Die deutsche Rechtschreibung zusammen mit Duden Korrektor kompakt im Medienpaket (Rezension)

Die 25. Auflage des berühmten Standardwerks „Duden – Die deutsche Rechtschreibung“ ist vorigen Monat als Medienpaket erschienen, was bedeutet: Zusätzlich zum gedruckten Wörterbuch erhält man anlässlich des Jubiläums besonders günstig die Duden-Rechtschreibprüfung für Microsoft Office und Works für den PC dazu. Bis zum Jahresende 2009 kostet das Paket nur 25 €.

Einzeln ist das Wörterbuch natürlich trotzdem zu bekommen, doch die Differenz zwischen 21,95 € für die Druckversion alleine und 25 € für das Medienpaket lässt die Entscheidung für das Paket leichtfallen.

„Der ‚Duden Korrektor kompakt‘ (Version 6.0) integriert sich nahtlos in Microsoft Office und Works und ist kinderleicht zu installieren und zu bedienen. Er prüft und korrigiert u. a. Fehler bei Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und Worttrennung. Dabei korrigiert die Software nicht nur nach der neuen, 25. Auflage des Rechtschreibdudens, sondern enthält diese auch digital zum bequemen Nachschlagen direkt aus der Microsoft-Office-Anwendung heraus. Durch die ‚Dudenempfehlungen‘ verhelfen Wörterbuch und Korrektursoftware in bewährter Weise zu einer einheitlichen Schreibpraxis“, beschreibt die Pressemitteilung des Verlags die Korrektur-Software.

Für andere Software als Microsoft Office und Works bzw. für andere Plattformen als Windows gibt es die Software ebenfalls nicht als preiswertes Medienpaket: für Mac OS X und Linux in der Office-Bibliothek Version 5.0 sowie als Software für PDAs und Smartphones. Erstmalig wird mit der neuen Auflage das iPhone unterstützt.

„Die digitale Version des neuen Dudens ist darüber hinaus standardmäßig in den neuen ‚Duden Korrektoren 6.0‘ für Microsoft Office und Works (‚Duden Korrektor 6.0‘, ‚Duden Korrektor PLUS 6.0‘ und ‚Duden Korrektor PLUS 6.0 Update‘) und im ‚Duden Korrektor 6.0‘ für OpenOffice und StarOffice zum Nachschlagen enthalten“, informiert der Verlag zu weiteren Versionen.

Diese Vielfalt ist lobenswert, aber was mir fehlt ist eine Rechtschreibprüfung für den Browser. Viele Texte, die ich schreibe, entstehen nicht mit der Textverarbeitung, sondern direkt beim Bloggen in WordPress. Außerdem wird Software, die nicht lokal installiert ist, sondern über das Netz genutzt wird, immer wichtiger. Das Büro-Paket von Google läuft direkt im Browser.

Überhaupt wird vieles geschrieben, was nicht den Weg über die Textverarbeitung oder das E-Mail-Programm nimmt. Denken wir an Foren-Beiträge, Tweets und Status-Updates in Social Networks! Wer weiß, wie es um die Rechtschreibung im Web 2.0 aussieht, wird mir in diesem Punkt nicht widersprechen. Es besteht akuter Handlungsbedarf!

Positiv gesehen bietet sich ein gewaltiger Markt, denn während es beim kommunikativen Austausch unter Freunden selten ein Problem darstellt, erhebliche Schwächen im Umgang mit der deutschen Sprache zu offenbaren, fügt man seiner Reputation im Internet dadurch erheblichen Schaden zu. Meiner Meinung nach handelt es sich um eines der am meisten unterschätzten Risiken für das eigene Image.

Ein paar Bilder vom Komasaufen (in der 25. Auflage des Dudens übrigens neu dabei) sind demgegenüber meiner Ansicht nach harmlos. Wer beim Twittern (ebenfalls neu im Duden) nicht nur ab und zu wie jeder Mensch ein paar Fehler macht, sondern über einen langen Zeitraum Fehler um Fehler sammelt, dürfte seiner Karriere weit mehr schaden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sollte man davon ausgehen, dass alles, was man unter eigenem Namen ins Netz stellt, gegen einen verwendet werden kann. Das sei als Warnung verstanden, den Duden für die deutsche Rechtschreibung bei entsprechenden Aktivitäten im Netz neben die Maus zu legen.

Viele langjährige Nutzer von „Duden – Die deutsche Rechtschreibung“ werden sich über das Verschwinden der vielen rot gedruckten Wörter wundern. Rot gedruckt waren bislang die Neuerungen infolge der Rechtschreibreform. Ich hatte mich schon gefragt, ob der Verlag diese Art Kennzeichnungen ewig beibehalten würde. Die Dudenempfehlungen sind nun gelb hinterlegt. Sehr gut gefallen mir die Schwerpunkte zu den Begriffen, zu denen man gerne etwas mehr erfahren möchte. „Rund 400 Infokästen mit leicht verständlichen Regeln und praktischen Beispielen erklären schwierige Zweifelsfälle. Der neue Sonderteil ‚Sprache in Zahlen‘ vermittelt wissenswerte Informationen rund um den deutschen Wortschatz“, steht in der Presseinfo.

Für sein Geld bekommt man als Käufer von „Duden – Die deutsche Rechtschreibung“ sehr viele Seiten, die neue Auflage könnte den Eindruck erwecken, Rechtschreibung sei schwer, das Werk ist ein schwerer Brocken. Ein Auszug aus dem Pressetext: „Mit rund 135 000 Stichwörtern und über 500 000 Beispielen, Bedeutungserklärungen und Angaben zu Worttrennung, Aussprache, Grammatik, Stilebenen und Etymologie präsentiert der neue Duden den aktuellen Wortschatz der deutschen Gegenwartssprache so umfassend wie nie zuvor.“

Mehr als 5.000 Wörter wurden von der Redaktion neu aufgenommen. Sprache verändert sich, ein Wörterbuch muss den Änderungen Rechnung tragen. Allerdings ist man hier über das Ziel hinausgeschossen. Nicht jede mehr oder weniger kreative Wortschöpfung, die sich gerade einer gewissen Beliebtheit bzw. einer häufigen Anwendung erfreut, sollte aufgenommen werden. Wenn viele Menschen etwas falsch machen, wird es dadurch ja auch nicht richtig.

Zuerst ein paar positive Beispiele: Einbürgerungstest, Hybridauto, Partikelfilter, Handy-TV, Effizienzklasse. Aber: ausschnapsen, austillen, Exzellenzcluster, fehlernähren, Campusmaut, Integrationsgipfel, internetaffin, Nickname, Nacktscanner, Phrasenschwein und Bad Bank?

Hochwertiges Äußeres, übersichtliche Gestaltung und gut verständliche Erklärungen machen die 25. Auflage von „Duden – Die deutsche Rechtschreibung“ zu einer Empfehlung. Es gibt in Deutschland wohl niemanden, der dieses Werk nicht gebrauchen könnte.

Über Oliver Springer 371 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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