Im Test: Amazon Kindle Fire HD 7 (2013)

In diesem Testbericht erfahrt Ihr, wie zufrieden wir mit dem aktuellen Kindle Fire HD 7 von Amazon sind. Verkauft wird es als das „neue“ Kindle Fire HD, was einerseits Sinn ergibt. Ein Kindle Fire HD mit sieben Zoll Bildschirmdiagonale gab es voriges Jahr schon, aber mit anderer Ausstattung. Andererseits: Warum wurde keine Modellbezeichnung gewählt, aus der eindeutig hervorgeht, dass es die Version aus 2013 ist?

An der guten Qualität des „neuen“ Kindle Fire HD ändert das indes nichts. Derzeit (Stand Januar 2014) kostet das Tablet in der einfachsten Variante (8 GB Speicher, mit Spezialangeboten) bei Amazon 129 Euro, doch wir haben es im Rahmen der Cyber Monday-Woche bei Amazon für 99 Euro gekauft. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist beim regulären Preis aber immer noch sehr gut.

Kindle Fire HD 7 | Bild: Amazon.de
Kindle Fire HD 7 | Bild: Amazon.de

Macht von Anfang an einen guten Eindruck

Die allermeisten Kindle-Tablets dürften direkt bei Amazon bestellt werden, sodass es auf eine attraktive Verkaufsverpackung nicht so ankommt. Dennoch wirken sowohl Verkaufs- als auch Umverpackung hochwertig. Amazon hat also weder an der Hardware, noch an der Verpackung gespart, man erhält für wenig Geld ein leistungsfähiges, gut aussehendes Tablet.

Das neue Kindle Fire HD wird nicht nur mit USB-Kabel geliefert, sondern mit einem USB-Kombi-Netzteil geliefert. Ihr könnt das Gerät damit sowohl an Steckdosen als auch an USB-Schnittstellen aufladen, ohne extra Zubehör kaufen zu müssen. Die Bedienungsanleitung hätte sich Amazon dagegen sparen können. Sie liegt in mehreren Sprachen vor, aber es ist jeweils nur eine knappe halbe Seite Text. Alles Weitere, was man als Kindle-Fire-Neuling wissen sollte, wird einem direkt am Bildschirm erklärt, wenn man das Tablet in Betrieb nimmt.

Innerhalb weniger Minuten ist das Gerät eingerichtet. Um weitere Details kann man sich später noch kümmern. Wichtig zu wissen: Amazon verknüpft seine Tablets automatisch mit dem Kundenkonto, über welches die Geräte gekauft werden. Soll es ein Geschenk sein, muss man es – das macht man am Computer auf der Amazon-Website – vom eigenen Kundenkonto entkoppeln. Anschließend kann der Beschenkte es mit seinem Amazon-Kundenkonto verknüpfen.

Kindle Fire HD 7 | Bild: Redaktion
Kindle Fire HD 7 | Bild: Redaktion

Was steckt drin?

Im neuen Kindle Fire HD steckt ein Dualcore-Prozessor mit 1,5 Gigahertz Taktfrequenz, der beim Testen die allermeisten Aufgaben souverän meisterte. Wer grafisch aufwendige Games nutzen möchte, sollte allerdings lieber zu einem der neuen HDX-Modelle greifen. Der interne Speicher von 8 GB lässt sich nicht erweitern, sodass man lieber zu 16-GB-Version greifen sollten, wenn man mehr Speicherplatz benötigt. Der durchschnittliche User wird mit 8 GB allerdings auskommen.

Dieses Einsteigermodell der Kindle Fire Tablets gibt es nur mit WLAN, nicht mit UMTS-Modul oder gar LTE-Modul. Die meisten Tablets werden – das zeigen Untersuchungen – jedoch ausschließlich zu Hause verwendet. Beim Betriebssystem kommt mit Amazon Fire OS 3.0 (Codename: Mojito) eine stark angepasste Version von Google Android zum Einsatz. Der Vorteil daran ist, dass die Bedienung gerade für Einsteiger besonders einfach ist und die Amazon-Angebote wie LOVEFiLM (Onlinevideothek) und Audible (Hörbuchshop) sehr gut in die Benutzeroberfläche integriert sind.

Auf ein paar Freiheiten muss man indes verzichten. Am meisten stören dürfte Kaufinteressenten, dass kein direkter Zugriff auf Google Play möglich ist. Allerdings verhindert Amazon nicht die Nutzung anderer App-Shops als dem eigenen (der inzwischen ziemlich viel Auswahl bietet). Mit ein wenig zusätzlichem Aufwand können Apps aus anderen App-Shops auf Kindle Fire Tablets verwendet werden, sofern (wie meist) die Apps kompatibel sind. Übrigens: Käufer des Gerätes erhalten 500 Amazon Coins geschenkt, die sie für Apps ausgeben können.

Das sieben Zoll große Display arbeitet mit einer Auflösung von 1.280 mal 800 Pixel und bietet 216 ppi. Es ist ausreichend hell. Diese einfache HD-Auflösung dürfte den meisten Usern vollkommen ausreichen. Wer eine Full-HD-Auflösung wünscht, kann zu einem der teureren HDX-Modelle greifen, die im Gegensatz zum neuen Kindle Fire HD mindestens eine Frontkamera bieten. Im neuen Kindle Fire HD gibt es gar keine Kamera, sodass auch keine Videochats möglich sind. Die eingebauten Stereolautsprecher haben uns im Test überzeugt. Wer „mehr“ möchte, kann über die Kopfhörerbuchse eigene Boxen anschließen.

Marware Origin Hülle - Aufgeklappt
Marware Origin Hülle – Aufgeklappt

Benutzeroberfläche und Bedienung

Zentrale Farbe der Benutzeroberfläche ist Schwarz. Das unterstützt den hochwertigen Eindruck, den wir vom neuen Kindle Fire HD haben. Der Header zeigt eine Menüleiste mit einer Suchlupe, den Punkten „Einkaufen“, „Spiele“, „Apps“, „Bücher“, „Musik“, „Videos“, „Hörbücher“, „Web“, „Fotos“, „Dokumente“ und „Angebote“. Oberhalb des Kopfbereichs werden die Uhrzeit, der WLAN-Status und der Akkustand angezeigt. In der Mitte des Bildschirms sind alle installierten Apps und Programme zu sehen, darüber befindet sich das „Karussel“ mit den zuletzt genutzten Inhalten und Apps. Die Meinungen dazu gehen stark auseinander, wir finden das bei einem auf Medienkonsum ausgerichteten Tablet gut. Angenehm überrascht hat uns, wie schnell und flüssig die Bedienung vonstatten geht.

Der Silk genannte Browser arbeitet schnell und muss sich hinter den von anderen Plattformen bekannten Webbrowsern nicht verstecken. Ein Kalender, ein Mailprogramm und eine Kontakt-Kartei sind ebenfalls direkt integriert. Alle diese Anwendungen punkten mit Übersichtlichkeit.

Die Bedienung eines Kindle Fire Tablets erfordert eine kurze Einarbeitungszeit, selbst wenn man sich mit Tablets schon auskennt. Amazon macht manches nämlich anders – oft einfacher! Die Einstellungen des Tablet-PCs werden aufgerufen, indem man mit dem Finger von der oberen Bildschirmkannte nach unten wischt. Dann stehen die Optionen „Bildschirm-Ausrichtung“, „Helligkeit“, „Drahtlosverbindungen“, „Bitte nicht stören“, „Hilfe“ und „Einstellungen“ zur Auswahl.

Bei den „Einstellungen“ kann zwischen zahlreichen Optionen wie „Töne & Bildschirm“, „Kindersicherung“, „Barrierefreiheit“, „Drahtlosverbindungen“ und „Sicherheit“ gewählt werden. Die WLAN-Verbindung wird über den Punkt “Drahtlosverbindungen” unter Eingabe des Passworts eingerichtet. Ein Flugmodus ist ebenso aktivierbar, um ungestört ohne WLAN sein Buch lesen zu können. Der Auswahlpunkt „Standortbasierte Dienste“ übermittelt Apps von Drittanbietern und Webseiten den ungefähren Standort des Tablets. Zur eigenen Sicherheit sollten standortbasierte Dienste zwar immer mit einer gewissen Vorsicht verwendet werden, aber ein ungefährer Standort ist diesbezüglich nicht sehr problematisch.

Die Akkulaufzeit des handlichen Amazon Kindle Fire HD 7 lag in unseren Tests mit einer Akkuladung bei höchstens zehn Stunden. Es kommt natürlich darauf, was man mit dem Gerät macht. Videostreaming benötigt viel Energie, das Lesen eines E-Books nicht. Durch Absenken der Bildschirmhelligkeit konnten wir die Akkulaufzeit etwas erhöhen. Nehmt das Ladekabel also lieber mit, wenn Ihr ein solches Tablet unterwegs verwendet!

Kindle Fire HD 7 | Bild: Redaktion
Kindle Fire HD 7 | Bild: Redaktion

Verarbeitung

Das Tablet ist solide verarbeitet und befindet sich in einem Kunststoffgehäuse. Die Rückseite des Gehäuses weist eine gummierte Oberfläche auf, wodurch es nicht so leicht aus der Hand rutschen kann. Das gefällt uns sehr gut. Die Ränder sind allerdings aus einem glänzenden Kunststoff gefertigt, was gut aussieht. Leider sieht man sowohl auf den glänzen als auch auf den matten Flächen sowie auf dem Display Fingerabdrücke deutlich. Das mindert den ansonsten sehr guten Eindruck etwas.

Die Stereolautsprecher befinden sich auf der Rückseite am oberen Rand. Sie bieten einen guten Klang, sodass der Ton beim Ansehen von Filmen nicht negativ auffällt. Mit Blick auf die Gerätegröße und den Preis sind wir sehr zufrieden. Die Tasten für die Lautstärke sowie der Power-Knopf befinden sich an jeweils einer der kurzen Kantenflächen. Da die Knöpfe nicht direkt an den Außenkanten liegen, drückt man sie fast nie aus Versehen. Das ist bei anderen Tablets mitunter ein nerviges kleines Problem.

Der neue Kindle Fire HDX | Bild: Amazon.de
Der neue Kindle Fire HDX | Bild: Amazon.de

Positives und Negatives

Als positiv bewerten wir die einfache Einrichtung des Tablets, die (vergleichsweise!) lange Akkulaufzeit, die Verwendbarkeit als Lesegerät für E-Books, den relativ leistungsstarken Dualcore-Prozesso und das übersichtliche Design der Benutzeroberfläche. Das neue Kindle Fire HD 7 liegt dank der gummierten Oberfläche überdurchschnittlich sicher in der Hand, sodass man ein Herausrutschen nicht fürchten muss. Die fehlende Kamera sehen wir bei diesem Einsteiger-Tablet nicht unbedingt als Schwachpunkt an, denn die teureren Kindle-Fire-Varianten bieten eine oder sogar zwei Kameras.

Ein paar Kompromisse müssen bei einem so günstigen Tablet halt in Kauf genommen werden. Zum Lesen, Surfen, Spielen, Musik hören, Hörbücher genießen und Filme schauen eignet sich das preiswerte Gerät insgesamt gut. Ab und an haben wir beim Testen allerdings den von Android-Tablets gewohnten Google Play AppShop vermisst, weil wir nicht alle unseren Lieblings-Apps bei Amazon finden konnten.

Fazit

Das neue Kindle Fire HD 7 aus 2013 bietet ein ausgesprochen gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Gleichwohl darf man von ihm nicht so viel wie von einem doppelt oder dreimal so teuren Tablet-Computer erwarten. Amazon verdient an der Hardware seiner Tablets kaum etwas, sondern setzt auf Einnahmen durch den Verkauf von Medieninhalten. Zudem lässt sich mit den Kindle Fire Tablets sehr bequem im Onlineshop von Amazon einkaufen. Wer eine Alternative sucht, schaut sich am besten zuerst das Kindle Fire HDX 7 an, das ein höher auflösendes Display, eine stärkere CPU, mehr Speicher sowie eine Frontkamera mitbringt.

Über Oliver Springer 356 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

3 Trackbacks / Pingbacks

  1. Unser Eindruck vom Silk Browser für Kindle Fire Tablets | billigberaten.biz
  2. Fotos auf Kindle Fire Tablets hinzufügen, ansehen und bearbeiten | billigberaten.biz
  3. Fire HD: Amazon bringt neue billige Einsteiger Tablets mit 6 und 7 Zoll | billigberaten.biz

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

Ich stimme zu.

*