Wollt Ihr Computerchips in Eurem Körper?

Stellt Euch vor, Ihr hättet eine Reihe von Computerchips in Eurem Körper, die alle möglichen Daten wie Herzfrequenz, Körpertemperatur und Blutdruck permanent überwachen und speichern. Ist diese Vorstellung reizvoll für Euch?

Bevor Ihr antwortet, denkt erst nach! In Deutschland ist man ja besonders sensibel, was die Erfassung persönlicher Daten angeht. Und wer weiß, wer alles auf diese Bio-Daten Zugriff erhält bzw. sich Zugriff verschafft?

Andererseits bieten implantierte Chips enorme Chancen für eine Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung. Das gilt nicht nur für bereits kranke Menschen, welche schon in Behandlung sind. Die Daten können auch helfen, Symptome rechtzeitig zu erkennen, sodass eine ärztliche Behandlung früher begonnen werden kann – mit besseren Chancen auf Heilung. Wenn weniger Menschen schwer erkranken, führt das zudem zu sinkenden Kosten im Gesundheitssystem, was mit Blick auf die demografische Entwicklung in den Industrieländern extrem wichtig ist. Gesundheit muss schließlich bezahlbar bleiben.

Gerade ältere Menschen stehen Chipimplantaten positiv gegenüber, wie eine vom BITKOM in Auftrag gegebene Untersuchung zeigt. In einer Presseinfo schrieb der Verband neulich:

>>Herzschlag, Blutdruck und andere Gesundheitsdaten per implantiertem Chip überwachen – was sich derzeit noch nach Science Fiction anhört, könnte in wenigen Jahren schon Realität sein. Derzeit wird mit Hochdruck an entsprechenden Technologien gearbeitet. Bereits heute kann sich jeder fünfte Deutsche (19 Prozent) vorstellen, ein solches Chip-Implantat zur Messung von Gesundheitsparametern zu nutzen. Besonders groß ist das Interesse unter älteren Menschen. Mehr als jeder vierte der 50- bis 64-Jährigen (29 Prozent) kann sich vorstellen, einen Gesundheits-Chip implantiert zu bekommen, bei den über 65-Jährigen sind es sogar 31 Prozent. Zum Vergleich: In der Altersklasse zwischen 14 und 29 Jahren interessiert sich derzeit nur knapp jeder Zehnte (9 Prozent) dafür. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM.

Bereits heute lassen sich viele Gesundheitsdaten auch selbst messen und auswerten. So gibt es Blutdruckmessgeräte, die direkt mit dem eigenen Smartphone oder Tablet Computer verbunden werden können. Dort lassen sich die ermittelten Werte abspeichern und Entwicklungen über längere Zeiträume darstellen. Auch der Blutzuckerspiegel, die Körpertemperatur und das eigene Gewicht lassen sich in ähnlicher Form ermitteln, digital analysieren und speichern. Der Vorteil: Die Entwicklung der verschiedenen Gesundheitsdaten lässt sich leichter erfassen und ist auch beim nächsten Arztbesuch griffbereit. Dr. Pablo Mentzinis, Gesundheitsexperte des BITKOM: „In Zeiten einer alternden Gesellschaft und des zunehmenden Ärztemangels in ländlichen Gebieten können Geräte zum Selbstmessen von Gesundheitsdaten sinnvolle Ergänzungen zum Besuch beim Arzt sein.“

Zur Methodik: Für die Angaben zur Bekanntheit und potenziellen Nutzung von Chip-Implantaten befragte das Marktforschungsinstitut Aris 1.008 Personen ab 14 Jahren.<<

Über Oliver Springer 353 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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