Wie wichtig ist lebenslanges Lernen?

Wer als junger Mensch gerade die Schule oder die Ausbildung beendet hat, ist oft froh, anstrengendes Lernen hinter sich zu haben. Aber ausgelernt hat man nie – das gilt heute mehr denn je, denn im Durchschnitt ist ein Mensch mehr als 35 Jahre erwerbstätig. Schaut man sich die Entwicklung unserer Technik und Bildung an, ist das ein enormer Zeitraum, in dem sich viele neue Jobs und Positionen herauskristallisieren können.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass sich Menschen, die erwerbstätig sind, kontinuierlich weiterbilden, um nicht den Anschluss zu verpassen. Vor 30 Jahren hätte kaum ein Mensch gedacht, dass der Umgang mit dem Computer in den meisten Jobs Pflicht ist – wer weiß, was in 30 Jahren auf Euch zukommt?

Ständige Weiterbildung ist das Schlüsselwort. Das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft  zum lebenslangen Lernen interessante Zahlen für bereitgestellt. Im Pressetext lesen wir:

>>Nach einer Umfrage des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft ist berufliche Weiterbildung über alle Altersklassen hinweg fester Bestandteil der Karriereplanung.

Fast dreiviertel aller Erwerbsfähigen halten lebenslanges Lernen und berufliche Weiterbildung für unverzichtbar oder sehr wichtig. Dies ergab eine repräsentative Umfrage, die im Auftrag des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft e. V. (bbw) von GMS, der Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung, durchgeführt wurde. In computergestützten Telefoninterviews wurden dabei im Februar über 1.000 bayerische Wahlberechtigte zu ihrer Einstellung zu beruflicher Weiterbildung befragt.

Danach erachten insbesondere überdurchschnittlich viele Selbständige (78 %) sowie Beschäftigte in höheren Positionen (85 %) berufliche Weiterbildung für unerlässlich. Auch für viele ältere Beschäftigte ist eine kontinuierliche Weiterbildung unabdingbar notwendig. In der Altersgruppe der 45 bis 59-Jährigen halten 76 % lebenslanges Lernen und berufliche Weiterbildung für unverzichtbar bzw. sehr wichtig. Sogar bei den Befragten im Alter ab 60 Jahren sind noch 69 % dieser Meinung.

„Diese Ergebnisse zeigen deutlich, dass der demografische Wandel und eine damit verbundene längere Berufstätigkeit in der Gesellschaft angekommen ist“, äußerte Herbert Loebe, Hauptgeschäftsführer des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft e.V.

Hohe Weiterbildungsbeteiligung: Entsprechend der großen Bedeutung, die dem lebenslangen Lernen entgegengebracht wird, gehören berufliche Weiterbildungen inzwischen über alle Altersklassen hinweg fest zur Berufsweg- und Karriereplanung. 2011 haben 64 % der Erwerbsfähigen (ohne Auszubildende, Studierende und Schüler) an einer beruflichen Qualifizierung teilgenommen und dafür durchschnittlich 57,2 Stunden – also mehr als sieben Arbeitstage – aufgewendet.

Dabei haben Arbeitnehmer der Altersklasse 45-59 ebenso viele Stunden mit Weiterbildung verbracht wie ihre jüngeren Kollegen. Selbst bei den bayerischen Erwerbsfähigen im Alter 60plus nahmen noch 58 % an einer beruflichen Fortbildung teil. Erwartungsgemäß liegt der Anteil derer, die die Fortbildungsangebote wahrgenommen und die meiste Zeit (63,3 Stunden) dafür aufgewendet haben, bei den Selbständigen (70 %) und Beschäftigten in höheren Positionen (74 %). Ungeachtet dessen ist mit 69% die Weiterbildungsbeteiligung bei Beschäftigten in niedrigeren Positionen sehr hoch.

Deutlichen Nachholbedarf in puncto berufliche Weiterbildung haben Frauen. Obwohl beide Geschlechter berufliche Weiterbildungen als gleich wichtig betrachten, nehmen noch immer sehr viel mehr Männer als Frauen an Fortbildungen teil. 2011 nahmen rund 71 % Männer und nur 58% weibliche Erwerbsfähige in Bayern berufliche Qualifizierungsangebote wahr. Auch verwenden weibliche Erwerbstätige im Durchschnitt weniger Zeit auf ihre Weiterbildung als ihre männlichen Kollegen.

Oberste Priorität – Fachkompetenz und ein hoher Praxisbezug: Ganz oben in der Rangliste für eine berufliche Weiterbildung stehen fachliche Gründe (76 %) und die gezielte Erweiterung des Wissens für spezielle Anforderungen (42 %). Es geht vor allem darum, die Kenntnisse auf dem neuesten Stand zu halten und „aktuell zu bleiben“. Gewünscht sind vor allem Qualifizierungen mit einem hohen Praxisbezug. Mitunter erwartet man von der zusätzlich erworbenen Fachkompetenz eine bessere Bezahlung und Aufstiegsmöglichkeiten. Persönliche Gründe (26 %) spielen bei der Entscheidung für eine Fortbildung eine untergeordnete Rolle. Auch die Aspekte der Kostenübernahme durch Arbeitgeber oder Arbeitsagentur.

„Die Bereitschaft, für die berufliche Bildung selbst Verantwortung zu übernehmen und in die eigene berufliche Bildung zu investieren, ist erfreulich hoch. Auch bestätigt der große Wunsch nach einem hohen Praxisbezug unser Konzept, die Qualifizierungsangebote der bbw-Gruppe streng nach der betrieblichen Praxis auszurichten“, so Herbert Loebe.<<

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