Warum man in eine Rechtschreibprüfung investieren sollte

Wer regelmäßig schreibt, im Beruf, in der Ausbildung oder in der Schule, weiß: Jeder macht Fehler. Vermutlich wissen diejenigen, die sich am besten mit der deutschen Sprache auskennen, besonders gut, wie viele Fehler selbst in Texten von Profis stecken können, bevor sie auf orthografische Korrektheit geprüft wurden.

Dabei dürften die Texte der Sprachprofis andererseits vergleichsweise wenige Fehler enthalten. Diejenigen, die von einer Software für Rechtschreibprüfung besonders profitieren könnten, setzen sie vermutlich unterdurchschnittlich selten ein. Ob ein Text im Internet veröffentlicht oder etwa als Hausaufgabe abgegeben werden soll – sprachliche Fehler sollten aufgespürt werden, bevor man ihn aus der Hand gibt.

Selbst jeden Text noch einmal in Ruhe durchzulesen, um nach dem Schreiben Fehler zu finden, ist wichtig. Doch eigene Fehler erkennt man besonders schwer. Das liegt nicht nur daran, dass man weiß, was man schreiben möchte, und einem die Fehler deshalb oft nicht auffallen. Manches weiß man einfach nicht bzw. hat man sich falsch eingeprägt. Dann hilft es nicht, selbst Fehler zu suchen.

Der Computer kann helfen

Beim Schreiben am Computer kann man sich jedoch sehr einfach helfen lassen. Schon mit kostenlosen Browser-Add-ons kann man einiges in dieser Hinsicht erreichen. Es lohnt sich meiner Überzeugung nach allerdings, Geld für eine Software für Rechtschreibprüfung auszugeben. Besonders wenn Texte ins Netz gestellt werden, ist der potenzielle Schaden für den eigenen Ruf nämlich kaum zu überschätzen. Das Internet vergisst auch Rechtschreibfehler nicht. Was sind da schon ein paar Euro für eine Software, die Fehler findet bzw. teilweise automatisch korrigiert?

Zum Thema Reputation im Internet im Zusammenhang mit Korrektursoftware lesen wir in einer Pressemitteilung vom Dudenverlag (der damit natürlich die Wichtigkeit seiner eigenen Produkte hervorheben möchte):

>>Dass viele Personalchefs Informationen zu ihren Bewerbern im Internet suchen, ist kein Geheimnis. Oft ist nicht mehr allein entscheidend, wie qualifiziert der Jobkandidat laut Zeugnissen und Lebenslauf ist.

Das Bild, das sich über eine Googlesuche ergibt, kann ausschlaggebend dafür sein, ob er oder sie überhaupt zu einem persönlichen Gespräch eingeladen wird. Denn die Informationen, die zu einer Person im Internet zu finden sind, verdichten sich zu einem bestimmten Image.

Neudeutsch spricht man dabei auch von „Onlinereputation“, also sinngemäß dem „Ruf im Internet“. Bei der „Onlinereputation“ geht es nicht nur darum, ob jemand auf kompromittierenden Partyfotos bei Facebook oder StudiVZ zu sehen ist. Der Arbeitgeber möchte generell einschätzen können, ob jemand zuverlässig ist und sorgfältig arbeitet.

Das Internet kann darüber viel verraten. Wer beispielsweise im Job viele E-Mails oder Briefe an Kunden oder Geschäftspartner verschicken muss, sollte die deutsche Rechtschreibung einwandfrei beherrschen. In Zeiten von Blogs, Onlineforen und sozialen Medien, in denen jeder im Netz seinen Gedanken freien Lauf lassen kann, erübrigt sich oft ein Rechtschreibtest im Bewerbungsprozess.

Der potenzielle Arbeitgeber kann einfach anhand von Pinnwandeinträgen, Blogartikeln oder Tweets auf Twitter erkennen, wie genau ein Bewerber es mit der Rechtschreibung nimmt. Ein Problem dabei: Die digitale Kommunikation nähert sich oft der gesprochenen Sprache an. So liest man in Forenbeiträgen oder bei Facebook solche Botschaften wie „Hilfeeeeeeeee!!!“, „müüüde“ oder „supa“.

Die Rechtschreibfehler werden in solchen Fällen bewusst in Kauf genommen. Häufig werden Texte aber auch komplett klein geschrieben sowie die Satzzeichen weggelassen, ähnlich wie es bei SMS-Nachrichten und privaten Mails passiert. Besonders in Onlinenetzwerken wie Facebook oder StudiVZ, in denen viele Nutzer Profile unter ihrem richtigen Namen anlegen, können Personalchefs sehr leicht deren Sorgfalt im Umgang mit der deutschen Sprache überprüfen.

Korrektursoftware hilft bei der Imagepflege

Wenn man online etwas veröffentlichen möchte, heißt das oberste Gebot: vorher nachdenken. Jeder sollte sich zunächst folgende Frage stellen: Was für einen Eindruck gewinnt eine Person von mir, die dies liest und die mich vielleicht gar nicht kennt? Wer viel Wert auf ein Image als sorgfältiger Mensch legt, vermeidet wahrscheinlich Beispiele wie die oben genannten.

Hier ein paar Tipps, wie man darüber hinaus seinen Ruf im Internet pflegen kann:

  • Besonders vor Bewerbungsgesprächen sollte man sich darauf einstellen, dass man auf Dinge angesprochen wird, die das Internet über die eigene Person verrät. Deshalb ist es wichtig, den eigenen Namen in Suchmaschinen einzugeben und sich die Suchergebnisse anzuschauen. So kann man sich gegebenenfalls auch auf unangenehme und kritische Fragen rechtzeitig vorbereiten.
  • Wer generell unsicher bei der Rechtschreibung ist, kann sich Hilfestellung durch die Duden-Rechtschreibprüfung holen. Die gerade in der Version 8.0 erschienene, mehrfach ausgezeichnete Software lässt sich z. B. in Microsoft Office und OpenOffice integrieren und überprüft Texte direkt bei der Eingabe. Neben der Rechtschreibung prüft die Software auch Grammatik und Stil, erkennt beispielsweise umgangssprachliche Ausdrücke und korrigiert fehlerhafte Worttrennungen. In Officeanwendungen kann jeder einen Text auf Fehler überprüfen und ihm sprachlichen Feinschliff geben, bevor er ihn an eine Facebook-Pinnwand oder in ein Forum schreibt. Blogger haben es dabei besonders leicht: Sowohl Microsofts Officesuite als auch OpenOffice bieten Möglichkeiten, direkt aus der Textverarbeitung heraus in Blogs und Wikis hineinzuschreiben.
  • Bestimmte soziale Netzwerke eignen sich besonders dafür, ein positives und professionelles Bild von der eigenen Person zu vermitteln. In Deutschland gilt das vor allem für die Plattform XING, international zum Beispiel für die Plattform LinkedIn. Der Nutzer kann dort berufliche Qualifikationen detailliert darlegen und Geschäftskontakte pflegen. Da sehr viele Personalchefs solche Netzwerke verwenden, ist dies häufig deren erste Anlaufstelle für Informationen über Bewerber und somit relevanter als Facebook & Co.<<
Über Oliver Springer 353 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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