Wer weniger vor dem Computer sitzt, hat mehr Zeit zum Fernsehen

Mit dem Medienkonsum ist es so eine Sache: Die Möglichkeiten wachsen, aber man hat nicht mehr Zeit als früher. Deshalb muss man sich seine Zeit einteilen. Das Fernsehen hat in Deutschland – gemessen an der Nutzungszeit – immer noch einen deutlich höheren Stellenwert als die Computernutzung. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung, die der Stromanbieter E WIE EINFACH bei TNS Emnid beauftragt hatte.

Ich frage mich allerdings, wie sich das heute auseinanderhalten lässt. Ob man es gut findet oder nicht, die Parallelnutzung mittels Second Screen ist weit verbreitet. Schon ein Notebook ließ sich vor dem Fernseher aufstellen, aber heute sind Tablets und Smartphones stets griffbereit, gerade in der Fernsehzeit, die man auf dem Sofa verbringt.

Andererseits muss man das Fernsehprogramm nicht aus den Augen lassen, wenn man sich an den PC-Monitor setzt. Ob über einen extra Fernseher, einen Livestream im Webbrowser oder in einer App oder über eine in den PC eingebaute TV-Karte oder einen an den PC angesteckten DVB-T-Stick – fernsehen während man am Computer sitzt, ist auf verschiedenen Wegen möglich.

Dennoch sind die Daten aus der Studie interessant. In der Pressemitteilung des Stromanbieters lesen wir:

>>Der tägliche TV-Konsum der Deutschen hängt stark von Alter und Schulbildung ab. Das hat eine repräsentative TNS Emnid Studie für den Gas- und Stromanbieter E WIE EINFACH ergeben, für die 1.852 Personen befragt wurden. Besonders häufig schauen Menschen mit geringer Schulbildung und Senioren in die Röhre. Spitzenreiter sind die Befragten ohne Lehre, sie lassen sich weit über vier Stunden lang vom Fernseher berieseln (264,5 Minuten). Die über 60-Jährigen bringen es noch auf fast vier Stunden (221 Minuten) TV-Konsum. Deutlich weniger fern schaut dagegen der durchschnittliche Deutsche: Er sitzt etwas mehr als drei Stunden (195 Minuten) vor der Flimmerkiste.

Auffallend: Die Gruppe der 30- bis 39-Jährigen hat den Fernseher weniger als drei Stunden (166 Minuten) pro Tag eingeschaltet, sie verbringt dafür mit mehr als zwei Stunden täglich (136,5 Minuten) viel Zeit vor dem Computer. Nur die 14- bis 29-Jährigen nutzen ihren PC noch länger, nämlich 146 Minuten täglich. Die TV-Heavy-User, also die über 60-Jährigen und diejenigen mit geringer Schulbildung, nutzen ihren Computer von allen Befragten am seltensten.

20 Prozent der Deutschen geben an, gar keinen eigenen PC zu besitzen, 18 Prozent im Westen, 25 Prozent im Osten. Am wenigsten verbreitet ist der Computer unter den über 60-Jährigen, nur etwa jeder Zweite (46 Prozent) besitzt einen PC. Mit dem Bildungsniveau steigt auch die Verbreitung der Computer: Fast jeder Abiturient und Hochschüler hat einen PC, aber nur 64 Prozent der Ungelernten. Die Deutschen verbringen im Durchschnitt knapp zwei Stunden vor dem Computer, Männer mit 132 Minuten etwas mehr als Frauen (107 Minuten).

Das Alter der Elektrogeräte in deutschen Haushalten hängt stark vom Alter ihrer Nutzer und von der Anzahl der Personen ab, die im Haushalt leben. Je größer der Haushalt, desto neuer ist das Gerät. 7,1 Jahre lang wäscht die Waschmaschine in einem Ein-Personen-Haushalt dreckige Wäsche, nur 5,8 Jahre sind es in einer vier- und mehrköpfigen Familie. Die durchschnittliche Waschmaschine ist 6,3 Jahre alt. Bei der Nutzungshäufigkeit unterscheiden sich die West- von den Osthaushalten: In 63 Prozent der Westhaushalte läuft die Maschine mehrmals pro Woche, im Osten dagegen nur bei jedem zweiten Haushalt.

Noch wenig verbreitet ist der Wäschetrockner. Nur jeder zweite Haushalt insgesamt besitzt einen Trockner. Dabei sind es vor allem die großen und einkommensstarken Haushalte, die nicht auf einen Trockner verzichten wollen. Im Durchschnitt ist das Gerät 6,7 Jahre im Einsatz. Wieder sind die Ostdeutschen sparsamer: Rund 70 Prozent der Haushalte im Osten trocknen ihre Wäsche auf der Leine. Spitzenreiter in der Nutzung des Trockners sind die Familien mit vier und mehr Personen: 14 Prozent von ihnen geben an, das Gerät täglich einzuschalten.<<

Über Oliver Springer 351 Artikel

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik …

Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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