76 Prozent der Berufstätigen während ihres Urlaubs erreichbar

Es scheint sehr lange her zu sein, dass es normal war, im Urlaub für Kollegen und Chef unerreichbar zu sein. Wer verreiste, war wirklich weg. Ihn doch irgendwie zu erreichen war zwar nicht unmöglich, aber mit einem gewissen Aufwand verbunden. Einfach mal anrufen oder mailen, das ging nicht.

Theoretisch könnte fast jeder Arbeitnehmer so abschalten, dass er unerreichbar bleibt, bis sein Urlaub zu Ende ist. Tatsächlich bleiben drei von vier Arbeitnehmern in Deutschland während ihres Sommerurlaubs beruflich erreichbar. Ein angenehmer Klingelton, welcher der momentanen Situation angepasst ist, lässt Störungen zwar weniger unangenehm wirken. Doch wie soll man sich erholen, wenn man bereits auf dem Weg zum Frühstücksbuffet von den Problemen am Arbeitsplatz eingeholt wird – oder das Dösen im Strandkorb unterbrechen muss, um mit dem Smartphone eine E-Mail aus der Firma zu beantworten?

BITKOM Grafik Erreichbarkeit in Ferien | Bild: BITKOM
BITKOM Grafik Erreichbarkeit in Ferien | Bild: BITKOM

Der BITKOM schreibt zu den Ergebnissen einer frischen Umfrage zur Erreichbarkeit im Sommerurlaub in einer Presseinformation:

>>Die große Mehrheit der Berufstätigen ist auch in den Sommerferien für Kollegen, Vorgesetzte oder Geschäftspartner erreichbar. Mehr als drei Viertel der Berufstätigen (76 Prozent), die im Sommer Urlaub haben, beantworten gleichwohl dienstliche E-Mails oder Anrufe. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM ergeben. Ans Telefon gehen dabei 61 Prozent der Urlauber, E-Mails lesen und beantworten 54 Prozent. „So erfreulich die hohe Identifikation der Beschäftigten mit ihrer Arbeit ist, Berufstätige müssen in den Ferien einmal richtig abschalten können“, kommentiert BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf das Umfrageergebnis. „Moderne Kommunikationsmittel zu nutzen um im Notfall erreichbar zu sein ist das eine, den Erholungswert eines Urlaubs jedoch durch regelmäßige dienstliche Korrespondenz zu gefährden, ist etwas anderes.“

Nicht einmal jeder vierte Urlauber (24 Prozent) schaltet komplett ab und ist beruflich nicht erreichbar. Bei den Jüngeren bis 29 Jahre sind es mit 30 Prozent die meisten, bei den Beschäftigten ab 30 Jahren sind es rund 22 Prozent. Die Jüngeren beantworten dabei seltener Telefonanrufe (50 Prozent), aber häufiger Mails (56 Prozent). Bei den 50- bis 64-Jährigen wird häufiger das Telefon genutzt (64 Prozent) als E-Mail (48 Prozent). Rund jeder fünfte Berufstätige (18 Prozent) hat in den Sommermonaten keinen Urlaub.

Methodik: Das Meinungsforschungsinstitut Aris hat im Auftrag des BITKOM 1006 Personen ab 14 Jahren befragt, darunter 620 Berufstätige. Die Umfrage ist repräsentativ.<<

Über Oliver Springer 351 Artikel

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik …

Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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