Welche Daten geben Smart-TV-Nutzer preis?

Na so eine „Überraschung“! Smart TVs erfassen Nutzungsdaten und geben diese weiter. Ja, was glauben die Verbraucher eigentlich, was so ein Computer – und das ist ein Smart TV schließlich! – bei der digitalen Mediennutzung macht? 

Wer PC, Smartphone oder Tablet verwendet, weiß doch schließlich seit Langem, dass die Auswertung von Daten eher die Regel als die Ausnahme darstellt. Das muss man nicht gut finden. Aber regt sich darüber jemand auf? Warum sollte das bei der Nutzung von Smart TVs anders sein? Es wäre für die Verbraucher natürlich gut, wenn sie mehr Kontrolle darüber hätten. Allerdings ist das kein Spezialproblem von Smart TVs.

Es wird Zeit, sich darüber klarzuwerden, dass bald an allen Ecken und Enden unseres Lebens Daten anfallen, deren Auswertung vielfältige Folgen haben kann (nicht nur negative). Wie wir damit umgehen wollen und wo es eventuell Grenzen geben sollte, ist ein ganz allgemeines Problem.

Computermagazin c’t in seiner Ausgabe 04/14 | Bild: Heise Medien Gruppe GmbH & Co. KG
Computermagazin c’t in seiner Ausgabe 04/14 | Bild: Heise Medien Gruppe GmbH & Co. KG

Die Experten der c’t befassen sich in der aktuellen Ausgabe des Magazins mit den Daten, die durch HbbTV anfallen. In der Presseinfo steht:

>>Moderne Flachbildfernseher bringen das Internet nicht nur in die gute Stube, sondern senden auch ungeniert Daten in die weite Welt. Schon beim Zappen erfahren Fernsehsender und dadurch auch Google unsere Programm­vorlieben. Wer das persönliche Fernsehverhalten nicht mit Gott und der Welt teilen will, muss HbbTV, den Online-Dienst der Fernsehsender, ab­schal­ten, rät das Computer­magazin c’t in Ausgabe 4/14.

Welcher Fernsehtyp sind Sie? Zappen Sie schon mal im Dschungelcamp vorbei oder würden Sie sogar Fußball am liebsten auf arte gucken? Wenn Sie der Meinung sind, dass ihre Fernsehgewohnheiten niemanden etwas angehen, dann sollten Sie HbbTV abschalten.

HbbTV, kurz für Hybrid Broadcast Broadband TV, ist ein Angebot der TV-Sender, über das die Fernseher aus dem Internet Zusatzinformationen zum Programm oder passende Werbung nachladen. Doch HbbTV bietet nicht nur Service, es fungiert zudem als Datenpetze. „Noch bevor ich den roten Knopf auf der Fernbedienung drücke, um mehr über die Sendung zu erfahren, übermittelt der Browser die IP-Adresse des heimischen Internet-Anschlusses sowie Informationen über das eingesetzte TV-Gerät“, erläutert Ronald Eikenberg, Redakteur beim Computermagazin c’t. Damit wissen die Sender, wann ich eingeschaltet habe. Die meisten privaten Sender – aber auch arte – nutzen zudem Google als Dienstleister, so dass hier ebenfalls Informationen fließen.

HbbTV ist inzwischen bei vielen neu gekauften Smart-TVs im Auslieferungszustand aktiv. Eine Aufklärung über die damit verbundenen Tracking-Maßnahmen erfolgt nicht. Rechtlich gilt schon die Verarbeitung der IP-Adressen als höchst problematisch, da es sich nach Ansicht der meisten Juristen um personenbeziehbare Daten handelt. Diese unterliegen den Vorschriften des Datenschutzes.

Um das Ausspähen zu unterbinden, kappt man entweder den Internetzugang komplett, oder aber man deaktiviert HbbTV separat. Hierzu muss man tief im Menü des Fernsehers wühlen, um in den Einstellungen den Dienst abzuschalten.

„Wer jedoch weiterhin auf die HbbTV-Angebote der Sender zugreifen möchte, um etwa in Mediatheken nach verpassten Sendungen zu recherchieren, der kann über den Browser des Fernsehers einen Dienst des Computermagazins c’t ansurfen“, rät c’t-Experte Ronald Eikenberg. „Unter ct.de/hbbtv kann man auf die Senderportale zugreifen, ohne dass man gleich sein Zapp-Verhalten offenbaren muss.“<<

Über Oliver Springer 351 Artikel

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik …

Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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