Zum Ende des Jahres Bilanz ziehen

Das neue Jahr steht vor der Tür, in wenigen Tagen beginnt 2009. Einen Jahresplan aufzustellen, der die persönlichen Ziele für die kommenden zwölf Monate enthält, möchte ich nachdrücklich empfehlen. Vorher ist jedoch ein anderer Schritt wichtig: Bilanz zu ziehen. Erst recht gilt das, wenn man für das laufende Jahr bereits einen Plan aufgestellt hatte bzw. überhaupt schon einen langfristigen Plan für sein Leben hat.

Vor der neuen Planung gilt es, zu überprüfen, welche Ziele man bereits erreicht hat oder woran es gegebenenfalls noch hakt. Eventuell haben sich im Laufe des Jahres die Rahmenbedingungen völlig verändert oder sind die eigenen Ziele aus anderen Gründen nicht mehr so wichtig wie noch vor einem Jahr. Kurz gesagt: Bevor 2009 geplant wird, sollte man wissen, wo man aktuell steht. Gab es für 2008 noch keinen Jahresplan, empfiehlt sich daher dennoch eine Rückschau.

Möglicherweise ist es am spannendsten, sich dabei mit Problemen, vor allem bisher ungelösten, zu befassen, doch der Fokus sollte nicht auf eine Problemanalyse gesetzt werden. Das demotiviert, entzieht Kraft und versetzt nicht in die optimistische Stimmung, die wir im nächsten Schritt für den neuen Jahresplan benötigen.

Es hebt nicht bloß die Moral, sich seine Erfolge anzuschauen: Es ist mindestens genauso wichtig, die eigenen Erfolge zu analysieren wie die Misserfolge, denn Erfolge sind oft ausbaufähig, können wiederholt werden. Wenn etwas funktioniert, sollte man mehr daraus machen! Stattdessen neigen viele Menschen dazu, ihre Gedanken um Probleme und Misserfolge kreisen zu lassen.

Die Jahresbilanz sollte also in dieser Hinsicht ausgewogen sein. Die Balance ist wichtig. Damit sind wir schon bei einem sehr wichtigen Aspekt: Alle Lebensbereiche gehören in die Jahresbilanz, keinesfalls nur Arbeit, Beruf, Karriere, Bildung, sondern ebenso Erholung, Beziehungen zu anderen Menschen, Freizeitaktivitäten, Gesundheit. Es geht um den ganzen Menschen, also sollte alles, was dieses Jahr bedeutsam war, in der Jahresbilanz vorkommen. Eine Überbetonung einiger Bereiche und die Vernachlässigung anderer sieht man am Ende schwarz auf weiß. Eine wertvolle Erkenntnis könnte sein, sich bewusst dafür zu entscheiden, ein Projekt nicht weiterzuverfolgen.

Wie umfangreich die eigene Jahresbilanz ausfallen sollte, lässt sich nicht pauschal festlegen. Einen ganzen Nachmittag sollte man sich schon dafür reservieren, um einige Stunden ungestört auf das abgelaufene Jahr zurückblicken und in Ruhe darüber nachdenken zu können. Dieses Innehalten, Reflektieren ist besser als mit großem Fleiß viele Seiten mit Details zu füllen. Worauf es wirklich ankommt, kann meist in wenigen Sätzen formuliert werden.

So hängt der Umfang der Jahresbilanz mehr davon ab, wie viele Bereiche bzw. Aktivitäten berücksichtigt werden. Ich arbeite hier auf Grundlage meines Jahresplans und gehe Punkt für Punkt darin durch, wenn ich auf das vergangene Jahr zurückblicke. Wurde der Jahresplan am Computer erstellt, bietet es sich an, die Datei unter anderem Namen abzuspeichern und den Text stehen zu lassen. Unter die einzelnen Ziele / Punkte kommt dann der neue Text im Rahmen des Rückblicks auf das alte Jahr. So stehen Anspruch und Wirklichkeit gleich untereinander.

Sich Zeit für eine Jahresbilanz zu nehmen, ist eine sehr gute Investition, es erleichtert die Erstellung des neuen Jahresplans bzw. weitergehender Lebenspläne ungemein.

Über Oliver Springer 349 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

3 Kommentare

  1. 2009 wird für mich ein extrem spannendes Jahr. Wohl das entscheidende Jahr, welches mein Leben für die nächsten Jahrzehnte prägen wird. Im Juni kommt mein erster Nachwuchs auf die Welt und im Sommer beginne ich mir Arbeiten. Studium endlich fast beendet.

    Spannende 12 Monate liegen vor mir und ich freue mich.

  2. @Logge: Da stehen für Dich ja wirklich große Veränderungen an! Mit der positiven Einstellung wird es in jedem Fall leichter.

    Kann ich Dich zu meinen regelmäßigen Lesern zählen oder hast Du nach „Jahresbilanz“ oder einem ähnlichen Begriff gesucht?

  3. @Logge: Glückwunsch zum Nachwuchs und alles Gute!

    Bilanz zu ziehen ist sehr wichtig, wie soll man sonst herausfinden wo die Fehler im vergangenen Jahr lagen, und wie man es besser machen kann. Ich kann es nur jedem empfehlen einen „Jahresabschluss“ zu machen.

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