Der 100 Sekunden-Test zur Selbstbestimmung

Wer füllt eigentlich Deinen Kalender? Es lohnt sich, da mal einen Blick drauf zu werfen! Für einen ersten Test mit einen „Klick-Erlebnis“ brauchst Du keine zwei Minuten. Anschließend siehst Du Deinen Kalender möglicherweise mit anderen Augen.

Wenn Du einen Kalender aus Papier hast, kannst Du sofort anfangen, solltest Du elektronisch planen (z. B. mit Outlook), drucke Dir Deinen Tagesplan aus. Nimm Dir drei Stifte mit unterschiedlichen Farben zum Markieren und setze neben jeden Termin und jede Aufgabe die passende Markierung:

Farbe 1: fremdbestimmte Tätigkeiten
Dazu zählt alles, was Du nicht von Dir aus tust, sondern eben sein „muss“. Mehr oder weniger. Theoretisch haben wir fast immer die Wahl, doch die Konsequenzen sind oft so gestaltet, dass wir „nicht wirklich“ die Wahl haben. Außerdem zählen dazu die vielen Aufgaben, die wir anderen zuliebe tun und die Verpflichtungen des täglichen Lebens.

Beim farblichen Kennzeichnen gilt nicht unbedingt, dass Arbeit fremdbestimmt und Freizeittermine selbstbestimmt sind. Wer den richtigen Job gefunden hat, freut sich morgens vielleicht mehr auf die Arbeit und die Kollegen als auf die Geburtstagsfeier mit der Verwandtschaft. Und Gartenarbeit ist für den einen eine lästige Pflicht, für den anderen das Highlight des Wochenendes.

Grundregel also: Will ich oder muss ich? Was überwiegt?

Farbe 2: selbstbestimmte Tätigkeiten

Farbe 3 sorgt für eine sinnvolle Differenzierung, denn damit werden diejenigen fremdbestimmten Tätigkeiten zusätzlich markiert, bei denen Du ein gutes Gefühl hast.

Bitte entscheide aus dem Bauch heraus und stelle auch keine grundsätzlichen Überlegungen an! Es geht nur um den konkreten Termin.

Und jetzt? Sollst Du alle fremdbestimmten Termine und Aufgaben ablehnen oder schon für heute absagen? Nein, denn in vielen Fällen wird es besser sein, die Einstellung zu den Pflichten zu verändern. Schon damit kannst Du Dir das Leben erheblich erleichtern.

Die Markierungen sind der Ausgangspunkt dafür, die Eintragungen im Kalender kritisch zu hinterfragen. Dazu gehört die eigene Einstellung nicht zuletzt, denn oft machen wir uns unser Leben unnötig schwer, weil wir zwar innerlich „Nein“ zu etwas sagen, was wir dann trotzdem tun. Damit schaffen wir gute Voraussetzungen dafür, eine Sache, die wir uns als unangenehm vorstellen, auch negativ zu erleben.

Auf der anderen Seite gibt es sicher Dinge, die wir sein lassen sollten – nicht gleich zehn am Tag, aber wenn wir dadurch auch nur zwei Stunden pro Woche bei den ungeliebten, fremdbestimmten Tätigkeiten sparen können, um sie zu unseren Lieblingsaufgaben zu schieben, lohnt es sich allemal.

Es würde meinem Bestreben nach Vereinfachung zuwiderlaufen, zu empfehlen, die Übung jetzt zwei Wochen lang jeden Tag zu machen. Ab und zu, am Anfang häufiger, lautet meine Empfehlung. Nach einigen Durchläufen wirst Du die farblichen Markierungen vor Deinem geistigen Auge oft auch von alleine sehen, ohne sie tatsächlich anzubringen, was Dir hilft, bewusster mit Deiner wertvollen Zeit umzugehen.

Über Oliver Springer 349 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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