Warum Streaming bei TV-Events wie der WM nicht die erste Wahl ist

Über das Internet lassen sich nicht nur alle möglichen TV-Inhalte zeitversetzt aus Mediatheken oder Onlinevideotheken ansehen. Inzwischen sind Livestreams von TV-Signalen nicht mehr Ausnahme, sondern Standard. Neben für jeden Onliner ohne zusätzliche Kosten abrufbaren TV-Streams gibt es Anbieter wie Zattoo und Magine TV, welche mit umfangreichen TV-Paketen eine echte Alternative zu den klassischen Empfangswegen bieten.

Wenn es allerdings auf Sekunden ankommt, wie das bei manchen Events der Falls ist, macht sich die Zeitverzögerung negativ bemerkbar. Eine Verzögerung ergibt sich nicht allein durch das Streamen, auch ein Fernseher beispielsweise kann mit seinen Bildverbesserern für eine Verzögerung sorgen. Nicht umsonst gibt es bei modernen Fernsehern oft einen Gaming-Modus, denn bei Videospielen sorgen unter Umständen sehr geringe Verzögerungen bereits dafür, dass ein Game „unspielbar“ wird.

Bei Liveübertragungen im Fernsehen kommt es auf solch minimale Verzögerungen zwar nicht an, aber gerade bei TV-Livestreams ist die Verzögerung so groß, dass einem der Spaß an manchen Sendungen verlorengehen kann. Zum echten Problem wird das für manche Fußballfans bei der bevorstehenden WM, denn wenn die Nachbarn bereits eine Minute vorher laut jubeln, war’s das mit der Spannung.

Computermagazin c’t in seiner Ausgabe 04/14 | Bild: Heise Medien Gruppe GmbH & Co. KG

Über dieses Problem schreiben die Experten der c’t in einer Pressemitteilung zur aktuellen Ausgabe ihres Magazins:

>>Seitdem es Digitalfernsehen gibt, jubeln Fußballfans nicht mehr synchron, sondern zeitversetzt. Als erstes zeigen Fernseher mit Satellitenanschluss ein Tor, am langsamsten sind Streaming-Dienste im Internet. Die Verzögerung bei einer vermeintlichen Live-Übertragung beträgt über das Internet bis zu 90 Sekunden, schreibt das Computermagazin c’t in der aktuellen Ausgabe 13/14.

Zuschauer von Satelliten-Fernsehen dürfen bei der Fußball-WM grundsätzlich als erste jubeln. Wer das digitale Antennenfernsehen DVB-T schaut, ist gleich danach an der Reihe, Kabelkunden müssen noch etwas länger warten. Noch einmal etwas später zeigt der Telekom-Dienst Entertain ein Tor. Einige Fernsehgeräte verzögern die Ausgabe des Signals zusätzlich, ganz unabhängig von der Übertragungstechnik.

Als letztes trudelt der Ball bei einem Internet-Streaming-Dienst ins Tor. Zattoo, Couchfunk oder Magine zeigen die WM-Spiele als Online-Stream. Der Vorteil: Auch von unterwegs kann man die Spiele mit Smartphone, Tablet oder Notebook verfolgen. „Aber selbst bei geringer Auflösung kommt man mit einer Mini-Flat von 200 Megabyte gerade mal eine Halbzeit weit“, gibt c’t-Experte Volker Zota zu bedenken. „Eine günstige und elegante Alternative für Mobilfunkgeräte ist ein Adapter für das digitale Antennenfernsehen DVB-T.“

Ein DVB-T-Empfänger eignet sich auch hervorragend für den Fernseher im Schrebergarten. Für ein größeres Bild stellt man sich einen Beamer in den Garten. „Bei den Beamern sollte man darauf achten, dass sie relativ hell sind. Da bieten sich nicht die teuersten Heimkino-Beamer an, sondern die etwas günstigeren für drei- bis vierhundert Euro, auch wenn sie kein Full-HD können“, erläutert c’t-Experte Volker Zota.<<

Über Oliver Springer 350 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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