Business English (Audiotrainer)

Motivation ist alles? Die halbe Miete ist sie beim Lernen von Sprachen bestimmt, denn eine Fremdsprache lernt sich nicht über Nacht. Das braucht Zeit, das ist ein Langzeitprojekt. Das lässt sich nicht in zwei Wochen als Aktion durchführen, zu der man sich dann halt zwingt. Deshalb ist es gerade beim Lernen einer Sprache wichtig, dass man es tut, weil man es will und nicht bloß, weil man es muss oder es sich vorgenommen hat.

Ein dickes Kompliment deshalb für digital publishing, die mit dem Audiotrainer „business english“ ein prima Paket für die drei Bereiche Telefonieren, Meetings und Verhandeln zusammengeschnürt haben. Bei diesen Themen ist es weit schwieriger Lernfreude aufkommen zu lassen als etwa bei einem Kurs, mit dem man sich auf sprachlich fit für den Sommerurlaub an den Stränden Floridas machen möchte.

Bei einem reinen Audiosprachkurs besteht eine Herausforderung darin, den Zuhörer bei der Stange zu halten, ihn sich nicht in seinen Gedanken verlieren zu lassen. Wie schnell ist man mit seinen Gedanken bei etwas anderem?

Indem der Hauptsprecher wie ein persönlicher Coach mit einem spricht und Fragen und Aufgaben stellt, motiviert er zum Dranbleiben. Er nimmt nicht die Rolle eines Lehrers ein, sondern die eines Freundes, der mit Spaß dabei ist. Seine positive Ausstrahlung macht ihn sympathisch, so dass man ihm sehr gerne zuhört.

Typisch für die ganze „audio“-Reihe ist die Einteilung in viele ganz kleine Lernschritte. Das erleichtert die Handhabung besonders beim Lernen unterwegs, weil sich jede Stelle durch die Aufteilung in viele Tracks schnell auffinden lässt. Jeweils ein paar Tracks bilden eine Lerneinheit, in der so zwar nicht besonders viel, das Wenige aber besonders gut vermittelt wird.

„business english“ richtet sich natürlich an fortgeschrittene Lerner mit einem gewissen Wortschatz. Mit diesem Paket (dessen Teile übrigens auch einzeln erhältlich sind) erlangt man Grundwissen im jeweiligen Spezialgebiet. In dem Teil, der sich mit dem Telefonieren befasst, erfährt man so zum Beispiel, wie die englischen Ausdrücke für Begriffe wie Durchwahl und Amtsleitung lauten und wie man sie im Kontext verwendet.

Das ist sowieso die ganz große Stärke der „audio“-Reihe: Die Situationen werden so lebendig wie in einem Hörbuch geschildert. Und genau so unterhaltend! Noch ein Wort zur Zielgruppe und bleiben wir dazu beim Thema Telefonieren: Hier erfährt man einiges, was man auch außerhalb des Geschäftslebens gebrauchen kann. Schließlich wird Englisch nicht in erster Linie deshalb in der Schule gelehrt, damit die Schüler in ihrem Urlaub zurechtkommen, sondern weil die englische Sprache mehr und mehr Bedeutung im Berufsleben erhält. „business english“ wie es in diesem Audiotrainer vorkommt, ist nicht Managern vorbehalten, sondern für jeden interessant, der im professionellen Bereich in Englisch kommuniziert. Nicht zuletzt wird es in der Einleitung zum Teil Verhandeln gesagt: Wir verhandeln jeden Tag in so vielen Situationen, auch wenn wir es nicht mit diesem Begriff betiteln würden.

Durch die stabile, hübsche Verpackung eignen sich die Titel der „audio“-Reihe von digital publishing auch zum Verschenken.

Auf einen Kopierschutz wurde verzichtet. Der Hersteller selbst fordert sogar dazu auf, die Inhalte der CDs ins MP3-Format umzuwandeln, um sie bequem mobil zu nutzen. Das belohnt den ehrlichen Käufer und trägt dem Bedürfnis der Nutzer Rechnung, selbst zu entscheiden, wann, wo und wie er seinen Sprachkurs nutzt.

Einziger Minuspunkt: Es gibt die Lerninhalte nicht schriftlich, ein Mit- oder Nachlesen ist so leider nicht möglich. Die Titel der „audio“-Reihe sind als reiner Kurs für die Ohren konzipiert.
+ sehr guter Sprecher
+ gute Struktur
+ praxisnah
+ ansprechende Verpackung
+ annehmbares Preis-Leistungs-Verhältnis
+ sorgt für Lernmotivation
– kein Mit- oder Nachlesen möglich, es gibt keine Texte in schriftlicher Form

Über Oliver Springer 353 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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