Schreibtischarbeit oft schmutziger als gedacht

Arbeit und Schmutz gehörten lange Zeit auf natürliche Weise zusammen. Heute ist das anders, bei der Büroarbeit macht sich normalerweise nicht schmutzig. Oder doch? 

Vielen PC-Tastaturen sieht man bereits auf den ersten Blick an, dass man lieber die Finger von lassen sollte. Man muss nicht gleich so gestört wie die sympathische Hauptfigur der TV-Serie „Monk“ sein, um sich vor unhygienischen Bedingungen an Büroarbeitsplätzen zu ekeln. Oft würde es reichen, bewusst hinzusehen und sich über ein paar Dinge klar zu werden.

Wer zu Hause in seinem Home-Office am Schreibtisch sitzt, hat es unter Sauberkeitsgesichtspunkten besser als Menschen, die an ihrer Arbeitsstelle mit vielen anderen Menschen zu tun haben und sich dabei auch Arbeitsgeräte wie Kopierer und Drucker teilen müssen. Zu Hause kann jeder selbst für Sauberkeit sorgen, aber auch in einem Großraumbüro kann jeder seinen Teil dazu beitragen.

Der TÜV Rheinland mahnt in einer Presseinfo:

>>Hygiene ist auch am gewöhnlichen Büroarbeitsplatz das A und O. Denn auf einem durchschnittlichen Schreibtisch sammeln sich im Lauf der Zeit zahlreiche Bakterien, die die Gesundheit beeinträchtigen können. Daran schuld sind beispielsweise die eigenen Hände oder Essensreste, die in die Tastaturritzen fallen. „Besonders in der Erkältungszeit ist es sinnvoll, ein Augenmerk auf die Hygiene am Arbeitsplatz zu legen. Regelmäßig die Hände gründlich zu waschen ist oberstes Gebot“, erklärt Medizinerin Dr. Wiete Hirschmann, Fachgebietsleiterin Arbeitsmedizin bei TÜV Rheinland.

Die meisten Keime lauern auf Arbeitsmaterialien, Schreibtischflächen, Computertastatur, Telefon und Türklinken. Auch hier ist deshalb eine regelmäßige Reinigung sehr sinnvoll. „Zur Reinigung der Tastatur und Maus eignet sich ein in Alkohol getränktes feuchtes Tuch. Auch Glasreiniger ist geeignet. Der Fachhandel bietet zudem verschiedene Reinigungsutensilien an“, so Dr. Hirschmann.

Doch die größten Überträger von Millionen Keimen bleiben ungewaschene Hände. Das Problem: Weil Menschen im Schnitt etwa alle vier Minuten ihr Gesicht berühren, gelangen Krankheitserreger über die Schleimhäute von Mund, Augen und Nase in den Körper und breiten sich aus. Beim Händewaschen ist auch das richtige Abtrocknen wichtig. Eine Studie von TÜV Rheinland hat bereits im Jahr 2005 gezeigt, dass Papierhandtücher im Vergleich zu Textilrollen oder Handtüchern die Keimanzahl am besten reduzieren. Und besser Hände weg von Heißlufttrocknern: Sie vermehren die Keimzahl auf den Händen sogar ganz erheblich. Auch das hat TÜV Rheinland 2011 erneut im Hinblick auf die in Mode gekommenen Hochgeschwindigkeitslufttrockner im Vergleich zu Papiertüchern festgestellt. Ein weiterer Tipp von Dr. Hirschmann: „Es ist sinnvoll, Ringe beim Händewaschen und Abtrocknen abzunehmen, da sich unter ihnen leicht durch die Restfeuchtigkeit Keime vermehren können.“

Ein weiterer Sammelplatz für Keime ist in vielen Büros leider auch die Küche mit ihren Küchenzeilen und Kühlschränken. Deshalb gilt nach Ansicht der Gesundheitsexpertin auch hier: „Arbeitsflächen und Kühlschrank immer wieder reinigen. Wenn Lebensmittel verdorben sind, sollten diese auch aussortiert werden. Das hilft ebenfalls, die Keimzahl zu dezimieren“, erklärt die TÜV Rheinland-Gesundheitsexpertin.<<

Über Oliver Springer 351 Artikel

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik …

Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

2 Trackbacks / Pingbacks

  1. Arbeiten im Homeoffice – Ablenkungen sind für viele ein Problem | billigberaten.biz
  2. Hände waschen und gut abtrocknen: Experten raten zu Papiertüchern | billigberaten.biz

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*