Flow im Beruf – Das Geheimnis des Glücks am Arbeitsplatz (Rezension)

Das Komplizierteste in diesem Buch ist der Name des Autors: Mihaly Csikzentmihalyi. Ansonsten geht es in „Flow im Beruf – Das Geheimnis des Glücks am Arbeitsplatz“ um ganz einfache Ideen, die man eigentlich nicht auf 300 Seiten in einem Buch ausbreiten müßte.

Doch in unserer Gesellschaft, die – wie ich mal sagen möchte – weitgehend ihre „Bodenhaftung“ verloren hat, kommt die (Wieder-) Entdeckung der von Mihaly Csikzentmihalyi geschilderten Forschungsergebnisse einer Offenbahrung gleich.

Nachhaltige bzw. wiederkehrende Glückserfahrungen erleben wir nicht durch Zerstreuung und Zeitvertreib, sondern durch harte Arbeit. Das klingt nicht besonders populär in der Freizeitgesellschaft, doch der Autor hat sich wissenschaftlich lange mit dem sogenannten Flow-Erlebnis befaßt.

Vereinfacht gesagt entsteht Flow, wenn Anforderungen und Fähigkeiten bei einer Aufgabe gleichermaßen hoch sind, die Aufgabe also schwierig ist und wir sie dann meistern. Dabei sind wir voll bei der Sache und vergessen alles andere um uns herum.

Natürlich können solche Flow-Erfahrungen auch in anderen Lebensbereichen vorkommen wie zum Beispiel beim Sport oder einem anspruchsvollen Hobby. Den größten Teil unserer Energie stecken wir jedoch meist in unsere Arbeit, zumindest nimmt das Berufsleben einen gewaltigen Teil unserer Lebenszeit in Anspruch.

Daher sollte unsere Arbeit uns so viele Flow-Erfahrungen wie möglich bieten, was freilich bislang für viele Menschen nicht der Fall ist. Das hängt vor allem damit zusammen, wie die Arbeit bzw. die Firma organisiert ist. Die „Unternehmensführer“, wie Mihaly Csikzentmihalyi sie nennt, haben es weitgehend in der Hand, welche Möglichkeiten ihre Arbeiter und Angestellten an ihrem Arbeitsplatz haben, Flow zu erleben. „Flow im Beruf – Das Geheimnis des Glücks am Arbeitsplatz“ wendet sich von der Ansprache her dann auch an alle Arten von Chefs.

Indes hält auch eine auf den ersten Blick ganz langweilige Arbeit in einer schlecht organisierten Firma meist noch Möglichkeiten für Flow-Erlebnisse bereit, wenn man sie mit der richtigen Einstellung angeht. Somit ist das Buch auch für Menschen interessant, die nur wenig Einfluß darauf nehmen können, wie ihre Arbeit abläuft.

Noch einmal zu den Unternehmensführern! Sie tragen nach Meinung des Autors in zweifacher Hinsicht eine große Verantwortung: Zuerst für die Menschen, die für sie arbeiten, zum anderen für die ganze Gesellschaft oder sogar noch darüber hinaus. Die Gewinne einer Firma sollten nicht der alleinige Maßstab sein, an dem sich das Handeln einer Organisation ausrichtet. An manchen Stellen des Buches fragt man sich, woher Mihaly Csikzentmihalyi seinen Idealismus hernimmt, bekommt dann aber auch die Antwort: aus seinen Befragungen von Firmenchefs. Er bietet in seinem Buch viele Zitate von Menschen, die an der Unternehmensspitze stehen und aufgrund ihrer Werte auch Verantwortung übernehmen.

„Flow im Beruf – Das Geheimnis des Glücks am Arbeitsplatz“ war für mich trotz der einen oder anderen für meinen Geschmack etwas zu ausführlichen Schilderung von der ersten bis zur letzten Seite eine anregende, angenehme Lektüre, die mir einige neue Einsichten gebracht hat.

Über Oliver Springer 349 Artikel
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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