Arbeitsalltag: zu schnell?

Habt Ihr auch den Eindruck, dass das Arbeitsleben früher entspannter war und alles irgendwie weniger schnell gehen musste? Dann seid Ihr mit dieser Einschätzung nicht alleine. So geht es vielen Arbeitnehmern! Und mit „früher“ sind nicht die 90er, 80er oder 70er Jahre gemeint!

Fast jeder zweite Arbeitnehmer meint, dass sich der Arbeitsalltag in den letzten fünf (!) Jahren signifikant beschleunigt habe. Gleichzeitig seien die zu bewältigenden Aufgaben schwieriger geworden. So eine Mischung kann zu Stress führen. Viel hängt allerdings von der individuellen Einstellung und den sonstigen Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz ab. Bei Letzteren kann und sollte der Arbeitgeber darauf achten, zu einer Entlastung seiner Arbeitgeber beizutragen. Zum Problem kann – nicht muss – zudem die stärkere Vermischung zwischen Arbeitszeit und Freizeit werden.

Die Unternehmensberatung Rochus Mummert hat zu diesem Themenkomplex eine Studie durchführen lassen. In einer Pressemitteilung lesen wir über die Ergebnisse:

>>In den vergangenen fünf Jahren hat sich der berufliche Alltag von 48 Prozent der deutschen Arbeitnehmer aus deren Sicht spürbar beschleunigt. Dadurch bleibt weniger Zeit für die einzelnen Arbeitsprozesse. Gleichzeitig sind die Aufgaben nach Einschätzung von 53 Prozent der Arbeitnehmer komplexer geworden. Als weitere wichtige Veränderung empfinden 43 Prozent von ihnen die sogenannte Verdichtung – also mehr Arbeit mit weniger Kollegen. Das sind Ergebnisse der Studie „Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg“ der Personalberatung Rochus Mummert. Dazu wurden HR-Führungskräfte sowie 1.000 Arbeitnehmer befragt.

„Die Globalisierung und die Digitalisierung haben die Arbeits- und Lebensumwelt rasant und tiefgreifend verändert“, sagt Dr. Hans Schlipat, Studienleiter und Managing Partner der Rochus-Mummert-Gruppe. „Die Folgen werden wir erst in Zukunft voll erkennen. Unsere Studie zeigt aber schon jetzt ganz klar: Ein höheres Tempo bei gleichzeitig schwierigeren Aufgaben – das sind große Herausforderungen für Arbeitnehmer. Damit der Weg nicht ins Hamsterrad führt, sind die Arbeitgeber daher zum Handeln aufgefordert.“

Die befragten HR-Führungskräfte sind sich der starken Veränderungen durchaus bewusst. Befragt nach belastenden Einflüssen sehen sie die Globalisierung an erster Stelle, gefolgt von der Beschleunigung und der multimedialen Kommunikationsüberflutung. Daneben machen die Personalverantwortlichen zwar auch positive Veränderungen aus, die jedoch die wachsenden Belastungen nicht kompensieren können. Nach Einschätzung der HR-Chefs gibt es heute beispielsweise mehr Aufstiegstransparenz und realistischere Zielsetzungen als noch vor fünf Jahren. Dem folgen allerdings nicht alle Arbeitnehmer. 40 Prozent von ihnen meinen, die Vorgabe unrealistischer Ziele habe in jüngster Zeit sogar zugenommen.

Zusätzlich kommt es im modernen Berufsleben – etwa durch Smartphones und Tablet-PCs – immer mehr zu einer Überlappung von Arbeit und Freizeit. In dieser Entwicklung sehen 36 Prozent der Arbeitnehmer einen wichtigen Veränderungsfaktor. Und jeder Dritte sieht sich konkret dem Wunsch nach einer „Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit“ ausgesetzt. Diese Veränderungen benennen auch die für die Studie befragten Personalmanager als relevante negative Tendenzen.

„Die Abnahme der Privatheit zählt zu einer der Herausforderungen der modernen Arbeitswelt“, sagt Rochus-Mummert-Partner Schlipat. „Diese Veränderungen sind aber nicht sofort mit Stress gleichzusetzen – der entsteht erst, wenn Unternehmen unangemessen reagieren. Sie müssen ihren Mitarbeitern geeignete Strategien an die Hand geben. Hier sehe ich Unternehmensleitung und HR-Abteilung in der Pflicht, eine gesunde und tragfähige Leistungskultur zu etablieren.“<<

Über Oliver Springer 350 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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