Fernsehen ohne schlechtes Gewissen

Hattest Du diesen Monat schon ein schlechtes Gewissen, weil Du Zeit mit Fernsehen vergeudet hast? Dann lies diesen Artikel und schüttele Dein schlechtes Gewissen ab!

Menschen, die sich für intellektuell oder von der Bildung her anderen regelmäßig überlegen fühlen, schimpfen gerne auf das Fernsehen, dass Menschen angeblich verblöden lasse. Besonders schlimm seien die Privatsender und auf Pay-TV ist dieser Menschenschlag selten gut zu sprechen: „Dafür auch noch Geld ausgeben?!“

Mit seiner Zeit könnte man doch so viel Besseres anstellen, als vor dem Fernseher zu sitzen. Wer in einer Großstadt wie Berlin lebt, die ein immenses Angebot an kulturellen und gastronomischen offeriert, hat es besonders schwer, sich zu rechtfertigen, wenn er lieber auf seiner Couch sitzt und fernsieht, anstatt aktive Freizeitgestaltung zu betreiben.

Erfolg und großer Fernsehkonsum scheinen nicht zusammenzupassen, ein gutes Wort über das Fernsehen als Freizeitbeschäftigung oder auch der Informationsgewinnung findet man selten. Tim Ferris empfiehlt den Lesern seines Ratgebers „Die 4-Stunden-Woche“ eine Informationsdiät und als Aktion gar eine einwöchige Medien-Fastenkur. Und der geschätzte Blogger-Kollege Haris Halkic erklärt in seinem Blog über Motivation und Erfolg, warum Fernsehen schlecht sei.

Schluss mit dem schlechten Gewissen! In der Freizeit müssen wir nichts leisten, sonst ist es keine echte Freizeit. Echte Freizeit zu haben bedeutet, die Zeit verschwenden zu dürfen; es bedeut, dass wir also auch kein schlechtes Gewissen haben müssen, selbst wenn Fernsehen Zeitverschwendung wäre.

Wer sein Leben vereinfachen möchte, kann einen großen Schritt vorankommen, indem er sich frei macht von der Meinung anderer, wo sich die anderen nicht einzumischen haben. Sich von anderen einreden zu lassen, wie wir unsere Freizeit gestalten sollten, brauchen wir nicht hinzunehmen. Es ist unsere Freizeit und damit unsere Entscheidung. Zeitvergeudung wäre der Fernsehkonsum, wenn wir uns anschließend nicht besser, sondern schlechter fühlen würden. Ist das so?

Das Medium Fernsehen möchte ich nicht zuletzt deshalb verteidigen, weil (!) es uns zur Passivität führt. In unserer hektischen Zeit, in der vieles gleichzeitig erledigt wird, ständige Erreichbarkeit eingefordert wird und das Leben viel zu schnell abläuft, ist eine passive Freizeitbeschäftigung eine sehr gute Sache, meine ich.

Der Fortschritt bietet uns allerdings Möglichkeiten, besser fernzusehen, die es zu nutzen lohnt: Neben Pay-TV wird Video on Demand wie bei Maxdome immer attraktiver, denn selbst zu bestimmen, wann man eine bestimmte Sendung anschauen möchte, ist natürlich besser, als sich vom Fernsehprogramm den Tagesablauf bestimmen zu lassen. Bleiben wir beim Beispiel Maxdome: Rund 15.000 TV-Inhalte stehen zum sofortigen Abruf bereit, nicht nur am Computer, sondern tatsächlich von der Couch aus am Fernsehschirm. Video on Demand wie Maxdome ist eine prima Möglichkeit, sein Leben zu vereinfachen, noch dazu ziemlich kostengünstig.

Mitten im Fernsehgenuss Werbung anschauen zu müssen, eventuell sogar mehrmals pro Sendung, fördert weder den Genuss noch die Entspannung. Auch da sind Dienste wie Maxdome oder herkömmliches Pay-TV ein großer Vorteil. In einem Blog über Zeitmanagement soll auch die Zeitersparnis nicht unerwähnt bleiben, die der Verzicht auf das zwangsweise Anschauen von Werbespots bringt. Bei einem spannenden Film aus der Handlung gerissen zu werden, setzt die Behelligung mit Störungen während der Arbeit in der Freizeit fort. Das lässt sich mit Pay-TV vermeiden. Viele beliebte Serien und spannende Filme laufen etwa auf dem Sender 13th Street. Ohne Unterbrecherwerbung und zu verlässig auf festen Sendeplätzen.

Wie viel Zeit könnte man erst sparen, wenn man seinen Fernseher abschafft? Die Frage kritisiere ich gar nicht, doch die Antwort sollte gut sein! Die Freizeit vor dem Fernseher durch neue, anstrengende Aufgaben zu ersetzen, ist keine befriedigende Alternative.

Das Leben in Balance zu halten, ist wichtig. Insofern ist klar, dass ein Übergewicht an Passivität selbstverständlich nicht anzustreben ist. Unsere Ruhezeiten durch Aktivität zu belasten, ist aber ebenso falsch.

Durch einen Spaziergang im Park wird man geistig auch nicht gefordert, wenngleich dies eine empfehlenswerte Beschäftigung für die Freizeit ist. Ich spreche dieses Beispiel – viele weitere ließen sich nennen! – nur an, um deutlich zu machen, dass eine gute Freizeitbeschäftigung nicht geistig fordern oder anspruchsvoll sein muss.

FAZIT: Unsere wohlverdiente Freizeit sollten wir nicht von anderen bestimmen lassen. Wie wir uns entspannen, müssen wir nicht vor anderen Leuten rechtfertigen. Fragen wir uns lieber, welche Motive diese Leute verfolgen, die uns unseren Fernsehspaß nicht gönnen.

Über Oliver Springer 351 Artikel

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik …

Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

12 Kommentare

  1. Nun, ich bin auch einer der „Fernsehen ist doof“ Verfechter und verurteile nur all zu gerne meine Freunde wenn sie wieder den halben Tag nebenbei die Kiste laufen lassen! Doch auch ich werde manchmal „schwach“, denn es gibt immer Sendungen die einen wirklich entspannen und zum Lachen bringen. Meine Favoriten sind „Scrubs“ und „Dr.House“ und ich würde sehr ungern auf diese beiden „Leckerbissen“ des Fernsehen verzichten, der Rest aber könnte mir ruhig gestohlen bleiben!

    Ein Zeitfresser bleibt der Fernseher für mich trotzdem, denn wer nicht gezielt fernsieht sondern noch gelangweilt durch die Kanäle zappt, macht was falsch! Wenn wir schon fernsehen, dann doch bitte aktiv! Da finde ich die Alternative bei Maxdome ebenfalls schon besser, als sich das Nachmittagsprogramm von RTL, SAT1, PRO7 usw. antun zu müssen ..

  2. @Michael: Viel Zeit vor dem Fernseher verbringen kann Zeitvergeudung sein, besonders, wenn man „ohne Plan“ einschaltet und sich dann von Programm zu Programm zappt.

    Du sprichst davon, „aktiv“ fern zu sehen. Das würde ich nicht so nennen, sondern lieber von einem bewussten Auswählen sprechen, denn das Schöne am Fernsehen ist gerade die Passivität, die damit verbunden ist. Das wird meist gerade negativ beurteilt, doch in unserer heutigen Zeit, in der zu oft Multitasking gefordert wird und so viel Hektik herrscht, sehe ich die Passivität beim Fernsehen gerade als positiv.

    Dank der Digitalisierung und Pay-TV-Sendern ist die Auswahl an guten Programmen so groß wie nie.

  3. … auch wenn’s weder tolles Zeitmanagement noch tolle Freizeit ist, will ich mich outen: Ich gucke abends gerne mal ein Magazin wie SternTV oder einen Film wegen der MÖGLICHST VIELEN WERBEPAUSEN. Denn dann gucke ich (Freizeit) und in den Werbepausen arbeite ich. Entweder ich beantworte E-Mails oder ich schreibe an einem Artikel oder Buch weiter. Auf diese Weise bekomme ich ganz nebenbei eine Menge „weggearbeitet“.

    Viele Grüße
    Gitte Härter

  4. @Gitte: Das ist ja mal ein ganz anderer Ansatz, die Werbeblöcke im Fernsehen zu nutzen. Die Idee ist interessant, doch ich habe die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, irgendwann wirklich fertig zu sein – für den jeweiligen Tag. Dann abends noch zu arbeiten, wenn man „eigentlich“ schon in der Freizeit ist, erscheint mir für eine nachhaltige Erholung nicht empfehlenswert zu sein.

    Kurze private Mails mögen da noch passen, ein Posting für einen privaten Blog passt ebenfalls noch, denke ich, doch an einem Buch zu schreiben…?

    Gerade ein Video on Demand Service wie Maxdome bietet da eine bessere Alternative: Die Sendung kann jederzeit auf Pause gestellt werden, wenn man einen guten Gedanken für das Buch hat oder Freunden eine Mail schreiben möchte. Das geht dann allerdings ganz ohne Zeitdruck. Sogar die langen Werbeblöcke sind irgendwann zu Ende und dann noch nicht fertig geworden zu sein, dürfte frustrieren.

  5. … ja, das ist der Nachteil: Mit dem „nie richtig fertig sein“ (werde ich auch ändern), aber der Vorteil ist, dass man noch einiges in den lästigen Werbepausen wegbringt 🙂 – natürlich sind das dann auch immer nur klar eingegrenzte kurze Sachen: etwa das Weiterarbeiten an einer Checkliste oder einem Tippkasten oder, wie Sie schon sagen, einem kleineren Artikel. Die großen Dinge, bei denen man mit voller Konzentration dabei sein muss, das wäre nichts – dazu sind (zum Glück!) die Werbepausen nicht lang genug und es wäre auch nicht das richtige Ambiente dafür.

    TV im Netz mach ich gar nicht, muss ich sagen. Da finde ich das physische Wegsein vom PC schon auch sehr entspannend.

    Schöne Grüße
    Gitte

  6. Um beim Beispiel Maxdome zu bleiben: Das geht auch über den Fernseher mittels Set-Top-Box. So kann man ohne Tastatur und Maus über das Internet Sendungen anschauen. Ich hab es getestet und es hat mich überzeugt.

    Vor dem PC zu sitzen, um dort Sendungen anzuschauen, ist mir auch nichts. Mal ein kurzes Video, Interviews zum Beispiel, das ist etwas anderes.

    Pausen mit Werbung zum Arbeiten nutzen: Geht das nicht auf Kosten der Konzentration – sowohl was die Aufgaben als auch was die Sendung angeht?

  7. Hallo Herr Springer,

    danke für den Hinweis mit dem Netz-per-Fernseher-TV. Vielleicht schau ich mir das mal an, wenn ich zeitlich ein „Loch“ habe 🙂

    Zur Konzentrationsfrage: Also da ich mir für die Werbepausen ja kleine begrenzte Texte vornehme, passt das gut rein. Ich habe da kein Konzentrationsproblem, schreibe natürlich auch nicht hochwissenschaftliche Sachen oder hantiere mit Zahlen, da wäre das was anderes.

    Man glaubt es gar nicht, wieviel man während ein paar Werbepausen noch ganz nebenbei schafft. Das ist schon ein tolles Gefühl: produktives Fernsehen sozusagen.

    Es ist halt, und das ist meine Aufgabe für nächstes Jahr, nicht gerade der Hit, was den Freizeitwert angeht. Aber da ist das Fernsehen das kleinste Puzzlesteinchen.

  8. Ich glaube schon, dass man da einiges schaffen kann und sich über das Erledigte freuen kann. Trotzdem bin ich skeptisch, was den Erholungswert angeht – besonders, da es sich um geistige Arbeit handelt.

    Besser geeignet erscheinen mir Tätigkeiten für die Werbeblöcke, bei denen man sich nicht auf ein anderes Thema einstellen muss wie etwa Aufräumen oder vielleicht noch Sortieren / Aussortieren etc.

    Ich gucke jedoch seit vielen Jahren fast nichts mehr zu der Zeit, zu der es gesendet wird, sondern nutze lieber Videorekorder. Der Aufwand für das Programmieren des Videorekorders ist verschwindend gering gegenüber der Zeit, die man durch die entfallenden Werbeblöcke gewinnt. Auch bei Sendungen im Pay-TV ist mir das lieber, denn so kann ich bestimmen, wann ich etwas sehen möchte, was einen Gewinn an Zeitsourveränität bedeutet.

    Ein Service wie Maxdome erspart das Heraussuchen und Programmieren und kommt daher vielen Menschen entgegen.

    Die öffentlich-rechtlichen TV-Sender reagieren mit ihren Mediathek-Angeboten ja auch auf diese Bedürfnisse.

    Mein Tipp daher: Einfach mal das Notebook auf den Couchtisch stellen und ein paar Sendungen von ARD oder ZDF anschauen, um zu sehen, wie angenehm Video on Demand sein kann – um auf den Geschmack zu kommen, bevor man sich für ein kostenpflichtiges Abo wie bei Maxdome entscheidet. Wobei man Maxdome auch ohne Abo nutzen kann, doch dann ist es nicht so günstig.

  9. Ich finde das Fernseh – Schauen keine gute Freizeitalternative ist.
    Die Sendungen des öffentlich rechtlichen Fernsehens erheben zwar den Anspruch auf Bildung aber viel zu oft bleibt man mit der Fernbedienung auf Privatsendern hängen und sieht sich total sinnlose Sendungen an.

    Lesen ist doch eine viel bessere Form der Unterhaltung und zudem kann man sich heutzutage vieles über das Internet ansehen und dann ist man nicht sosehr versucht, sich von den Wellen des Fernsehens gefangen nehmen zu lassen.

    Ab und zu mal ein Fernsehabend ist okay, aber auf die Dauer wird man zu einer Couchpotato

  10. @Pat: Wie man sich seinen eigenen Fernsehkonsum gestaltet, hat man selbst in der (Fernbedienungs-) Hand. So wie Du argumentierst, könntest Du auch gegen das Internet sein. Im Internet gibt es ebenfalls unzählige Versuchungen ohne besonderen Anspruch. Ein Blick auf Listen mit den häufigsten Suchbegriffen, die um diese Jahreszeit gerne veröffentlicht werden, ist durchaus erschreckend.

    Wieso muss man sich beim Fernsehen denn immer bilden oder wenigstens informieren? Sich gut unterhalten zu lassen, ist doch auch was!

    Allerdings sollte man sich im eigenen Interesse nicht mit Sendungen zufrieden geben, die einen nicht wirklich interessieren, sondern gezielt auswählen.

    Daher kann ich nur empfehlen, ein paar Euro für Pay-TV auszugeben, um aus einem größeren und sehr oft qualitativ besseren TV-Angebot wählen zu können.

  11. hey oliver,
    natürlich hat jeder selbst in der hand was er ansieht. leider bleiben die meisten bei den billigen unterhaltungssendungen haften anstatt sich was sinnvolles anzusehen.

    und meistens kann man die zeit vor der glotze auch anders nutzen. unterhaltung muss nicht immer sinnlos sein, es gibt auch gehobene unterhaltung.
    theater oder konzerte zum beispiel.

    gegen trash oder castingshows ist ja nichts einzuwenden aber das sollte nicht zum regelmäßigen programm eines zuschauers gehören

  12. @Pat: Theater und Konzerte sind nicht unbedingt anspruchsvoller als Sendungen im Fernsehen. Es kommt auf die Inhalte an.

    Sendungen allgemein in sinnvolle und nicht sinnvolle einzuteilen ist problematisch. Was für den einen sinnvoll ist, mag für den anderen die falsche Wahl sein.

    Entspannung bei einer harmlosen Sitcom zu finden, mag für jemanden, der den ganzen Tag geistig gearbeitet hat, sinnvoller sein, als sich eine Dokumentation auf einem Kanal wie Discovery Geschichte oder National Geographic anzusehen.

    Bildung ist wichtig, doch ich finde es gefährlich, erwachsenen Menschen vorschreiben zu wollen, was sie sich ansehen dürfen. Ich möchte Dir, Pat, nicht unterstellen, dass Du so weit gehst. In Diskussionen über Trash im Fernsehen wird diese Grenze indes oft überschritten.

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