Haus über Kopf (Filmkritik)

„Haus über Kopf“ („Bringing Down The House“) macht vor, wie sich auch mit einer geballten Sammlung von Klischees und Stereotypen eine originelle Komödie gestalten lässt. Die beiden Comedy-Asse Steve Martin und Queen Latifah sind die Idealbesetzung, die der platten Story den nötigen Drive verleihen.

Peter Sanderson (Steve Martin) ist ein spießiger Steueranwalt, der sich zum Wohle seiner Karriere gekonnt rechts und links weggduckt und dabei sein Privatleben völlig vernachlässigt. Deshalb ist er auch geschieden, obwohl er immer noch Gefühle für seine Ex-Frau hat.

In einem Chatroom trifft er auf „Lawyer-Girl“, eine attraktive, blonde Anwältin, mit der er sich schließlich auch verabredet. Denkt er zumindest, denn sein Date , das dann tatsächlich vor seiner Tür steht, ist weder blond noch schlank und Anwältin ist sie auch nicht, vielmehr ist Charlene gerade aus dem Knast ausgebrochen und braucht dringend einen Rechtsbeistand – genau deshalb steht sie vor seiner Haustür und sorgt mit allerlei Tricks dafür, dass Sanderson sie nicht mehr los wird.

Hier überzeugt Queen Latifah weniger durch schauspielerisches Talent als damit, dass man ihr diese Rolle einfach abnimmt, denn von den schauspielerischen Leistungen her ist Steve Martin drei Level weiter. Im Gegensatz zu einigen seiner früheren Filme zeigt sich der Alt-Profi in „Haus über Kopf“ vergleichsweise unaufgeregt, nicht so überdreht, was ihm klar besser steht.
An manchen Stellen des Films hatte ich das Gefühl, gerade etwas verpasst zu haben, weil die Geschichte sich manchmal zu sprunghaft entwickelte – vielleicht wurde der Film im Nachhinein auch nur um zu viele Szenen gekürzt, wer weiß, jedenfalls holpert es.

Stark dagegen wie nicht anders zu erwarten: Der Soundtrack mit einer Mischung aus Neu und Alt, aus R&B und Rap. Queen Latifah ist mit zwei eigenen Songs dabei, gehört allerdings auch zu den Produzenten. Die weiteren Künstler sind Jadakiss Foxy Brown, Floetry, Mr. Cheeks, Iceberg, Lil Wayne, Unit, N. E. R. D., Calvin Richardson, Barry White und Kelly Price, die mit einer beeindruckenden Version des Evergreens „Ain’t Nobody“ glänzt und als Club-Sängerin in einer Szene auch kurz zu sehen ist.

FAZIT: „Haus über Kopf“ ist eine gute Wahl, wenn’s einfach mal lustig sein soll, ohne dass man seinen Kopf anstrengen möchte.

Über Oliver Springer 432 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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