Verplante Freizeit – unverplante Freizeit – geplante Freizeit

Freizeit gehört in den Terminkalender, sonst findet sie bei vielbeschäftigten Menschen gar nicht statt. Das ist schon richtig, doch sollte man hier nicht den Fehler begehen, die Freizeit zu sehr zu verplanen.

Terminstress gibt es längst nicht mehr nur im Beruf, auch Termine in unserer Freizeit können uns stressen; immerhin sind sie mit Verpflichtungen verbunden, mit Disziplin. Ein Musikinstrument zu lernen, im Verein Sport zu treiben, einen Sprachkurs als Urlaubsvorbereitung zu belegen, sind Beispiele für sinnvolle Freizeitgestaltung. Summieren sich diese Termine – besonders in Kombination mit einem fordernden Job – können wir uns bei unseren freiwilligen Aufgaben nicht ausreichend erholen.

Wer von uns kennt das nicht? Wer sehnt sich nicht zuweilen in seine Kindheit zurück, als Zeitdruck unbekannt war? Gab es das damals schon für alle oder war das nur ganz wenigen Berufsgruppen vorbehalten?

Hallo! Unsere Freizeit verplanen wir doch selbst. Von wem lassen wir uns diktieren, dass wir unsere Freizeit „sinnvoll“ nutzen müssen? Kurzurlaub? Dafür haben wir doch unseren Balkon!

Das Beste aus unserer Freizeit herauszuholen, bedeutet nicht zwingend, viel zu unternehmen. Auf der Couch zu dösen, heißt ja auch nicht, nichts zu tun. Man tut ja was. Man döst. Auf der Couch.

Wenn wir unsere Mitmenschen nicht dadurch belasten, ist Faulheit eine prima Sache. Rechenschaft für unsere Freizeitgestaltung sind wir niemandem schuldig. Dafür bekommen wir kein Zeugnis ausgestellt.

Wir dürfen faul sein, wenn wir das Bedürfnis danach haben, und es ohne schlechtes Gewissen genießen. Haben wir uns nachhaltig erholt, keimt in uns mit großer Wahrscheinlichkeit der Wunsch nach Aktivität wieder auf.

Bei der Freizeitplanung ist Ausgewogenheit zwischen unverplanter und verplanter Freizeit wichtig. Unverplante Freizeit kann durchaus Aktivität bedeuten, doch ergibt sich diese spontan aus einem aktuellen Wunsch heraus.

Verplante Freizeit hat oft ihren Platz im Kalender, unverplante nicht, was eigentlich besser ist, denn in den Kalender sollten wir nur Termine eintragen. Damit die unverplante Freizeit nicht von anderen Aktivitäten verdrängt wird, kann es sinnvoll sein, sie als Termin einzutragen, damit wir uns selbst daran hindern, uns etwas für diese Zeit vorzunehmen. Ob das nötig ist, wird sich jeder von uns leicht selbst beantworten können.

Entscheidend ist, unsere gesamte Freizeit als Planungsgröße wahrzunehmen, damit wir die richtige Balance finden und die unverplante Zeit im Zweifel einplanen können.

Über Oliver Springer 351 Artikel

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik …

Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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