Welche Onlinevideothek ist die beste?

Letztes Jahr hatten Onlinevideotheken in Deutschland ihren Durchbruch. Der Eintritt von Watchever in den deutschen Markt hat für viel Schwung gesorgt, denn die schon länger aktiven Wettbewerber wie maxdome und LOVEFiLM haben darauf reagiert.

Ich habe derzeit Abos von vier Onlinevideotheken, doch die meisten Interessenten wollen möglichst nur bei einem Anbieter bezahlen. Welcher Video-on-Demand-Service hat also das beste Angebot? Die Frage nach der besten Onlinevideothek hat das Fachmagazin „video“ seinen Lesern gestellt. Dabei trug die ProSiebenSat.1-Tochter maxdome den Sieg davon.

Allerdings hat sich seit der Befragung etwas im deutschen Markt getan. Die Abstimmung fand nämlich statt, bevor Amazon seine Streaminginhalte von LOVEFiLM zum neuen Prime Instant Video transferierte, die Preise senkte und die Auswahl vergrößerte. Außerdem war das erst Mitte Dezember 2013 gestartete Snap von Sky noch so neu, dass es bei der Wahl zur besten Onlinevideothek keine Chance hatte. Ich bin sicher, dass Snap deutlich an Beliebtheit gewinnen wird im Laufe des Jahres.

Die Experten von „video“ weisen darauf hin, dass die angepriesene HD-Qualität nicht immer erreicht wird. Natürlich braucht man einen schnellen, zuverlässigen Internetprovider, damit Videostreaming dauerhaft Freude bereitet. Eine gleichbleibend gute Bildqualität ist dann aber nicht garantiert, hier haben die Anbieter noch Bedarf für Verbesserungen.

Video-Logo | Bild: WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH
Video-Logo | Bild: WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH

In der Pressemitteilung von „video“ heißt es:

>>Gar nicht flach: Bei der Wahl zu „Geräte des Jahres 2014“ haben die Leser des Magazins video auch über die Kategorie der beliebtesten Flatrate-Online-Videothek abgestimmt (siehe Pressemitteilung WEKA MEDIA PUBLISHING vom 21.02.2014). Das sind Video-on-Demand-Angebote, die Abonnements mit unbegrenztem Zugriff auf die gewählten Pakete für Spielfilme oder TV-Serien anbieten. Als klarer Favorit der Leser landete maxdome von ProSiebenSat.1 mit 49,4 Prozent (2013: 35,4 Prozent) deutlich vor dem Flatrate-Angebot von Lovefilm mit 28 Prozent (2013: 21,2 Prozent). Einen Achtungserfolg erzielte auch watchever, das erst Anfang 2013 seine virtuellen Pforten geöffnet hat und sich mit 22,6 Prozent erstmals mit dem 3. Platz auf dem Siegerpodest platzieren konnte. Das neue Angebot des Pay-TV-Anbieters Sky Snap bereichert erst seit Anfang 2014 den Markt und war deshalb für diese Leserwahl noch nicht relevant. Der derzeitige Monatstarif bei Lovefilm beträgt 6,99 Euro, watchever verlangt 8,99 Euro, maxdome 7,99 Euro im Monat bei jeweils flexibler Laufzeit. Sky Snap bucht 9,90 Euro im Monat ab, für Kunden von Sky Pay-TV nur 4,90 Euro. Die Gewinner aller Kategorien bei „Geräte des Jahres“ können unter www.video-magazin.de/leserwahl abgerufen werden.

Andreas Heyden, Geschäftsführer maxdome: „Wir freuen uns sehr, dass uns die Leser von video mit einem so überzeugenden Vorsprung gewählt haben. Das Ergebnis bestätigt uns, dass wir den Kunden mit maxdome gute Unterhaltung bieten.“

Für die Leser von video ist maxdome die beliebteste Online-Videothek: Oliver Daniel, Chief Marketing maxdome/ProSiebenSat.1 | Bild: Joerg Koch/ WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH
Für die Leser von video ist maxdome die beliebteste Online-Videothek: Oliver Daniel, Chief Marketing maxdome/ProSiebenSat.1 | Bild: Joerg Koch/ WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH

Immer eine scharfe Sache? video testet HD-Qualität von Online-Videotheken

Aber bieten Onlinevideotheken wie watchever, maxdome, Sky Snap und Lovefilm tatsächlich Filme in echter HDTV-Qualität? Und wer bekommt die zu sehen? Das Fachmagazin video hat die Datenraten der Streaming-Angebote unter www.video-magazin.de/filmeonline getestet. Echte Download-Angebote, wie etwa bei iTunes oder Sony Video Unlimited, sind klar im Vorteil, denn diese liefern die Filme vor dem Abspielen erst einmal direkt auf den Rechner. iTunes etwa bietet am PC und auf Apple-Mobilgeräten eine Auflösung von 720p mit Datenraten von 4,5 bis 5 Mbps im Apple-MPEG4-Codec. Bei Direktabruf von Filmen via Apple-TV gibt’s auch 1080p. Dann sollte man allerdings einen schnellen DSL-Anschluss haben, sonst kann die Wartezeit bis zum Filmstart ausufern. Sony bietet teils noch etwas höhere Datenraten. Bei den Streaming-Videotheken wie Lovefilm, watchever, Sky Snap oder maxdome passen sich die Datenrate und Videoqualität automatisch der verfügbaren Bandbreite an, liefern dabei aber nach eigenen Angaben ebenfalls HD-Qualität. Alle Filme wurden daher von video an zwei DSL-Anschlüssen getestet: Einer mit 6, einer mit 16 Mbps maximaler Datenrate.

maxdome und Lovefilm mit der besten Streamingrate und Bildqualität

Dabei fällt auf, dass sich die gemessenen HD-Datenraten der Angebote stark unterscheiden. Während maxdome im besten Fall, und natürlich nur am 16-Mbps-Anschluss, einen HD-Stream mit sehr gleichmäßigen 12 Mbps überträgt, kam watchever beides Mal nur auf durchschnittliche 1,7 Mbps, die aber in recht kurzen Zeiträumen stark schwankten. Entsprechend war das Bild bei watchever zwar teils recht detailreich, wechselte aber häufig die Auflösung und bot auch in HD-Passagen bisweilen Blockartefakte. Auch Lovefilm streamte mit variabler Datenrate, jedoch auf viel höherem Niveau als watchever. Das Bild war ein Tick weniger knackig als im besten Fall bei maxdome, aber stets differenziert und fast immer frei von Artefakten. Die beiden Sky-Angebote Sky Snap (3,3 Mbps) und Sky Go (3,6 Mbps) reihten sich im Mittelfeld ein, boten aber eine kaum bessere Qualität als watchever. Vor allem setzten beide Sky-Varianten recht häufig die Auflösung von HD auf SD zurück.

Fazit: Nicht überall ist HD drin, wo es drauf steht. Ob der eine oder andere Stream in 720p oder in 1080p übertragen wird, ist nicht immer mit Sicherheit zu sagen – Lovefilm überträgt nach eigenen Angaben in den beiden höchsten Datenraten 1080p, maxdome 720p. Doch beide sehen nicht schlecht aus, wenn der Anschluss genug Daten durchlässt. In Sachen HD-Qualität hat dagegen vor allem watchever derzeit nachzuholen.<<

Über Oliver Springer 353 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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