Aufschieben als Energieräuber

Unangenehme Dinge als Erstes erledigen. Das ist als Grundregel zum Einen sinnvoll, weil durch Aufschieben wertvolle Zeit und Energie aufgezehrt werden, zum Anderen auch deshalb, weil das Aufschieben von wichtigen Dingen oft erheblichen Schaden anrichtet: von der eigenen Gesundheit bis hin zur Karriere.

Dazu kommt, dass wir uns mit dem Unangenehmen so oft viel länger und intensiver beschäftigen, als wenn wir es einfach mal erledigen würden. Das schlechte Gewissen grüßt mehrmals täglich – über Wochen oder gar Monate!

Positiv gesehen bringt es uns oft ein bedeutendes Stück nach vorne, wenn wir das lange Aufgeschobene endlich anpacken. Schließlich quälen uns weniger die unangenehmen Dinge, die wir für unwichtig halten.

Doch sind wir innerlich überzeugt, dass wir das, was wir durch Aufschieben vermeiden, längst hätten tun sollen und wir uns durch das Aufschieben Schaden zufügen, nagt es an uns. Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und Lebensfreude werden dadurch geschädigt. Je wichtiger die unangenehme Aufgabe unserer Einschätzung nach ist, desto schlimmer ist der mentale Schaden.

Diese negativen Gedanken machen uns nicht mutiger und begünstigen weiteres Aufschieben. Zusätzlich wächst die To Do List an, weil diese alten Punkte einfach immer noch drauf stehen.

Die gute Nachricht auch hier: Gelingt es uns nach längerer Zeit, trotzdem erfolgreich eine solch unangenehme Aufgabe zu durchzuführen, fühlen wir uns erleichtert und können mit dieser Motivation vielleicht sogar eine weitere unangenehme Aufgabe anpacken. Dazu haben wir den Negativkreislauf durchbrochen, was ebenfalls ein positives Gefühl vermittelt.

Besser also, wir lassen es gar nicht so weit kommen!

Über Oliver Springer 349 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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