Farscape Staffel 2

Der Anfang der zweiten Staffel schleudert den Zuschauer mitten ins Geschehen, setzt nahtlos dort an, wo die erste Season auf dem Höhepunkt der Spannung endete. Ganz ohne Vorreden geht es also zur Sache, und das gehört ja zu den Erfolgsgeheimnissen von „Farscape“: die Storys mit mächtig Schwung zu erzählen, den Zuschauer spüren zu lassen, wie die Charaktere dem Sog der Ereignisse ausgesetzt sind.

Action ist weiter ein wichtiges Element von „Farscape“, auch die hervorragende Deko mit einer Liebe zum Detail auf Spielfilm-Niveau schafft eine fantastische Atmosphäre, doch es sind die verrückten, frischen Ideen und smarten Dialoge, die „Farscape“ den Kultstatus einbringen.

Ob es allerdings die beste Entscheidung war, wie in Season 1 ein Katz-und-Maus-Spiel als roten Faden zu stricken, möchte ich bezweifeln. War es in der ersten Staffel mit Captain Crais ein typischer Bösewicht auf seinem Rache-Weg, der die Crew der Moya in Atem hielt, kommt diese Rolle hier dem (clevererweise schon eingeführten) Scorpius zu. Immerhin ist dieser doch weit gruseliger als der gut aussehende Captain Crais, der nun ganz offen seine eigenen Pläne verfolgt – vor allem mit dem jungen Kriegsschiff Talyn, dem Kind von Moya.

Ohne durch zu viele Einzelheiten hier die Spannung verderben zu wollen: Den Seitenwechsel von Crais haben die Autoren plausibel und sehr geschickt verpackt. Damit eröffnen sich natürlich für den weiteren Verlauf der Staffel tolle Möglichkeiten.

Überhaupt verzweigt sich die „Gesamt-Story“ in der zweiten Staffel stärker als in der ersten, was auch dadurch ermöglicht wird, dass die Crew-Mitglieder häufiger getrennt operieren. Mag sein, dass sich die Geschichten-Schreiber damit zum Teil selbst der für diese Serie so bedeutsamen Gruppendynamik berauben, andererseits wird der Entwicklung der Beziehungen innerhalb der Crew großes Gewicht gegeben.

Weiterentwickelt wurde auch die Sprache: So werden neue Alien-Begriffe eingeführt, die zwar so manchen Griff zum Booklet erfordern, um sie im Lexikon nachzuschlagen, doch erhöht das für mich klar den Spaß.

Unpassend ist der Box-Aufdruck „Überirdisches Bonusmaterial“: Zunächst mal, wie witzig ist das bitte? Außerdem ist das zusätzliche Material zwar ordentlich, aber gewiss nicht überirdisch: drei Videoprofile (von Chiana, Scorpius und Crais), fünf Audiokommentare (von den Regisseuren Andrew Prowse, Ian Watson sowie Rowan Woods, den Drehbuchautoren und Produzenten David Kemper und Richard Manning und den Schauspielern Nai Tupu und Claudia Black. Dazu kommen noch einige entfallene Szenen und das 36seitige Booklet.

Die Minuten habe ich nicht nachgezählt, und das ist für mich auch keine besonders wichtige Angabe, doch macht es keinen guten Eindruck, wenn auf der Box einmal 1.100 Minuten angepriesen werden, ein Stück weiter unten 1.041 Minuten und in der beiliegenden Werbung für das Verlagsprogramm 1.056 Minuten als Laufzeit für die 8 DVDs genannt werden.

Sehr erfreulich ist dagegen der Sound (Dolby Digital 5.1), wahlweise in deutscher oder englischer Sprache und wahlweise auch mit Untertiteln.

FAZIT: Wer die erste Staffel mag, kommt auch diesmal wieder voll auf seine Kosten. Anspruchsvolle Science-Fiction mit soviel Humor und Drive wie bei „Farscape“ gibt es leider nicht alle Tage.

Über Oliver Springer 353 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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