Entschleunigen für Anfänger: Einfach mal Zeit mit Surfen verschwenden

Hier ist ein Tipp, um das eigene Leben zu entschleunigen, der wirklich Spaß bringt. Versprochen! Zur Entschleunigung unseres Lebens werden oft Maßnahmen vorgeschlagen, die uns einmal für kurze Zeit weg führen von Web, Handy, Organizer, Fernbedienungen und anderen Errungenschaften des modernen Lebens.

Ich weiß, wie schwer das fällt und möchte zum Einstieg in die Entschleunigung eine ganz einfache Möglichkeit vorschlagen, zu der wir uns nicht erst zwingen müssen und die wir bequem nutzen können, ohne von unserem Schreibtisch aufzustehen.

Ohne schlechtes Gewissen einfach mal wieder im Web „surfen“, nicht während der Arbeitszeit oder während man eigentlich nach etwas anderem sucht, sondern bewusst, mit ausreichend Zeit und vor allem mit reinem Gewissen – wann haben wir das zum letzten Mal getan? Den Computer nur dafür einzuschalten, um uns im Web von Seite zu Seite zu klicken und das ganz altmodisch auch noch Surfen zu nennen!

Das Wort habe ich lange nicht mehr jemanden sagen hören, der über fortgeschrittene Onlinekompetenz verfügt. Ich gebrauche es hier, weil es einige von uns in eine frühere Zeit zurücktragen könnte, die weit zurückliegt, in der das Internet noch nicht fester Bestandteil unserer Arbeitswelt war. Das Web war für die meisten Menschen nur ein Spaß. Holen wir uns diesen Spaß mal wieder zurück! Mit schnellem DSL und Flatrate verdirbt uns nicht einmal mehr unsere Telefonrechnung die Freude am Websurfen.

An welche Websites aus der damaligen Zeit erinnern wir uns noch? Beginnen wir unseren Ausflug ins Netz doch mit der Suche nach dem Verbleib dieser Onlineangebote. Einige sind vielleicht noch online, andere lassen sich nur noch über spezielle Archive als historisches Material bewundern.

Worauf es ankommt: Plane das Surfen im Web als Freizeittermin ein, den Du nicht mit Arbeit in irgendeiner Form verbindest – auch nicht mit Überweisungen von Deinem Onlinekonto oder dem Chat mit Arbeitskollegen, die um diese Zeit vielleicht zufällig online sind oder gar der Pflege Deines Profils bei XING oder einem anderen Social Network für den Businessbereich.

Onlineshopping ist erlaubt, aber komm ja nicht auf den Gedanken, nach Fachbüchern für Deine Arbeit zu suchen! Ein Fachbuch über die Gestaltung eines Aquariums, das Du Dir schon lange bauen wolltest, ist dagegen erlaubt. Ich bin sicher, Du weißt jetzt, worauf es mir ankommt.

Ohne schlechtes Gewissen nur zum Spaß online zu gehen, kann Dir die Freude mit dem Medium ein Stück zurückbringen, wenn das Internet inzwischen hauptsächlich ein Tool für Deine tägliche Arbeit geworden ist. Gib zu, dass ich Dich dazu nicht erst überreden muss!

Als positiven Nebeneffekt bekommst Du unter Umständen eine bessere Konzentration auf Deine Arbeit, wenn Du später wieder beruflich im Netz bist, weil Du die Seiten, die Du unbedingt besuchen wolltest, schon in Deiner Freizeit besucht hast und Du Dich jetzt nicht mehr damit ablenkst.

Über Oliver Springer 351 Artikel

Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik …

Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

2 Kommentare

  1. Genau das ist Entschleunigen NICHT. Weiterhin ist alles geplant, strukturiert, formalisiert. Wer es so handhabt, hat von wirklicher Entschleunigung keine Ahnung. Die Ziele sind nämlich eben nicht die steile Karriere, das viele Geld, sondern ein entspannter Umgang mit sich und seinem Leben. Kein Vollzeit und Überstunden Dauerstress. Es ist kein verkaufbares Produkt, kein Lerneinheit, keine Weiterbildung.

  2. @Heinz: Wo ist in meinem Artikel von Karriere oder Geld die Rede? Und wieso ist alles geplant, strukturiert und formalisiert? Das Einzige, was einplant werden soll, ist, Zeit, die mit spontanem Surfen im Web verbracht wird, ohne dass dabei irgendein Ziel erreicht wird.

    Sich im Kalender einen Zeitraum von allen Aufgaben und Arbeiten freizuhalten und ganz grob einzuplanen, was man mit dieser Freizeit tun wird, hat doch damit nichts zu tun.

1 Trackback / Pingback

  1. Im ßchweiße deineß Angeßißchtß bloggern « Worte,Zeichen,Bilder

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