Rezension: Das Starbucks-Geheimnis

Der Autor Dr. Joseph Michelli ist nicht bloß ein Betriebspsychologe, der aus beruflichem Interesse die Erfolgsgeheimnisse der Coffeeshop-Kette Starbucks erforscht und anschließend ein Buch dazu verfasst hat. Dieser Mann schreibt nicht objektiv, er ist ein Fan.

Seine Begeisterung und Bewunderung für Starbucks ist die eines Missionars, der fest daran glaubt, dass die Führungsprinzipien, die Starbucks innerhalb weniger Jahre aus einem kleinen Laden in Seattle zu einem Imperium mit über 15.000 Filialen in dutzenden von Ländern wachsen ließen, in jeder Firma nutzbringend eingesetzt werden können.

Seine Beteuerung, er sei ein Außenstehender, der nicht vor hätte, das Unternehmen in den Himmel zu heben, ist bestimmt ehrlich gemeint, doch genau das tut er. Michelli hat Recht, wenn er sagt, Starbucks sei es auch ohne Hilfe von Wirtschaftsautoren sehr gut gelungen, weltweit für sich zu werben.

Andererseits zeigt er in „Das Starbucks-Geheimnis. Wie aus Kaffee Gold wird“ anhand vieler Geschichten, wie wichtig es ist, aus Kunden Fans zu machen, die (durch positive Erlebnisse) emotional mit dem Unternehmen verbunden sind.

Wer wie Michelli für anderthalb Jahre tief in die Welt von Starbucks eintaucht, um auf allen Ebenen des Konzerns zu erleben, wie Starbucks funktioniert, ist kein Außenstehender mehr.

Das schadet diesem Buch jedoch nicht, geht es doch gar nicht um eine objektive Sicht, sondern um die Frage, was jeder von uns an seinem Arbeitsplatz bzw. in der eigenen Firma von die Ideen, Regeln, Abläufen und Überzeugungen bei Starbucks übernehmen kann.

Diese Aufgabe wurde gut umgesetzt: Im Layout durch kaffeebraune Kästen hervorgehoben finden sich unter der Überschrift „Was Sie von Starbucks lernen“ immer wieder Fragen, mit denen man herausfinden soll, wie man das gerade Gelesene für sich nutzbar machen kann.

Revolutionäre Managementtechniken, die bisher noch nirgends beschrieben wurden, darf man in „Das Starbucks-Geheimnis. Wie aus Kaffee Gold wird“ nicht erwarten, doch Michelli präsentiert seine Beobachtungen anschaulich, unterhaltsam und – sofern man selbst ein Fan ist – mitreißend. Nicht zuletzt liefert der Erfolg von Starbucks den Beweis, dass sich der Aufwand lohnt, dass die Prinzipien funktionieren.

Davon gibt es fünf große, mit denen der charismatische Firmenboss Howard Schultz seine Vision, in den USA und darüber hinaus eine neue Kaffeekultur zu etablieren, wahr gemacht hat: „Mache es dir zu eigen“, „Jedes Detail ist bedeutsam“, „Überrasche und erfreue“, „Freue dich über Widerstand“, „Drücke der Welt deinen Stempel auf“. Zusammen mit Vorwort, Einleitung etc. bilden die Prinzipien passender Weise die Grundstruktur des Buches.

Soviel sei über den Erfolg von Starbucks verraten: Das Geheimnis liegt nicht im Kaffee, sondern in der Unternehmenskultur, die die Menschen – Kunden wie Mitarbeiter – in den Mittelpunkt stellt.

Über Oliver Springer 356 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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