festplatte weniger sicher als bei einem auf Cloud-Speicherung spezialisierten Anbieter. Aber wer von den Betroffenen schätzt die Situation tatsächlich so ein? Ich kann mir die Ergebnisse der Umfrage nur so erklären, dass ein großer Teil der Befragten sich (so gut wie) gar nicht mit den Risiken von Cloud-Speichern befasst hat.

Ich bin übrigens überzeugter Cloud-User, aber ich kann mir gerade nicht vorstellen, sämtliche Daten online abzulegen. Bestimmte Daten gibt man im Zweifel lieber nicht aus der Hand, selbst wenn man sie verschlüsselt hat. In der Pressemitteilung des BITKOM erfahren wir über die Umfrage:

>>Viele Verbraucher möchten künftig auf Festplatten oder USB-Sticks vollständig verzichten. Gut jeder dritte Internetnutzer (36 Prozent) ab 14 Jahren kann sich vorstellen, seine Daten in Zukunft nur noch online zu speichern. Dies entspricht rund 20 Millionen Bundesbürgern. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM. „Cloud-Speicher haben wesentliche Vorteile: Speicherplatz ist faktisch unbegrenzt vorhanden, Nutzer können von überall darauf zugreifen und Dokumente können schnell geteilt werden“, sagt Andreas Nowottka, Vorstandsvorsitzender des Kompetenzbereichs ECM im BITKOM. 7 Prozent der Internetnutzer speichern bereits heute ihre Dateien ausschließlich im Internet.

Derzeit verwendet mehr als jeder vierte Internetnutzer (27 Prozent) Dienste wie Dropbox, Google Drive oder Microsoft OneDrive. Dies entspricht 15 Millionen Bundesbürgern. 90 Prozent machen dies für private Zwecke. Dabei nutzen Verbraucher die Cloud aus unterschiedlichen Gründen. Drei Viertel der Privatnutzer (74 Prozent) teilen über Online-Speicher bestimmte Dateien wie Fotos und Dokumente mit Freunden und Bekannten. 43 Prozent möchten so ihre persönlichen Daten vor einem technischen Verlust schützen. Zwei von fünf Privatnutzern (40 Prozent) schätzen, dass sie dadurch von überall auf ihre Dateien zugreifen können. Jeder Vierte (25 Prozent) nutzt Cloud-Speicher, um persönliche Dateien zu archivieren.

Viele Privatnutzer organisieren ihren Cloud-Speicher mittlerweile über ein Mobilgerät. Fast jeder Zweite (45 Prozent) nutzt dafür ein Smartphone, jeder Dritte einen Tablet-Computer (34 Prozent). Laptops und Desktop-PCs sind bei Anwendern aber immer noch gesetzt: 85 Prozent der Privatnutzer verwalten damit ihre Online-Speicher.

Hinweis zur Methodik: Basis der Angaben ist eine repräsentativen Umfrage, die Bitkom Research in Zusammenarbeit mit Aris im Auftrag des BITKOM durchgeführt hat. Befragt wurden 1.006 Personen ab 14 Jahren, davon 783 Internetnutzer.<<

Über Oliver Springer 353 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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