Nach Barzahlung die Hände waschen

Es heißt zwar „Bargeld lacht“, aber es ist meistens ein dreckiges Lachen. So kann man es unter Sauberkeitsgesichtspunkten sehen. Damit wir uns nicht missverstehen: Es geht nicht um sauberes Geld im übertragenen Sinne. Es geht darum, dass Barzahlung unhygienisch ist. 

Zum Schutz der Gesundheit ist es wichtig, sich in den richtigen Situationen die Hände zu waschen (und anschließend gut abzutrocknen). Da besteht wohl allgemeine Einigkeit. Mitunter ist das aber nicht möglich. Mit Bargeld bezahlt wird in der Regel an Orten, in denen nach der Transaktion keine Gelegenheit zum Händewaschen besteht. Ich habe jedenfalls noch keine Handwaschbecken hinter dem Kassenbereich gesehen – egal, um welche Art von Geschäft es sich handelt. Dabei wäre das eine gute Idee. Wie schmutzig Bargeld ist, wissen viele Verbraucher zumindest. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor.

Veröffentlicht hat die Studie allerdings MasterCard, eines der beiden großen Kreditkartenunternehmen. Dass Bargeld dort nicht beliebt ist, liegt auf der Hand. Allerdings warnen nicht nur Unternehmen mit gewissen eigenen Interessen vor den Gesundheitsgefahren von Bargeld – sondern beispielsweise auch die Apotheken Umschau.

Nicht zu vergessen: Bargeldloses Bezahlen ist in vielen Fällen ebenfalls problematisch, zum Beispiel wenn beim Zahlen mit Karte die PIN über eine Tastatur eingegeben werden muss. Dort sind ebenfalls viele Krankheitskeime angesiedelt. Moderne, kontaktlose Zahlungsmethoden könnten hier vielleicht Abhilfe schaffen, aber noch hat es sich nicht durchgesetzt.

Da lobe ich mir das Onlineshopping – zu Hause kann man schließlich gut selbst für Sauberkeit sorgen.

Über die Studie heißt es in der Pressemitteilung von MasterCard:

>>Eine heute von MasterCard veröffentlichte Studie zeigt: Obwohl die meisten Menschen überzeugt sind, dass der Umgang mit Bargeld, Münzen oder Banknoten unhygienisch ist und Dreck an den Fingern hinterlässt, wäscht sich nur jeder Fünfte die Hände, nachdem er Geld berührt hat. Die europaweite Studie mit über 9.000 Verbrauchern aus 12 Ländern unterstreicht, dass Europäer sich schwer damit tun, mit der unappetitlichen Angewohnheit der Zahlung mit schmutzigem Geld zu brechen – und das, obwohl sie es als unhygienischer einstufen als die Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln oder an öffentlichen Orten für alle Gäste angebotene Nahrung wie beispielsweise Nüsse in einer Bar.

Drei Viertel aller europäischen Studienteilnehmer stimmten zu, dass sie angesichts der darauf angesiedelten Keime größere Vorsicht im Umgang mit Bargeld walten lassen sollten. Und doch ergab die Untersuchung, dass wir uns eher in anderen Situationen die Hände waschen, etwa wenn wir ein Tier angefasst haben (46 %) oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren sind (36 %).

Anfängliche Untersuchungen, die 2013 von MasterCard und der Universität Oxford durchgeführt worden waren, ergaben, dass die durchschnittliche europäische Banknote 26.000 potenziell gesundheitsschädliche Bakterien enthält. Und obschon die Befragten in der aktuellen Studie von 2014 sich dieser Tatsache und der sich daraus ergebenden Gesundheitsrisiken im Umgang mit Bargeld durchaus bewusst sind, klafft doch eine große Lücke: Die Europäer sind zwar überzeugt, dass Bargeld schmutzig ist, unternehmen aber nichts dagegen oder gar zu ihrem Schutz. In Ungarn und Frankreich ist diese Kluft zwischen der Erkenntnis, dass Bargeld etwas Unhygienisches ist, und der Wahrscheinlichkeit, dass sich seine Nutzer später die Hände waschen, am größten.<<

Über Oliver Springer 379 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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