Friday After Next (Filmkritik)

Craig und sein Cousin Day-Day haben im dritten Teil der Friday-Reihe endlich eine eigene Wohnung und zunächst sogar das Geld für die Miete – bis sie in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (Heiligabend!) von einem als Weihnachtsmann verkleideten Einbrecher ausgenommen werden. Neben den ganzen Weihnachtspräsenten ist damit auch das Geld für die Miete futsch.

Da die Vermieterin keinen Spass versteht, hetzt sie ihren Sohn – man ahnt es schon voller Schadens-Vorfreude – Damon, der gerade aus dem Knast raus ist, auf die beiden. Also bleibt den Helden nichts anderes übrig, als noch am selben Tag die Jobs als Wachleute in einem kleinen Einkaufszentrum anzunehmen – eine Arbeit, die keiner machen will, seit ihre Vorgänger…ja, was ist eigentlich mit denen passiert? Das will Craig und Day-Day keiner der Ladenbesitzer erzählen. Aus gutem Grund, wie Craig und sein Kumpel bald selbst rausfinden müssen.

Da es alles andere als sicher ist, dass sie bereits am ersten Tag als „Mietbullen“ einen dicken Vorschuss werden kassieren können, ist ihre Tagesaufgabe klar definiert: Nebenher den Mann zu finden, der sie beklaut hat – der zockt sie jedoch bald ein zweites Mal ab!

Auch in „Friday After Next“ ist Ice Cube in der Rolle des Craig zu sehen, der selbst eigentlich ganz vernünftig ist, den Mike Epps als Day-Day jedoch ständig in Schwierigkeiten bringt.

Einziger Lichtblick in seiner Situation ist die Verkäfuerin Donna (K. D. Aubert), die nicht nur atemberaubend gut aussieht, sondern auch nett und als einzige weitere Person neben Craig halbwegs normal ist – dass die beiden zusammen gehören, wird jedem Zuschauer sofort klar.

Überhaupt ist die Handlung – so sehr manche Situationen auch an den Haaren herbeigezogen sind – sehr vorhersehbar. Bei einem Streifen wie „Friday After Next“ macht das allerdings nichts, weil es auf die extrem dünne Story eh nicht ankommt, der Film klar von Ice Cube lebt und eher vom Durcheinander als von einem roten Handlungsfaden angetrieben wird.

Die meisten Charaktere sind wie schon bei den vorigen beiden Teilen stark überzeichnete Stereotype ohne eigene Persönlichkeit. Beim dritten Film der Friday-Reihe angekommen kann man jetzt immerhin feststellen: Das gehört wohl zum Konzept, sorgt für Running Gags, die sich Ice Cube und DJ Pooh nur einmal ausdenken mussten und seither recyclen können. Das ist dann für viele Leute auch ein Kritikpunkt: kaum neue Gags.

Spass macht „Friday After Next“ trotzdem, und selten haben Filme so starke Soundtracks, die auch noch so gut passen. Zu hören sind diesmal Tracks von Westside Connection, Rah Digga, F.T, den Nappy Roots, Krayzie Bone, 50 Cent, Rockwilder, Mr. Kane, Calvin Richardson, Leon Haywood, Slave, Donny Hathaway, Eartha Kitt und den Temptations – auch Weihnachtliches ist darunter.

Schaut Euch „Friday After Next“ am besten an, wenn Heiligabend wieder auf einen Freitag fällt, also zum Beispiel im Jahr 2010 oder 2021 oder – wenn Ihr es nicht ganz so eilig habt – 2027.

Über Oliver Springer 353 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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