Stress vermeiden durch Aufschieben

Welcher Tag ist der stressigste der ganzen Woche? Diese Frage habe ich mir heute gestellt. Das ist eindeutig nicht so eindeutig: Eine Suche bei Google nach dem stressigsten Tag der ganzen Woche fördert zutage, dass die Meinungen der Menschen dazu weit auseinander gehen.

Auf www.bindestrich.net wird eine US-Studie zitiert, bei der es darum geht, welche Tage für welche Art von Aufgaben besonders geeignet sein sollen und der Montag als stressigster Tag der Woche ausgemacht.

Die Begründungen machen auf den ersten Blick einen überzeugenden Eindruck, doch bin ich als Individualist stets skeptisch, wenn das Verhalten von Menschen so einfachen Regeln unterliegen soll.

Die Woche besteht dort auch nur aus den Tagen von Montag bis Freitag, was sich wohl nur Workaholics wünschen. In einem anderen Blog, Thadeus at the Movies!, wird kreativ argumentiert, warum der Sonntag der stressigste Tag der Woche sei.

Am Sonntag geht das angenehme Wochenende dem Ende entgegen, vor einem liegt die neue Woche, die man noch komplett vor sich hat – ohne den Trost auf den baldigen Beginn des Wochenendes. Respekt! Sehr klar auf den Punkt gebracht! Das Gefühl kenne ich aus früheren Zeiten, in denen ich weniger Herr über meine Zeit war als jetzt.

Zu allem übel würden sich am Sonntag auch all die Aufgaben, die spätestens am Montag erledigt sein müssen, stauen, weil man sie nicht mehr weiter aufschieben könne. Das passt bestens zu einem spanischen Sprichwort, das Zeitmanagement-Experte Lothar J. Seiwert auf www.bumerang-prinzip.de vor einiger Zeit zum „Quote of the Week“ erklärte: „Morgen ist meistens der stressigste Tag der Woche.“

Bringt uns das einer Antwort auf die Ausgangsfrage näher? Ja! Unsere Einstellung, unsere Wahrnehmung, unsere Erwartungen führen dazu, dass wir unser Stress-Erleben vorverlegen, früher damit beginnen.

Hier liegt die Chance, rechtzeitig gegenzusteuern. Einmal bei unserer Einstellung zu den Aufgaben. Bis zum nächsten Tag ist noch genug Zeit dafür. Zum anderen können wir das Aufschieben endlich auch einmal produktiv für uns nutzen, indem wir auf Basis einer soliden Prioritätensetzung weniger wichtige und weniger dringliche Aufgaben gar nicht erst für morgen einplanen. Wochenplanung statt nur Tagesplanung.

Über Oliver Springer 350 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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