Die Espresso-Strategie (Rezension)

Über Stress, Burn-out und Entspannungstechniken gibt es hierzulande so viele Bücher, dass man sich (wohl nicht ganz unbegründet) ernsthafte Sorgen über die Menschen in Deutschland machen kann. Das Buch „Die Espresso-Strategie“ von Hans Kreis ist weder ein weiterer Ratgeber, noch mutet der Coach ohnehin schon überforderten Menschen eine anstrengende Lektüre zu.

Nun habe ich absolut nichts gegen lange, anspruchsvolle Texte. Oder dagegen, sich intensiv mit einem Thema zu befassen, um ein Experte auf dem jeweiligen Gebiet zu werden. Aber mal ehrlich: Wer sich erschöpft und überfordert fühlt, hat Besseres zu tun, als zu einem Burn-out-Experten zu werden. Viel wichtiger ist es, Pausen einzulegen und zu sich selbst zu finden. Hier hebt sich das leicht lesbare 185-Seiten-Buch von Hans Kreis wohltuend von der Masse der Ratgeber ab.

Statt einer detaillierten Anleitung zur Entspannung hat Hans Kreis eine Parabel geschrieben, eine sympathische kleine Geschichte über einen Mann, der auf einer Reise nach Italien („Baristaland“) in das Geheimnis der kleinen Pause eingeweiht wird. Normalerweise bevorzuge ich klar strukturierte Ratgeber, die schnell auf den Punkt kommen und am Ende jedes Kapitels das Wichtigste als Zusammenfassung für den schnellen Zugriff im Alltag bieten. Dieses Buch ist völlig anders.

Die kostenlose Leseprobe hat mich überzeugt

Hätte man mir nur davon erzählt, wäre mein Interesse vermutlich nicht geweckt worden. Doch die Leseprobe mit den ersten Seiten des Buchs, als PDF auf der Website zum Buch als kostenloser Download erhältlich, zog mich schon mit den ersten Sätzen in ihren Bann. Ohne Vorreden ist man sofort in der Geschichte drin. Probiert es am besten gleich einmal aus, um zu testen, ob Euch der Stil zusagt! Ich konnte kaum erwarten, wie es weitergeht.

Die Geschichte nur zu lesen, ist schon erholsam. Zugegeben, es passiert nicht furchtbar viel. Dafür kann man völlig entspannt viel darüber erfahren, wie sehr kleine Pausen (Espresso-Pausen) die Lebensqualität verbessern, Stress verhindern und Gelegenheiten für wichtige Einsichten bieten.

Cover des Buchs "Die Espresso-Strategie" von Hans Kreis
Buch-Cover „Die Espresso-Strategie“

Kleine statt große Pause

„Die Espresso-Strategie oder wie ich lernte, das Leben wieder zu lieben“ trägt den Untertitel „Vom Großen Geheimnis der kleinen Pause“. So verlockend ein Sabbatjahr oder wenigstens ein ausgedehnter Erholungsurlaub für Menschen ist, die unter starkem Druck stehen und sich täglich gestresst fühlen – auf die ganz große Pause zu warten, anstatt im Alltag die vielen Gelegenheiten für kleine Pausen zu nutzen, ist gefährlich. Die große Auszeit nimmt man vielleicht nie – oder nicht rechtzeitig. Nicht zuletzt helfen einem kleine Pausen, den nötigen Ausgleich zu finden und gar nicht erst so erholungsbedürftig zu werden.

Wer davon träumt, für eine gewisse Zeit oder für immer „auszusteigen“, stellt beim Lesen vielleicht fest, dass er für sein Glück gar keinen radikalen Schritt gehen muss, um sich befreit zu fühlen. Möglicherweise fasst er auch den Mut, von neuen Prioritäten nicht nur zu träumen, sondern wirklich einen Neuanfang zu wagen. Dem steht vermutlich viel weniger entgegen als angenommen.

An dem im Verlag J. Kamphausen erschienenen Buch „Die Espresso-Strategie oder wie ich lernte, das Leben wieder zu lieben“ gefällt mir persönlich nicht nur das Thema Kaffee bzw. Kaffeebar. „Die Espresso-Strategie“ passt hervorragend zu den Überlegungen, die mich zum mit Start dieses Blogs bewogen hatten. Stress, Druck und Hektik mit kurzen Kaffeepausen zu begegnen, stellt eine besonders einfache und genussvolle Art der Entschleunigung dar.

Über Oliver Springer 351 Artikel

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik …

Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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