Durchstarten zum Traumjob – Das Handbuch für Ein-, Um- und Aufsteiger (Rezension)

Wer „Durchstarten zum Traumjob“ tatsächlich durcharbeitet und nicht nur durchliest, wird wohl kaum auf lange Sicht arbeitslos bleiben. Der Autor Richard Nelson Bolles fordert von seinen Lesern alles – und wer so viel Energie systematisch einsetzt, hat gute Chancen, einen angenehmen Arbeitsplatz zu finden.

„Durchstarten zum Traumjob“ aus dem Campus-Verlag ist keines dieser Bücher, in denen en détail der Aufbau einer angeblich perfekten Bewerbungsmappe heruntergebetet wird, sondern setzt viel tiefer an: bei der Persönlichkeit und den Bedürfnissen des Bewerbers. Vor der Frage, wie man sich am besten bewirbt, steht zuerst einmal, was man will. Denn ohne Ziel vor Augen sind Tipps zu Einzelheiten wenig nützlich. Richard Nelson Bolles betrachtet den Arbeitslosen oder Wechselwilligen nicht bloß als jemanden, der Arbeit sucht, sondern eher als jemanden, der seine Rolle in der Welt bzw. für sein Leben sucht.

So gesehen kann sich die Arbeitslosigkeit tatsächlich als eine große Chance darstellen: als Punkt im Leben, an dem man sich (endlich?) darüber klar wird, wer man ist und sein möchte.

Der Autor spricht seine Leser als einzigartige Menschen an, denen er helfen möchte, ihr Potenzial zu entdecken und auszuschöpfen. Zu einem großartigen Buch wird „Durchstarten zum Traumjob“ dadurch, dass Richard Nelson Bolles gleichzeitig sehr menschlich-warmherzig und fordernd – wie ein guter Trainer – auf die Leser einwirkt.

Er geht auch darin einen unkonventionellen Weg, indem er die Schwächen des üblichen „Jobsuchsystems“ aufzeigt. Freie Arbeitsplätze gibt es eine ganze Menge, doch die wenigsten werden in Stellenanzeigen bekannt gemacht. Überhaupt hält der Autor die üblichen Methoden zur Jobsuche für wenig geeignet, eine gute Arbeit zu finden. Dafür liefert er konkrete Anleitungen, wie es seiner Meinung und Erfahrung nach weit besser funktioniert.

Der von ihm vorgeschlagene Weg ist allerdings alles andere als bequem. Der Job eines Arbeitslosen, sagt Richard Nelson Bolles, besteht darin, Arbeit zu suchen. Vollzeit! Das fängt damit an, an fünf Tagen in der Woche um 9 Uhr morgens damit anzufangen und erst um17 Uhr wieder damit aufzuhören. Wer alle im Buch genannten Schritte geht, kommt kaum darum herum, als Arbeitsloser sogar Überstunden zu machen, um das gewaltige Pensum zu schaffen. So hart arbeitet kaum jemand, der einen bezahlten Vollzeitjob hat. „Durchstarten zum Traumjob“ kann auch als eine Anleitung gesehen werden, sich zu einem Menschen zu entwickeln, der für Arbeitgeber hoch attraktiv ist.

Folgerichtig fordert Richard Nelson Bolles dazu auf, im Zweifel nicht nach freien (vorhandenen) Stellen zu suchen, sondern lieber eine Firma ausfindig zu machen, in der man seine Fähigkeiten optimal einbringen kann und den Chef dann von zu überzeugen, den entsprechenden Arbeitsplatz extra für einen selbst einzurichten.

Natürlich weiß auch der Autor des Buches, dass so ein Durchstarten kaum jemandem leicht fallen dürfte. Er widmet sogar ein ganzes Kapitel den durch Arbeitslosigkeit hervorgerufenen Depressionen.

„Durchstarten zum Traumjob“ ist also kein Buch speziell für vermeintliche Überflieger, sondern gerade auch für Langzeitarbeitslose interessant, die unter ihrem Arbeitslossein leiden. Andererseits muss man nicht erst seinen Job verlieren, um von diesem Bestseller zu profitieren. Auch wer einen Arbeitsplatz hat oder sich noch in oder vor seiner Ausbildung befindet, kann „Durchstarten zum Traumjob“ als wertvollen Wegweiser für die berufliche Zukunft nutzen.

Über Oliver Springer 356 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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