Buchtipp: Ein Klick – Der Aufstieg von Amazon und Jeff Bezos

Wer wissen möchte, warum Amazon so erfolgreich ist, erhält in „Ein Klick“ von Richard L. Brandt interessante Einblicke. „Der Aufstieg von Amazon und Jeff Bezos“ lautet der Untertitel. Die umgekehrte Reihenfolge wäre treffender, denn es ist den Talenten und der besonderen Persönlichkeit des Firmengründers zu verdanken, dass Amazon zu dem Giganten werden konnte, der das Unternehmen heute ist.

Das wird bei der Lektüre dieses Buchs von Richard L. Brandt sehr deutlich. Tatsächlich geht es auf den 176 Seiten hauptsächlich um Jeff Bezos, seine Biografie ist der rote Faden des Buchs. Folglich erfährt man in den ersten Kapiteln von „Ein Klick – Der Aufstieg von Amazon und Jeff Bezos“ vor allem etwas darüber, was Jeff Bezos vor Amazon gemacht hat und wie er aufgewachsen ist.

Buchcover Ein Klick – Der Aufstieg von Amazon und Jeff Bezos
Buchcover Ein Klick – Der Aufstieg von Amazon und Jeff Bezos

Von seiner Mutter Hausarrest zu bekommen, war für Jeff Bezos kein Problem, doch als er einmal seine „Büchereiprivilegien“ verlor, traf ihn das wirklich. Wer sich bei der Lektüre des zweiten Kapitels fragt, welche Relevanz die Begeisterung für Star Trek und Weltraumreisen in einem solchen Buch haben, wird dies spätestens im letzten Kapitel merken, wenn es um Blue Origin, ein Jeff Bezos gehörendes privates Raumfahrtunternehmen geht.

Der Unternehmer macht das Unternehmen

In den letzten Kapiteln erscheint mir die Darstellung teilweise zu lückenhaft und oberflächlich, während sich der Autor davor schön viel Zeit für Details nimmt. Das ist aber nicht schlimm, denn insgesamt wird in „Ein Klick – Der Aufstieg von Amazon und Jeff Bezos“ überzeugend herausgearbeitet, dass es die Persönlichkeit von Jeff Bezos ist, die das Fundament des Unternehmens bildet. Mitnehmen kann man als Leser aus dem Buch, dass man nicht zu vernünftig sein, sondern an die Umsetzbarkeit kühner Ideen glauben sollte.

Wer „Ein Klick“ liest, wird aktuelle Entwicklungen wie die Präsentation der Auslieferungsdrohnen beim Projekt Amazon Prime Air nicht einen Augenblick lang für eine bloße PR-Aktion zum Weihnachtsgeschäft halten. Es ist nicht das erste Mal, dass Jeff Bezos mit einer Vision auf breite Skepsis stößt. Davon ist im vorliegenden Buch ebenfalls häufig die Rede. Immer wieder stellt Jeff Bezos althergebrachte Regeln infrage und wagt es, sich in den Augen vieler unvernünftig zu verhalten. Genau das sichert Amazon in der Unternehmensgeschichte mehr als einmal den entscheidenden Vorsprung im Wettbewerb mit anderen – weit größeren – Unternehmen.

Liest sich gut – auch ohne Bilder

„Ein Klick- Der Austieg von Amazon und Jeff Bezos“ liest sich locker und angenehm. Im gesamten Buch findet sich kein einziges Foto. Mich stört das nicht, viel zu oft lenken grafische Elemente heutzutage vom Text ab. Unverständlich ist dieser Totalverzicht in meinen Augen dennoch. Eine echte Schwäche ist, dass Kritisches zum Unternehmen so gut wie gar nicht erwähnt wird. Ich erwarte nicht, dass der Autor den Argumenten von Amazon-Kritikern folgt, aber eine Auseinandersetzung damit sollte für die nächste Auflage unbedingt erwogen werden.

Was mir allerdings am meisten missfällt ist der Umstand, dass der REDLINE Verlag diesen Titel nicht als E-Book anbietet. Wenn überhaupt ein Buch als E-Book veröffentlicht werden sollte, dann doch wohl gerade eines über das Unternehmen, das E-Books kommerziell etabliert hat. Ein Großteil der derjenigen, die mehr über Amazon und dessen Gründer erfahren wollen, dürften einen Kindle E-Book-Reader oder ein Kindle Fire Tablet besitzen.

FAZIT: „Ein Klick – Der Aufstieg von Amazon und Jeff Bezos“ könnte mehr bieten. Dennoch kann ich es Amazon-Fans und denjenigen, die sich vom Erfolg des Unternehmens inspirieren lassen wollen, zum Lesen empfehlen.

Über Oliver Springer 353 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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