Geld Macht Freiheit (Rezension)

Dieser Business-Ratgeber aus dem Redline Verlag liest sich streckenweise wie eine Gangstergeschichte. Das soll so sein, schließlich geht es darum, was wir aus dem Aufstieg von Curtis Jackson vom jugendlichen Straßengangster zum internationalen Rap Star 50 Cent und Unternehmer mit einem geschätzten Vermögen von 500 Millionen Dollar lernen können.

„Geld Macht Freiheit: 10 Gesetze für den täglichen Businesskampf“ erschien in der Originalausgabe als „The 50th Law“, doch eigentlich geht es um elf Grundsätze, die in dem Buch untersucht und systematisch aufbereitet werden. „Das 50. Gesetz“ bildet die Basis für die anderen zehn Regeln. Vereinfacht gesagt handelt es von der Erkenntnis, dass wir über die Ereignisse in unserem Leben erschreckend wenig Kontrolle besitzen. Was wir jedoch kontrollieren können, ist unsere Geisteshaltung. Wer seine Angst verliert, sich eine furchtlose Geisteshaltung zu eigen macht, erlangt Kontrolle und Macht.

„Geld Macht Freiheit: 10 Gesetze für den täglichen Businesskampf“ hat Curtis Jackson nicht alleine geschrieben, es handelt sich um ein gemeinsames Projekt mit dem erfolgreichen Autor Robert Greene. Wie viel Curtis Jackson als Autor direkt beigesteuert hat, mag man hinterfragen. Allerdings hat der Mann bewiesen, dass er mehr als ein im Musikgeschäft zu ein etwas Wohlstand gekommener Krimineller aus dem Getto von Southside Queens in New York ist. Als Geschäftsmann, der gekonnt mit seinem Image arbeitet, gelangte er zu seinem eigentlichen Reichtum.

Seinen Erfolg zu analysieren und in konkrete Tipps für die Leser umsetzen, ist dem Team gelungen. „Geld Macht Freiheit: 10 Gesetze für den täglichen Businesskampf“ ist erfrischend unkompliziert und liest sich dadurch bereits sehr angenehm. Zudem bietet die kriminelle Vergangenheit von 50 Cent mehr als genug Material, um die biografischen Abschnitte spannend erzählen zu können.

Im Gegensatz zu manch anderem Erfolgsratgeber ist „Geld Macht Freiheit: 10 Gesetze für den täglichen Businesskampf“ ganz unkompliziert gehalten und verliert sich nicht in Details. Dafür sorgt auch die besonders klare Gliederung. Nach der Einführung folgen zehn Kapitel, die alle in vier Abschnitte unterteilt sind. Den Anfang machen stets Schilderungen aus dem Leben von 50 Cent, es folgen „Der furchtlose Ansatz“, „Schlüssel zur Furchtlosigkeit“ und „Die Umkehr der Perspektive“, diese Abschnitte sind in allen zehn Kapiteln gleich überschrieben. Die Leser werden allerdings weiter als bis in die Jugend von 50 Cent geführt, das Verhalten einer Reihe historischer Persönlichkeiten wird wird mit Blick auf einzelne der zehn Erfolgsgesetze beleuchtet.

Das verwässert den Ansatz, von 50 Cent zu lernen, wie man Geld, Macht und Freiheit erlangt, erstaunlicherweise nicht. So beeindruckend die Karriere von 50 Cent ist, alles auf seine Person zu beschränken, wäre nicht sinnvoll gewesen, hätte vermutlich zu bemüht gewirkt, die Idee des Buches auf Biegen und Brechen umzusetzen.

Die zehn Kapitel handeln von intensivem Realismus, Eigenverantwortung, Opportunismus, kalkulierter Dynamik, Aggression, Autorität, engen Beziehungen zur Basis, Meisterschaft, dem Glauben an sich selbst sowie dem erhabenen Gefühl des Aufgehobenseins im Kosmos, indem es um die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit geht.

Erfrischend ist nicht nur die klare Sprache, sondern auch der Inhalt von „Geld Macht Freiheit: 10 Gesetze für den täglichen Businesskampf“. Nicht alles im Buch ist neu, aber auf welchen Ratgeber trifft das schon zu? Die Erfolgsmethoden eines Straßengangsters zur Grundlage eines solchen Buchs zu nehmen, ist bereits nicht alltäglich. Das Beste sind jedoch einige interessante Sichtweisen, wie man sie nicht überall findet. „Geld Macht Freiheit: 10 Gesetze für den täglichen Businesskampf“ ist ein ähnlich unkonventioneller Ratgeber wie etwa „Die 4-Stunden-Woche“ von Tim Ferriss, der den eigenen Horizont bestimmt erweitert. Vielleicht entdeckt der eine oder andere Manager bei der Lektüre dieses Wirtschaftstitels sogar sein Interesse für Gangsta Rap.

Das Buch ist keinesfalls nur für Menschen interessant, die eine Karriere als Manager oder etwas anderes in der Richtung anstreben. Es richtet sich an Menschen, die mehr aus ihrem Leben machen, Grenzen überwinden wollen. Mehr über „Geld Macht Freiheit: 10 Gesetze für den täglichen Businesskampf“ von 50 Cent und Robert Greene habe ich bereits in einer Artikelserie auf dem Black Music Portal rap2soul.de geschrieben.

Über Oliver Springer 350 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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