Lebensmittel billig kaufen oder Aufpreis für Aufpreis für Sicherheit zahlen?

Immer wieder hört man in den Medien von Lebensmittelskandalen. Es gibt oft einen Zusammenhang zum Wunsch der Verbraucher, für Nahrungsmittel möglichst wenig Geld auszugeben. So gesehen passiert noch überraschend wenig – von dem man erfährt.

Wie eine aktuelle Erhebung der Beratungsgesellschaft PwC zeigt, ist die Hälfte der Verbraucher in Deutschland allerdings bereit, so etwas wie einen Sicherheitsaufschlag zu zahlen. Anders gesagt: Für sichere Lebensmittel ist jeder zweite Verbraucher in Deutschland bereit, etwas mehr als sonst auszugeben. Viel mehr allerdings nicht.

Höhere Lebensmittelpreise garantieren zwar keine hochwertige und sichere Ware, doch zum Niedrigpreis kann man in der Regel keine besondere Qualität erwarten. Irgendwo muss sich die Sparsamkeit ja bemerkbar machen.

Über die Ergebnisse der Erhebung schreibt PwC in einer Presseinfo:

>>Die Lebensmittelskandale der vergangenen Monate hinterlassen tiefe Spuren bei deutschen Verbrauchern: Vier von fünf Konsumenten haben ihr Einkaufsverhalten geändert – rund 60 Prozent achten verstärkt auf die Herkunft der Produkte, 35 Prozent besonders auf Inhalts- und Zusatzstoffe. Jeweils gut 20 Prozent kaufen mehr Bio- bzw. Markenprodukte oder direkt beim Erzeuger (18 Prozent). Zudem würde gut jeder zweite Deutsche für garantiert sichere Lebensmittel mehr Geld ausgeben, wie aus einer Verbraucherumfrage im Auftrag der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervor geht. Sogar ein Preisaufschlag von mehr als zehn Prozent wäre noch für jeden fünften Konsumenten vertretbar.

„Die deutschen Verbraucher sind beim Lebensmittelkauf traditionell sehr preissensibel. Viele sind aber bereit, etwas mehr für garantiert sichere Produkte zu zahlen. Vor diesem Hintergrund sind die Umfrageergebnisse ein starker Beleg für einen nicht unerheblichen Vertrauensverlust in die Lebensmittelbranche“, kommentiert Gerd Bovensiepen, PwC-Partner und Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter in Deutschland und Europa.

Mit Transparenz gegen Vertrauensverlust

Die Studie zeigt zudem, dass die Lebensmittelskandale nicht mehr nur das Image und die Reputation einzelner Unternehmen bzw. Produkte beschädigen: Bei gut jedem dritten Konsumenten ist das Vertrauen in die Lebensmittelindustrie insgesamt sehr stark gesunken, während nur 15 Prozent von Einzelfällen ausgehen.

Etwas mehr Sicherheit versprechen sich die Verbraucher von der Lebensmittelinformationsverordnung der EU, die im Dezember 2014 in Kraft tritt. Die genaueren Angaben zu Inhaltsstoffen und Produktherkunft geben 53 Prozent der Befragten wieder mehr oder sogar volles Vertrauen in die Lebensmittelindustrie, während 46 Prozent skeptisch bleiben.

„Die Verbraucher erwarten von Lebensmittelhandel und -herstellern maximale Transparenz. Daher ist die EU-Verordnung für die Industrie eine gute Chance, das Verbrauchervertrauen zurückzugewinnen. Voraussetzung ist, dass die Unternehmen alle Angaben machen, die die Verbraucher auch tatsächlich interessieren. Dazu gehört auch, die Informationen leicht zugänglich und verständlich zu machen“, betont Bovensiepen.

„Sehr wichtig“ ist den meisten (67 Prozent) befragten Konsumenten die Angabe aller Inhaltsstoffe. Ebenfalls zwei von drei Verbrauchern legen großen Wert auf die Kennzeichnung gentechnisch veränderter oder erzeugter Lebensmittel. Angaben zum Herstellungsort und Transportweg, zertifizierte Gütezeichen bzw. -siegel und Nährwertangaben sind vier von zehn Befragten „sehr wichtig“.<<

Über Oliver Springer 353 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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