TÜV Rheinland warnt vor Apps, die Kriminelle über die Abwesenheit von Urlaubern informieren

Sieht man Eurer Wohnung bzw. Eurem Haus sofort an, ob jemand zu Hause ist? Würdet Ihr ein entsprechendes Schild aufhängen, damit jeder Fremde sofort weiß, ob jemand da ist, der aufpasst? Natürlich nicht. An anderer Stelle sind sehr viele Menschen dagegen ganz leichtsinnig, was das angeht.

Beim Einsatz von Apps auf mobilen Endgeräten weiß man selten, wer die dabei anfallenden Daten tatsächlich auswertet. Vor der Installation kritisch zu prüfen, ob man dem jeweiligen Anbieter die eingeforderten Rechte gewähren will, hilft zwar. Allerdings können bestimmte sinnvolle Funktionen nur dann genutzt werden, wenn man entsprechende Rechte einräumt. Das sagt allerdings nichts darüber aus, was der App-Entwickler sonst noch vor hat.

Unter Umständen verrät man so nämlich Kriminellen, dass man wochenlang nicht zu Hause ist, was zum Einbruch ermutigen kann. Diese Gefahr ist real, aber viele User verraten sich durch die ganz normale Nutzung seriöser Apps, etwa durch das Veröffentlichen von frischen Urlaubsfotos oder Tweets mit Flugnummern.

Der TÜV Rheinland überprüft Apps auf deren Datensicherheit. Über rund 120 Apps kann man sich auf der Website des TÜV Rheinland schon informieren.

In einer Pressemitteilung warnt der TÜV Rheinland:

>>Es ist ein trauriger Rekord, den die aktuelle Kriminalstatistik notiert: Im Jahr 2013 gab es so viele Haus- und Wohnungseinbrüche wie seit 15 Jahren nicht mehr. Alle drei bis vier Minuten wird in Deutschland ein Einbruch begangen. Besonders gefährdet ist das Hab und Gut in der Ferienzeit, wenn Wohnungen und Häuser lange verwaist sind. Kurios: Mitunter geben die Bewohner selbst den Einbrechern den Tipp für einen lohnenden Bruch. „Wohl niemand würde seinen Familienurlaub per Zeitungsanzeige öffentlich machen. Das würde Verbrecher ja geradezu einladen. Im Prinzip machen aber viele genau das – weil sie unsichere Apps nutzen“, weiß Ralph Freude, TÜV Rheinland-Experte für Informationssicherheit.

Zugriff über unsichere WLANs Restaurant- und Hotelfinder, Navigationshilfe, Chat- und Übersetzungsdienste: Manche dieser praktischen Apps rufen im Hintergrund etwa über GPS die Standortdaten des Urlaubers ab oder lesen dessen Telefonbuch aus. „Unbefugte können diese Daten abgreifen, zum Beispiel über unsichere WLAN-Verbindungen am Flughafen, im Hotel oder Internetcafé“, sagt Freude. Wer am anderen Ende der Welt per App online eine Pizzeria sucht, gibt Einbrechern damit womöglich den ungewollten Hinweis, dass sich das verlassene Eigenheim gerade ungestört ausräumen lässt. „Viele Nutzer wissen gar nicht, welche sensiblen Daten die diversen Smartphone- und Tabletanwendungen abfragen“, so Ralph Freude. Auch wer Urlaubsfotos, Hinweise auf den Wohnort, das Ferienziel und die Dauer des Aufenthalts in sozialen Netzwerken postet, handelt fahrlässig. „Für Cyberkriminelle sind diese Informationen leicht zu finden und bares Geld wert“, so Ralph Freude.

Im Zweifel offline bleiben

Ob eine App kostenlos ist oder nicht oder von einer der großen Vertriebsplattformen heruntergeladen wurde, sagt nichts über deren Sicherheit aus. In der Regel sind die offiziellen Portale frei von betrügerischen Apps. Einige App-Anbieter lassen sich jedoch mehr Nutzungsrechte einräumen, als für die Funktion der eigentlichen als für die Funktion der eigentlichen Anwendung notwendig sind. Umso wichtiger ist es, die leider oft schwer verständlichen Nutzungsbedingungen der Apps gründlich zu lesen und im Zweifel auf den Download allzu neugieriger Programme zu verzichten.

Mit TÜV Rheinland-Siegel persönliche Daten schützen

Einen Hinweis auf datensichere Apps gibt das TÜV Rheinland-Prüfzeichen für mobile Applikationen. Das „Check Your App“-Siegel tragen Anwendungen, welche die gesetzlichen Datenschutzbestimmungen erfüllen und bei TÜV Rheinland ein strenges Testverfahren erfolgreich durchlaufen. Im Fokus stehen dabei Transparenz und Angemessenheit bei der Datenerhebung, bei der Informationsübermittlung, Speicherung, Verarbeitung und Weitergabe an Dritte. Positiv geprüfte Apps werden auf der Website www.checkyourapp.de von TÜV Rheinland veröffentlicht und können bedenkenlos genutzt werden – egal wo man sich gerade aufhält. Derzeit sind 120 Apps gecheckt.<<

Über Oliver Springer 353 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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