Als Begleitmedium stark: Radio bleibt beliebt

Der Medienkonsum hat sich durch das Internet und die voranschreitende Digitalisierung der Gesellschaft in den letzten Jahren verändert. Allerdings betrifft das einige Mediengattungen mehr als andere. Vergleichsweise wenige Veränderungen gab es im Hörfunk, wenngleich Radiostreams aus dem Internet inzwischen in der ganzen Wohnung und auf mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets mitunter sogar unterwegs gehört werden.

Die Konkurrenz durch Musikstreaming-Portale wie simfy, Napster, Spotify und beispielsweise Deezer sollten Radiomacher meiner Meinung nach sehr ernst nehmen, aber derzeit wenigstens ist das Medium Radio mit seinen linearen Programmen weiterhin fest im Alltag der Menschen verankert. Das zeigt gerade die Media-Analyse 2014 Radio I. An der Methode, wie Hörerzahlen und Reichweiten im Hörfunk ermittelt werden, lässt sich zwar einiges kritisieren. Daran, dass die meisten Menschen in Deutschland täglich Radio hören und das stundenlang, besteht indes kein Zweifel.

Logo Radiozentrale | Bild: RADIOZENTRALE GmbH

Die Radiozentrale schreibt diese Woche in einer Pressemitteilung:

>>Den Alltag teilen, das Tagwerk gemeinsam erledigen – das hält wirklich zusammen: Die heute in Frankfurt veröffentlichten Ergebnisse der Media-Analyse 2014 Radio I zeigen, dass sich die stabile Beziehung zwischen dem Tagesbegleiter Radio und seinen Hörern aktuell weiter verfestigen konnte. Vier von fünf Deutschen schalten Tag für Tag das Radio ein (79,9%; ma 2013 Radio II: 79,4%) und bleiben mehr als vier Stunden dran (249 Minuten). Vor allem die Jugendlichen zwischen 10 und 19 Jahren sind überproportional häufiger dabei (+1,2%).

Die Ergebnisse im Detail

58,64 Millionen der Deutschen ab zehn Jahren holen sich werktags den medialen Begleiter Radio an ihre Seite (ma 2013 Radio II: 58,22). Die Verweildauer zeigt sich dabei konstant bei 249 Minuten. Der Blick auf den Langzeitvergleich der letzten fünf Jahre zeigt: Die Tagesreichweite ist von 78,6% im Jahr 2009 auf nunmehr 79,9% gestiegen (+1,7%). Auch die Zeit der Hörer mit Radio steigerte sich seitdem, und zwar um acht Minuten, von 241 auf 249 Minuten (+3,3%).

Bei der jungen Zielgruppe zeigt sich beim Blick auf die Entwicklung in den letzten fünf Jahren noch deutlicher, dass Radio die Zeit des digitalen Umbruchs genutzt hat, um seine Stellung im Hörermarkt zu festigen bzw. sogar stärker auszubauen. Denn gerade die Jungen wenden sich naturgemäß neuen Medien stärker zu. Schalteten 2009 noch 67% der 10-19jährigen täglich das Radio ein, sind es heute bereits 69%. Dies entspricht einer Steigerung von 3 Prozent. Ihre Verweildauer ist von 117 auf 129 Minuten gestiegen (+10,3%).

Lutz Kuckuck, Geschäftsführer der Radiozentrale: „Egal auf welchem Device, ob unterwegs oder stationär: die Ohren sind frei für/bei Begleit-Tätigkeiten. Radio als vertrauter und glaubwürdiger Tagesbegleiter, Informationsmedium und Stimmungsmodulator ist der Grund für die stabile Wertschätzung und Nutzung von Radio durch seine Hörer, die kein anderes klassisches Massenmedium in der digitalen Welt so leisten kann.“

Diese Funktionen von Radio hatte die Branche auf Initiative der Radiozentrale bereits zum World Radio Day der UNESCO am 13. Februar bundesweit mit der größten gemeinsamen Programmaktion in der deutschen Radiogeschichte dokumentiert: Mit dem konzertierten Radio-Moment „Ich bin Dein Radio! Dein Leben ist mein Programm.“ hatte sich Radio dabei direkt an seine Hörer gewandt, um Dank zu sagen für die Treue, die geteilten kleinen Momente und großen Gefühle, für das stets offene Ohr und die gemeinsam zurück gelegte Wegstrecke – die jeden Tag aufs Neue den Alltag erleichtert.

Lutz Kuckuck: „Denn ganz gleich, wie schnell sich die Welt verändert – Aufstehen, Alltagsroutinen und Arbeit fallen auch in digitalen Zeiten nicht weg, sondern gehen mit Radio an der Seite weiterhin leichter von der Hand. Diese Stabilität bietet den Werbetreibenden eine verlässliche massenmediale Ansprache und Verankerung in der Region, die zunehmend weniger Medien bieten können.“<<

Über Oliver Springer 394 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

Ich stimme zu.

*